Fußball · Inglewood
Iran erkämpft in Los Angeles ein 2‑2 gegen Neuseeland, während Diaspora-Proteste die Tribünen zu einem politischen Schlachtfeld machen
Sprechchöre gegen die Ajatollahs, Pfiffe während der Nationalhymne und zwei rivalisierende Flaggen machten den WM-Auftakt des Irans zu einem lauten politischen Patt, während die Mannschaft zweimal zurückkam und ein 2‑2 gegen Neuseeland erkämpfte.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von rts.ch, 20 Minuten, France 24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Tausende iranischer Fans pfiffen die Nationalhymne aus, drehten den Rücken zu und schwenkten die Flagge von vor 1979 innerhalb und außerhalb des SoFi Stadiums, während FIFA-Mitarbeiter einige Oppositionsbanner beschlagnahmten.
Nachdem die USA etwa 15 Visa verweigert und ein Trainingslager in Tucson untersagt hatten, zog der Iran nach Tijuana um und darf sich nur 24 Stunden pro Spiel auf amerikanischem Boden aufhalten; die Spieler kehren unmittelbar nach dem Abpfiff zurück.
Ramin Rezaeian und Mohammad Mohebi erzielten die Tore, die Neuseelands beide Treffer wettmachten, und sicherten dem Iran einen Punkt vor dem Hintergrund politischer Spannungen und Reisestrapazen.
Während Aktivisten wie Assal Pahlevan einen totalen Boykott forderten, feierten viele Iranisch-Amerikaner dennoch die Tore, was eine Spaltung zwischen Opposition zum Regime und Verbundenheit mit der Nationalmannschaft widerspiegelt.
Ein Stadion in zwei Hälften gespalten
Als die iranische Nationalhymne am Montagabend durch das SoFi Stadium hallte, pfiffen tausende Iraner, drehten den Rücken zu oder schwenkten die Löwen-und-Sonne-Flagge von vor 1979. Hunderte hatten sich bereits vor der Arena in Inglewood versammelt und die Islamische Republik angeprangert. Im Inneren hielt die gleiche Spaltung an: Ein Teil der Menge unterstützte die Spieler von ‚Team Melli‘, der andere bestand darauf, dass die Mannschaft das Regime repräsentiere, nicht das Volk.
„Diese Mannschaft ist nicht die Mannschaft des iranischen Volkes – sie ist die des Regimes.“
Los Angeles beherbergt die größte iranische Diaspora außerhalb des Irans, rund 500.000 Menschen, und viele sind Exilanten, die nach der Revolution von 1979 geflohen sind. Die Organisatoren hatten gehofft, einen Boykott aufrechtzuerhalten, aber als Ramin Rezaeian in der 35. Minute den Ausgleich erzielte und Mohammad Mohebi in der 64. Minute per Kopf zum 2‑2 traf, explodierte das Stadion und zeigte, dass sportliche Loyalität für viele Fans politische Wut überlagern kann.
Zwei Flaggen, eine Gemeinschaft
Die FIFA hatte gewarnt, dass sie Oppositionsbanner mit Löwe und Sonne beschlagnahmen würde, und mehrere wurden tatsächlich an den Toren konfisziert. Dennoch schmuggelten Unterstützer sie hinein und zeigten sie offen. Zwei Frauen, eine mit der offiziellen Flagge und die andere mit dem alten Emblem, gerieten kurz im Gang aneinander. „Es ist herzzerreißend zu sehen, wie beide Seiten sich vor dem Stadion gegenüberstehen“, sagte Arash, ein Iranisch-Amerikaner, der seine Liebe zur Heimat zeigen wollte.
„Es ist die Mannschaft der Mullahs, also können wir sie nicht unterstützen.“
Viele Demonstranten betonten, sie wollten, dass die Spieler gewinnen, während sie das Regime verabscheuen, das sie zu vertreten gezwungen sind. Andere, wie die Aktivistin und Journalistin Assal Pahlevan, hatten für einen vollständigen Boykott geworben und nannten das Spiel eine verpasste Gelegenheit zu zeigen, dass iranische Expatriates mit Teheran gebrochen haben.
Eine Mannschaft auf Wanderschaft
Die Teilnahme des Irans stand monatelang in Frage, nachdem am 28. Februar der Krieg mit den Vereinigten Staaten und Israel ausgebrochen war. Das Team musste sein geplantes Trainingslager in Tucson, Arizona, aufgeben und in die Xolos-Trainingsanlagen in Tijuana, Mexiko, umziehen. Die amerikanischen Behörden lehnten Visumsanträge für etwa fünfzehn Delegationsmitglieder ab. Die Mannschaft darf die Vereinigten Staaten nur 24 Stunden am Stück betreten, fliegt von Tijuana nach Los Angeles, spielt und kehrt sofort zurück.
„Wir sollten heute Nacht hierbleiben und uns erholen“, erklärte Trainer Amir Ghalenoei. „Stattdessen sagten sie uns direkt nach dem Spiel: ‚Ihr müsst sofort abreisen.‘“ Kapitän Mehdi Taremi sagte, der kurze Flug von Tijuana habe sich am Sonntag zu einer fünfstündigen Tortur aus Reise- und Sicherheitskontrollen entwickelt. Der Verband musste sogar über den Zugang zu seinem zugeteilten Ticketkontingent verhandeln.
„Wir sind die am schlechtesten behandelte Mannschaft der gesamten WM.“
Ein Unentschieden unter Druck
Auf dem Spielfeld ging Neuseeland früh in Führung, aber der Iran antwortete durch Rezaeian vor der Pause und erneut durch Mohebi, nachdem man in der zweiten Halbzeit in Rückstand geraten war. Das 2‑2 lässt beide Teams mit einem Punkt in der Gruppe G zurück; der Iran trifft am 21. Juni (wieder in Los Angeles) auf Belgien und am 27. Juni in Seattle auf Ägypten. Der Trainer sagte, die Logistik habe die körperliche und geistige Bereitschaft seiner Spieler beeinträchtigt, lobte aber ihren Mut.
FIFA-Präsident Gianni Infantino verfolgte das Geschehen von der Präsidentenloge aus, während die geopolitische Dimension ins Turnier eindrang: Ein Funktionär wurde dabei belauscht, wie er seine Frustration über den Hymnenprotest äußerte. Für die Diaspora ging es bei dem Spiel nie nur um Fußball. Wie die Studentin Sara Barahman, die während der Hymne dem Spielfeld den Rücken kehrte, es formulierte: „Man kann nicht so tun, als ob alles normal wäre.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- rts.chManifestations, hymne sifflé: une partie du public de l'équipe d'Iran a exprimé sa colère
- 20 MinutenSifflets pendant l'hymne iranien, certains drapeaux confisqués
- France 24L'Iran, l'équipe "la plus maltraitée" du Mondial selon son sélectionneur
- 20minutesPour l'opposante Assal Pahlevan, " l'équipe d'Iran ne représente pas le peuple "
- Amir Ghalenoei
- Iranischer Nationaltrainer, der die logistische Behandlung seiner Mannschaft kritisierte
- Mehdi Taremi
- Iranischer Kapitän und Stürmer, der die fünfstündige Reisestrapaze von Tijuana beschrieb
- Ava Amin
- Philosophiestudent und Demonstrant, der vor dem Stadion ein ‚Regimewechsel‘-Banner trug
- Gilbert Gastin
- Iranisch-amerikanischer Bauarbeiter, der vor dem Spiel gegen die Islamische Republik protestierte
- Assal Pahlevan
- Im Exil lebender Journalist und Aktivist, der den Boykott der Mannschaft als Symbol des Regimes befürwortete
- Sara Barahman
- Iranisch-amerikanische Studentin, die während der Nationalhymne aus Protest den Rücken kehrte
- Ramin Rezaeian
- Iranischer Verteidiger, der in der 35. Minute den ersten Ausgleich erzielte
- Mohammad Mohebi
- Iranischer Stürmer, der in der 64. Minute per Kopf den zweiten Ausgleich erzielte
- Gianni Infantino
- FIFA-Präsident, der den Hymnenprotest von der Präsidentenloge aus miterlebte
- Sardar Azmoun
- Iranischer Stürmer, der nach einem Landesverratsvorwurf durch das Regime aus dem Kader gestrichen wurde
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