Wirtschaft · London, Burton upon Trent und Bradford

Poundland-Kollaps bedroht 12.000 Stellen – Abgeordnete greifen Eigentümer Gordon Brothers an

Gordon Brothers lehnte ein Rettungsangebot der Martin Property Group ab, während die Discountkette auf eine Insolvenz zusteuert. Lieferanten warnen, dass kleine und mittlere Unternehmen mit in den Abgrund gerissen werden könnten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von BBC, Financial Times News, The Telegraph und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

London, Burton upon Trent, Bradford · Vereinigtes Königreich
Wie es dazu kam
  1. 3.11.Abgeordnete werfen Gordon Brothers im Unterhaus „Raubtierkapitalismus“ vor
  2. 4.11.Poundland-Geschäftsführung soll Staatssekretärin Kate Dearden treffen
  3. 12.11.Der Gläubigerschutz aus dem Insolvenzantrag läuft aus

Insolvenzantrag und abgelehnte Rettung

Poundland, das rund 600 Filialen betreibt, hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, beim High Court die Absicht angezeigt, Insolvenzverwalter zu bestellen; AlixPartners soll das Verfahren führen. Der Antrag schützt die Kette bis zum 12. November vor Forderungen der Gläubiger, während nach einer Lösung gesucht wird. Die Kontrolle über das Unternehmen liegt bei Gordon Brothers, dem auf Restrukturierung spezialisierten US-Investor, der den Einzelhändler laut Bloomberg für 1 Pfund gekauft hat. Das Unternehmen lehnte ein Rettungsangebot der Martin Property Group ab, eines in Nordirland ansässigen Immobilieninvestors und Projektentwicklers. Eingeweihte Kreise sagen, die Forderung, Bieter müssten einen Kredit über 30 Mio. Pfund vollständig zurückzahlen, habe die Chancen auf eine Einigung geschmälert; zudem gehe man davon aus, dass eine Zerschlagung mehr einbringen würde als das Angebot von Martin.

Reaktion von Parlament und Regierung

Am Dienstag, 3. November, warfen Abgeordnete aller Fraktionen im Unterhaus Gordon Brothers „Raubtierkapitalismus“ vor und bezeichneten das Unternehmen als „Geier“. Gareth Snell, Labour-Abgeordneter für Stoke-on-Trent Central, verwendete den ersten Begriff, während Hannah Spencer, Grünen-Abgeordnete für Gorton and Denton, sagte, der Fall zeige, dass die Wirtschaft anfällig für Private-Equity-Investoren sei, die sich an bekannten Handelsmarken bereicherten. Richard Tice, stellvertretender Vorsitzender von Reform UK, warf den Eigentümern vor, das Insolvenzverfahren zu missbrauchen, um die Rendite zu maximieren, und verwies auf die 12.000 betroffenen Beschäftigten. Kate Dearden, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, sagte, Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds habe ein Treffen mit Gordon Brothers vereinbart, „um unseren Bedenken Nachdruck zu verleihen und die Fakten zu klären“. Die Poundland-Geschäftsführung soll Dearden am Mittwoch, 4. November, treffen. Dearden sagte, es sei „nicht angemessen“, dass die Regierung Einfluss auf die Verhandlungen nehme, sie wolle aber ein Ergebnis, das möglichst viele Arbeitsplätze schütze. Die Kette unterhält zudem ein Verteilzentrum im Wahlkreis Makerfield von Premierminister Andy Burnham, der versprochen hat, die britischen Innenstädte wiederzubeleben.

Lieferanten und Beschäftigte in Gefahr

Poundland-Gründer Steve Smith, der das Unternehmen 1990 mit einem Laden in Burton upon Trent aufbaute, warnte am Montag, 2. November, die zwei- bis dreitausend Lieferanten, die ausschließlich für Poundland arbeiteten, wären von einer Pleite unmittelbar betroffen. Adam Turner, Vertriebsleiter bei Highcrest Retail Brands aus Bradford, sagte, sein familieneigenes Unternehmen setze etwa 50 Mio. Pfund um, vor allem mit Süßwaren an Poundland, und würde „ein paar Millionen verlieren“, falls die Kette zahlungsunfähig werde. Turner sagte, kleinere Lieferanten hätten ihm erklärt: „Wenn Poundland untergeht, gehen sie mit unter“, und Gläubiger könnten in einem Insolvenzverfahren „Pennies pro Pfund“ zurückerhalten. Smith bezifferte die Zahl der Lieferanten auf mehr als 2.000 und sagte, bis zu 30.000 Arbeitsplätze in der Lieferkette, in den Filialen und bei anderen betroffenen Unternehmen könnten gefährdet sein.

„Sind diese Arbeitsplätze erst einmal weg, sind sie weg“

Steve Smith

Smith warnte, die Beschäftigten könnten jahrelang ohne Arbeit sein, und erklärte, er sei bereit, das Angebot von Martin zu unterstützen.

Genannte Zahlen zu Poundland-Beschäftigten, Lieferanten und Filialen
Poundland-Beschäftigte (Guardian, Telegraph)
12000
Lieferanten, mehr als 2.000 (Steve Smith, Guardian)
2000
Möglicherweise gefährdete Arbeitsplätze, bis zu 30.000 (Steve Smith, Guardian)
30000
Filialen, etwa 600 (Financial Times)
600

Daten aus dem Artikeltext

Filialen, Interessenten und Zeitplan

Nach Angaben der BBC interessieren sich derzeit Interessenten offenbar nur für etwa die Hälfte der Filialen, was rund 6.000 Beschäftigte ohne neue Anstellung zurücklassen würde. Turner sagte, die letzten drei Monate des Jahres seien das „goldene Quartal“ für den Einzelhandel, mit Halloween-Ware ab Juli und Weihnachtsware ab September. In diesen Monaten sind die Lieferanten am stärksten im Soll – ein Insolvenzverfahren würde sie daher genau dann am härtesten treffen, wenn ihre Forderungen am höchsten sind. Die Financial Times berichtet, wahrscheinlichstes Ergebnis sei, dass Teile des Filialbestands von anderen Einzelhändlern übernommen werden, während Hunderte Geschäfte endgültig schließen. Der Gläubigerschutz aus dem Antrag gilt bis zum 12. November, und Smith sagte, die Eigentümer sollten die vorgeschlagene Übernahme annehmen.

„Wenn sie Angebote auf dem Tisch haben, warum nimmt Gordon Brothers sie nicht an und rettet all diese Menschen?“

Steve Smith

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen