Regierung · Prag und Ankara
Babiš-Regierung schließt Staatspräsident Pavel von NATO-Gipfel aus und ebnet den Weg für Verfassungsstreit
Die tschechische Regierung unter Andrej Babiš hat am Montag entschieden, dass Staatspräsident Petr Pavel nicht an der Delegation zum NATO-Gipfel in Ankara teilnehmen wird. Damit verschärft sich der seit Monaten schwelende Konflikt, der nun auf eine Kompetenzklage zusteuert.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Seznam Zprávy, iDNES.cz, Novinky und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Regierung beschloss am 22. Juni, dass die tschechische Delegation zum NATO-Gipfel in Ankara von Ministerpräsident Babiš angeführt wird, begleitet von Verteidigungsminister Zůna und Außenminister Macinka, ohne Präsident Pavel.
Präsident Pavel wird voraussichtlich am 23. Juni bekannt geben, ob er eine Verfassungsbeschwerde einreicht, die das Verfassungsgericht mit Priorität behandeln, aber vor dem Gipfel nicht abschließen wird.
Der öffentliche Konflikt begann am 18. März, als Babiš sagte, er rechne nicht mit Pavels Teilnahme; die Kommunikation zwischen den beiden Ämtern war seit Januar unterbrochen.
Verfassungsrechtler Jan Kudrna sagt, dass das Gericht selbst bei prioritärer Behandlung kein Urteil vor dem 7. Juli fällen könne, weshalb die Klage für diesen Gipfel nur akademische Wirkung hätte.
Babiš und Macinka argumentierten, das Kabinett habe die Kompetenz zur Gestaltung der Außenpolitik, wobei Macinka Pavel als Lobbyisten für die Euro-Einführung und den europäischen Föderalismus bezeichnete.

- 22.06.Regierung entscheidet sich für eine Delegation ohne den Präsidenten unter Führung von Babiš
- 23.06.Erwartete Stellungnahme des Präsidenten zur möglichen Kompetenzklage
- 7.07.NATO-Gipfel beginnt in Ankara, Türkei
Monatelanger Streit mündet in Entscheidung
Der Konflikt um die Vertretung Tschechiens auf dem NATO-Gipfel in der Türkei begann öffentlich am 18. März, als Andrej Babiš in einem TV-Interview erklärte, nicht mit Pavels Teilnahme zu rechnen. Ein produktives Treffen der beiden höchsten Exekutivbeamten hatte es seit einem abgesagten Treffen im Januar nicht mehr gegeben. Die Kommunikation brach ab, der Austausch erfolgte über die Medien statt persönlich. Am 8. April sandte Pavel einen offenen Brief an Babiš, in dem er sein verfassungsmäßiges Recht auf Führung der Delegation bekräftigte und den Ministerpräsidenten gleichzeitig zur Teilnahme einlud. Die Regierung verschob ihre Entscheidung bis zum 22. Juni und schränkte damit Pavels Zeitfenster für rechtliche Schritte ein.
Regierung gibt ihr Team bekannt
Am Montagnachmittag genehmigte das Kabinett eine Delegation bestehend aus Ministerpräsident Babiš, Verteidigungsminister Jaromír Zůna und Außenminister Petr Macinka. Vize-Premier Karel Havlíček erklärte, der einzige Vorschlag sei einstimmig angenommen worden. Babiš bestand darauf, dass es sich nicht um einen Affront handele, und sagte: „Wir betreiben aktive Außenpolitik, und es ist unsere Kompetenz, dies zu tun.“ Er argumentierte, dass frühere Regierungen passiv gewesen seien und dem Präsidenten so eine führende Rolle zugestanden hätten, seine Regierung jedoch beabsichtige, die Außenpolitik selbst zu gestalten. Macinka bezeichnete Pavel als „Lobbyisten für die Euro-Einführung oder die Vereinigten Staaten von Europa“ und sagte, er könne diesen Positionen politisch nicht zustimmen.
Verfassungsrechtliches Damoklesschwert über dem Gipfel
Pavel hatte zuvor angekündigt, im Falle eines Ausschlusses eine Kompetenzklage einzureichen. Sein Büro wird am Dienstag um 10:00 Uhr eine Stellungnahme veröffentlichen. Der Verfassungsrechtler Jan Kudrna sagte gegenüber iDNES.cz, dass eine Klage keine Chance habe, die Delegation noch zu ändern, da das Verfassungsgericht nicht vor Gipfelbeginn am 7. Juli entscheiden könne. Die Zustellung der Beschwerde, die Möglichkeit der Regierung zur Stellungnahme und die Erarbeitung einer Entscheidung würden mindestens Wochen dauern. Die Sprecherin des Gerichts, Kamila Abbasi, bestätigte, dass das Plenum aller 15 Richter dem Fall Priorität einräumen würde, merkte jedoch an, dass die durchschnittliche Bearbeitungszeit für solche Angelegenheiten bei etwa zehn Monaten liege.
Politische Reaktionen gehen auseinander
Der Politikwissenschaftler Jiří Pehe sagte, die Entscheidung sei angesichts der früheren Äußerungen der Minister erwartbar gewesen, und der eigentliche Konflikt beginne nun vor dem Verfassungsgericht. Er hinterfragte, warum der Präsident, der diese Fragen verstehe, ausgeschlossen werde, wenn es sich beim Gipfel um grundlegende Sicherheitsfragen handle. Babiš betonte, dass sein Verhältnis zu Pavel gut bleiben werde, und wies darauf hin, dass das Kabinett kürzlich die Führung der Delegation zur UN-Generalversammlung in New York durch den Präsidenten sowie 61 Auslandsreisen während seiner Amtszeit genehmigt habe.
„Wir betreiben aktive Außenpolitik, und es ist unsere Kompetenz, dies zu tun. Ich verstehe, dass die Regierung in der Vergangenheit nichts getan hat, sodass sich der Präsident an die Rolle des außenpolitischen Führers gewöhnt hat, aber unter unserer Regierung ist es anders.“
„Klagen einzureichen, Strafanzeigen zu erstatten oder Geheimdienste aufeinander zu hetzen, ist weder richtig noch verantwortungsvoll. Ich glaube, der Präsident wird verstehen, worauf wir abzielen.“
Wie es weitergeht
Der Gipfel ist für den 7. und 8. Juli in Ankara anberaumt. Sollte Pavel eine Kompetenzbeschwerde einreichen, wird das Gericht letztlich die verfassungsrechtliche Frage klären, wer den Staat im Ausland vertritt, ein Urteil wird jedoch nicht vor dem Abflug der Maschinen eintreffen. Vorerst werden die drei Minister teilnehmen, während der Präsident von zu Hause aus zusieht.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Seznam ZprávyPavel není kladeč věnců. Takže na viděnou u soudu
- iDNES.czKompetenční žaloba kvůli summitu NATO? Už je pozdě, věští neúspěch ústavní právník
- iDNES.czMy chceme pracovat a jediný, kdo do toho vnáší emoce a prudké pohyby, je prezident, říká Macinka
- NovinkyNení to truc, vztahy to nepoškodí, řekl Babiš o zamítnutí Pavlovy účasti v Ankaře
- Andrej Babiš
- Ministerpräsident der Tschechischen Republik, Vorsitzender der ANO
- Petr Pavel
- Staatspräsident der Tschechischen Republik
- Petr Macinka
- Außenminister, Vorsitzender von Motoristé sobě
- Jaromír Zůna
- Verteidigungsminister, Mitglied der SPD
- Jan Kudrna
- Verfassungsrechtler
- Jiří Pehe
- Politikwissenschaftler
- Kamila Abbasi
- Sprecherin des Verfassungsgerichts der Tschechischen Republik
- Vít Kolář
- Sprecher des Präsidialamtes
- Orte
- Ankara
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