
Portugal verlängert Agrardiesel-Rabatt um 10 Cent und stellt 13 Millionen Euro für Fischerei bereit
Der Ministerrat hat mehr als 15 Millionen Euro bewilligt, um den Kraftstoffrabatt bis zum 31. Dezember zu verlängern, sowie gezielte Hilfen für die Fischereiflotte und soziale Einrichtungen.
Kabinettsentscheidung in Bragança
Die portugiesische Regierung hat am 9. September 2026 ein Dekret verabschiedet, das den außerordentlichen Rabatt von 10 Cent pro Liter auf farbigen Agrardiesel bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Die Maßnahme wurde während einer dezentralen Sitzung des Ministerrates in Bragança beschlossen und ändert das Dekret-Gesetz 80-A/2026, das ursprünglich am 31. März 2026 veröffentlicht wurde, um die mit dem Konflikt im Nahen Osten verbundenen Kraftstoffkostensteigerungen abzumildern. Die ursprüngliche 10-Cent-Vergünstigung lief Ende Juni aus, sodass die Landwirte über zwei Monate ohne direkten Dieselrabatt blieben. Antragsberechtigt sind land- und forstwirtschaftliche Betriebe, wobei die Förderung auf 15.000 Liter pro Fahrzeug begrenzt ist. Die direkten Ausgaben für die Verlängerung dieses Agrardieselrabatts übersteigen 15 Millionen Euro und werden direkt aus dem Staatshaushalt finanziert.
- Die Regierung erlässt das Dekret-Gesetz 80-A/2026 zur Einführung vorübergehender Kraftstoffentschädigungen
- Der 10-Cent-Agrardiesel-Rabatt läuft aus
- Premierminister Luís Montenegro kündigt im Parlament einen Plan zur Erneuerung der Kraftstoffhilfe an
- Der Ministerrat genehmigt formell die Verlängerung des Rabatts bis zum 31. Dezember
Fischereiförderung und Energiehilfsmaßnahmen
In derselben Exekutivsitzung hat der Ministerrat ein 13 Millionen Euro schweres Finanzpaket für den Fischereisektor verabschiedet, um die gestiegenen Betriebskosten für Treibstoff auszugleichen. Die Finanzierung der Fischereimaßnahme erfolgt über MAR2030, ein operationelles Programm, das Mittel aus dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) verteilt. Die Regierung verlängerte außerdem die 25-Euro-Subvention für die Solidaritätsgasflasche bis Ende 2026 und behielt die Energiehilfsmechanismen für freiwillige Feuerwehrleute und private soziale Solidaritätseinrichtungen bei. Premierminister Luís Montenegro bestätigte, dass die gesamten Kraftstoffpreise in der Wirtschaft von einem Rabatt von 0,23 Euro pro Liter durch Anpassungen der Kraftstoffsteuer profitieren. Montenegro fügte hinzu, dass die kumulativen Senkungen im Rahmen der ISP-Kraftstoffsteuer bis Jahresende insgesamt 1.300 Millionen Euro betragen werden.
Kritik aus der Branche und Wettbewerbsnachteil gegenüber Spanien
Landwirtschaftsverbände kritisierten die erneuerte Dieselunterstützung als unzureichend, um die steigenden Betriebskosten zu decken. Der Portugiesische Bauernverband (CAP) stufte den 10-Cent-Rabatt als symbolische Maßnahme ein, die die heimischen Produzenten gegenüber ausländischen Wettbewerbern benachteiligt. CAP-Generalsekretär Luís Mira schätzte, dass die portugiesische Landwirtschaft aufgrund von Treibstoff- und Düngemittelpreiserhöhungen, die durch internationale Instabilität verursacht wurden, Mehrkosten in Höhe von 60 Millionen Euro zu tragen hatte. Mira berichtete, dass portugiesische Produzenten zwischen März und Juni 6 Millionen Euro erhalten haben, und prognostizierte, dass bis Jahresende ein identischer Betrag ausgezahlt wird, was eine Gesamtsumme von 26 Millionen Euro ergibt. Im Gegensatz dazu haben die spanischen Behörden 1.100 Millionen Euro an spanische Agrarproduzenten verteilt, die mit ähnlichen Kostensteigerungen konfrontiert sind.
Wir haben 40-mal weniger finanzielle Unterstützung.
- Portugal
- 26 Mio. €
- Spanien
- 1100 Mio. €
Forderungen der Opposition und wirtschaftlicher Druck
Oppositionsparteien in der Versammlung der Republik haben sich für eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffprodukte eingesetzt. Die Regierung hielt daran fest, dass fiskalische Zwänge tiefere Steuererleichterungen über das derzeitige System hinaus verhindern. Luís Montenegro präsentierte die Dieselmaßnahme während einer Parlamentsdebatte über einen Misstrauensantrag, bevor er sie in Bragança formalisierte. Der CAP warnte, dass die wachsende Subventionslücke zwischen Lissabon und Madrid den portugiesischen Marktanteil gefährde, da spanische Produkte mit niedrigeren Produktionskosten in die heimische Lieferkette gelangen. Hohe Vertriebs- und Treibstoffkosten üben weiterhin Aufwärtsdruck auf die Verbraucherpreise in portugiesischen Lebensmittelgeschäften aus.


