
Gericht in Asti verurteilt Reifenhändler zu 8 Jahren wegen Tötung der 20-jährigen Matilde Baldi; Mitangeklagter freigesprochen, Renn-Theorie verworfen
Franco Vacchina wurde wegen Straßenverkehrsdelikts mit Todesfolge für den Zusammenstoß im Dezember 2025 verurteilt, bei dem die 20-jährige Matilde Baldi auf der Autobahn A33 ums Leben kam und ihre Mutter schwer verletzt wurde. Das Gericht wies die Theorie der Staatsanwaltschaft von einem illegalen Rennen zwischen zwei Supersportwagen zurück.
Was auf der Autobahn geschah
Am Abend des 11. Dezember 2025 reiste Matilde Baldi, eine 20-jährige Studentin und Verkäuferin, mit ihrer Mutter Elvia Pia in einem Fiat 500 auf der Autobahn A33 Asti-Cuneo nahe Montegrosso. Der Kleinwagen bewegte sich auf der mittleren Spur mit etwa 73 km/h. Dahinter näherte sich ein Porsche GT3 RS, gefahren von Franco Vacchina, einem Reifenhändler aus Asti, mit einer Geschwindigkeit von rund 200 km/h. Ein zweites Hochleistungsfahrzeug, gelenkt von Davide Bertello, folgte nur eine Sekunde später.
Vacchina verlor die Kontrolle und prallte in den Fiat 500. Pia erlitt schwere Verletzungen; ihre Tochter starb fünf Tage später in einem Krankenhaus in Alessandria. Die Familie stimmte einer Organspende zu. Bertello wich in letzter Sekunde auf den Seitenstreifen aus und vermied den Zusammenstoß.
Die Ermittlungen und Behinderungen
Im Monat nach dem Unfall wurde Vacchina nicht nur wegen des tödlichen Zusammenstoßes unter Hausarrest gestellt, sondern auch wegen wiederholter Versuche, die Ermittlungen zu behindern. Zunächst versuchte er, seinen Porsche von einem vorbeifahrenden Abschleppwagen von der Unfallstelle entfernen zu lassen. Später suchte er wiederholt das gerichtliche Verwahrgelände auf und bot sogar einem Mitarbeiter Geld an, um Zugang zum Steuergerät des Autos zu erhalten, woraufhin die Verkehrspolizei das Fahrzeug an einen anderen Ort verbrachte.
Gericht weist heimliches Rennen zurück
In einem beschleunigten Verfahren am 24. Juli 2026 argumentierte Staatsanwältin Sara Paterno, dass die beiden Porsche-Fahrer an einem heimlichen Rennen beteiligt gewesen seien, und forderte eine zehnjährige Haftstrafe für Vacchina und fünf Jahre für Bertello. Vacchina behauptete, er habe lediglich darauf gewartet, dass der Fiat 500 einen Überholvorgang abschließt, und dann beschleunigt; das Automatikgetriebe habe zwei Gänge heruntergeschaltet und die Leistung des Autos (über 600 PS) habe zum Kontrollverlust geführt. Bertello erklärte, er habe an keinem Rennen teilgenommen und Vacchina erst am Tag des Vorfalls kennengelernt.
Der vorsitzende Richter Matteo Bertelli Motta akzeptierte die Renn-Theorie nicht. Das Gericht verurteilte Vacchina wegen Straßenverkehrsdelikts mit Todesfolge zu acht Jahren. Bertello wurde vom Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung freigesprochen. Die vollständige Urteilsbegründung wird im September vorgelegt.
Reaktion der Familie und weitere Schritte
Die Familie Baldi, vertreten durch Anwalt Pierpaolo Berardi, zeigte sich enttäuscht über den Freispruch Bertellos und die Ablehnung der Renn-Hypothese. Matildes Freund Francesco Tozaj hatte sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen. Die Verteidigungsteams – Ferruccio Rattazzi und Giacomo Francini für Vacchina, Michele Galasso für Bertello – erklärten, sie würden das schriftliche Urteil abwarten, bevor sie sich weiter äußern.
- Kollision auf der A33: Fiat 500 von hinten von Porsche GT3 RS mit etwa 200 km/h getroffen; Mutter Elvia Pia verletzt.
- Matilde Baldi stirbt im Krankenhaus von Alessandria; Familie stimmt Organspende zu.
- Vacchina wird unter Hausarrest gestellt, nachdem er versucht hatte, sein Auto zu entfernen und Geld für den Zugang zum Steuergerät zu bieten.
- Gericht in Asti verurteilt Vacchina zu acht Jahren, spricht Bertello frei; Hypothese des illegalen Rennens abgelehnt.

