Porsche enthüllt Mission S Concept: Mittelmotor-Supersportwagen über dem 911 in New York
Porsche hat am 15. Oktober 2026 in New York das Concept Mission S vorgestellt – als Ausblick auf einen dauerhaft angebotenen Mittelmotor-Sportwagen oberhalb des 911. Die Enthüllung fällt in eine Phase, in der der Hersteller versucht, seine Marge wieder aufzubauen, die 2025 auf 1 Prozent gefallen war.
Concept oberhalb des 911
Porsche hat das Concept Mission S am 15. Oktober 2026 an einem Pier in Queens, New York, vorgestellt – mit der Skyline von Manhattan als Kulisse. Das Fahrzeug gibt einen Ausblick auf einen Mittelmotor-Sportwagen, der im Modellprogramm oberhalb des 911 angesiedelt sein wird. Porsche plant ihn als reguläres Serienmodell und nicht als limitierte Sonderserie, die Plattform soll also über Jahre im Programm bleiben. Der Mission S ist eine Designstudie und kein fertiges Fahrzeug, doch seine Formideen dürften auch andere Porsche-Modelle erreichen.
Der Ort war eine bewusste Anspielung auf die Vergangenheit. Fotografien des 550 Spyder entstanden 1953 an derselben Stelle, und Porsche bezeichnet diesen Wagen als seinen ersten Supersportwagen. Das Unternehmen schreibt dem 550 eine wichtige Rolle dabei zu, die Identität der Marke und ihren Erfolg in Amerika begründet zu haben.
Margen und der Plan Sportwagenschmiede '35
Das Concept ist mit der Strategie Sportwagenschmiede '35 verbunden, die Porsche Anfang Oktober angekündigt hat. Die Umsatzrendite von Porsche lag um 2023 bei 18 Prozent, brach 2025 auf 1 Prozent ein und hat sich seither leicht erholt. Der Vorstand will bis 2035 zu zweistelligen Margen zurückkehren, indem der Wert vor der Menge steht, mehr Individualisierung angeboten und höhere Verkaufspreise akzeptiert werden. Das zentrale Ziel ist die Rückkehr zur Profitabilität und nicht ein größerer Anteil am Gesamtvolumen.
Auch die Stückzahlen sind gesunken. Porsche lieferte 2023 mehr als 320.000 Fahrzeuge aus, 2024 rund 310.000 und 2025 279.000. Im ersten Halbjahr 2026 fielen die Auslieferungen um 16 Prozent auf knapp über 122.000 Fahrzeuge, und China, wo die Marke zu besten Zeiten rund 35 Prozent des Absatzes ausmachte, ist der Markt, in dem sie schnell an Boden verloren hat.
- 2024
- 310000 Fahrzeuge
- 2025
- 279000 Fahrzeuge
Porsche-Chef Michael Leiters verknüpfte das neue Modell mit demselben Plan.
Wir verfolgen mit unserer Strategie Sportwagenschmiede '35 einen klaren Plan.
Stellenabbau und das neue Modellprogramm
Teil der Umstrukturierung ist der Abbau von 9.000 Stellen, Teil einer breiteren Anstrengung des Volkswagen-Konzerns, dem Porsche gehört, die Beschäftigtenzahl im kommenden Jahrzehnt zu verringern. Porsche streicht aber nicht nur. Geplant sind ein elektrischer 718 Boxster/Cayman und ein kleineres SUV unterhalb des Macan, das 2028 mit Benzin- und Plug-in-Antrieb kommen soll. Hinzu kommen neue Modelle in größeren, teureren Segmenten neben Cayenne und Panamera. Für den Mittelmotor-Sportwagen selbst wird kein Marktstart genannt.
Designmerkmale und Innenraum
Die Karosserie bedient sich bei früheren Porsche-Modellen. Runde Leuchten und hochgezogene vordere Radhäuser verweisen auf den 911, die niedrige Front auf den Rennwagen GT1 und die Dachlinie unter dem Heckflügel auf den 959, die hier bis zum Heck durchläuft. Blechfugen sind in die Lichtgrafik integriert, eine Anspielung auf den 911 der G-Serie. Der Kühlerlüfter erinnert an den 917, die Räder sind leicht und vom 928 inspiriert.
Unter der Karosserie ist der Motor mittig eingebaut und prägt die Proportionen, während der aktive Heckflügel in die Karosserie eingelassen ist. Im Innenraum fehlen dem Mission S ein festes Zentraldisplay und ein fester Beifahrerbildschirm. Ars Technica stellte die Frage, ob eine MagSafe-Halterung auf dem Armaturenbrett ein Telefon bei schneller Kurvenfahrt oder Beschleunigung halten kann.
Leiters beschrieb das Fahrzeug als Ausblick auf die Richtung des Unternehmens.
Der Mission S gibt einen Einblick in die Ideen und Designmerkmale, die Porsche in den kommenden Jahren prägen werden.
