Regierung · Warschau und Venedig
Sejm-Marschall stoppt Präsidentengesetz zur Justiz nach Venedig-Kommission-Feststellung, es gefährde Rechtsstaatlichkeit
Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty lehnte am 17. Juni 2026 die Weiterleitung eines Präsidentenentwurfs zur Justiz ab und berief sich dabei auf eine Stellungnahme der Venedig-Kommission, die das Gesetz als Bedrohung der richterlichen Unabhängigkeit bezeichnete und als unfähig, Polens Rechtsstaatskrise zu lösen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von polsatnews.pl, Wprost, rmf24.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das Beratungsgremium erklärt, der Präsidentenentwurf löse die Rechtsstaatskrise nicht, sondern vertiefe sie.
Bestimmungen, die bis zu zehn Jahre Haft für Richter vorsehen, die sich weigern, Spruchkörpern zuzuarbeiten, werden als Bedrohung der richterlichen Unabhängigkeit gebrandmarkt.
Włodzimierz Czarzasty verweigert unter Berufung auf die Stellungnahme der Venedig-Kommission und Rechtsgutachten des Sejm die Weiterleitung des Gesetzes.
Etwa 30 % der polnischen Richter wurden unter Beteiligung des derzeitigen KRS ernannt; der Entwurf hätte ihren Status einer gerichtlichen Überprüfung entzogen.
- 13.06.Die Venedig-Kommission verabschiedet eine Stellungnahme, die das Präsidentengesetz als Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit bezeichnet.
- 17.06.Sejm-Marschall Czarzasty blockiert das Gesetz unter Berufung auf die Empfehlung der Kommission.
Gesetzgebungsblockade
Im Februar 2026 legte Präsident Karol Nawrocki ein Veto gegen eine Sejm-Novelle zum Landesjustizrat (KRS) ein und brachte seinen eigenen 26 Artikel umfassenden Gesetzentwurf mit dem Titel „zur Wiederherstellung des Rechts auf ein Gericht und auf eine zügige Verhandlung ohne unnötige Verzögerung“ ein. Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty überwies den Entwurf unter Berufung auf erste Stellungnahmen von Parlamentsjuristen, wonach dieser „die richterliche Unabhängigkeit und die Gewaltenteilung verletze“, zur dringenden Stellungnahme an die Venedig-Kommission, das verfassungsrechtliche Beratungsgremium des Europarats.
Vernichtende Stellungnahme der Venedig-Kommission
Die Venedig-Kommission verabschiedete gemeinsam mit der Generaldirektion Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit des Europarats ihre Stellungnahme auf einer Plenarsitzung in Venedig am 13. Juni 2026 und veröffentlichte sie am 16. Juni. Das Dokument warnt davor, dass die Blockade zwischen „hochgradig polarisierten politischen Kräften“ den Zugang der Bürger zur Justiz „nicht gewährleistet“ lasse. Es bezeichnet die Lage als ernste Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit, die eine dringende Lösung erfordere, stellt aber unmissverständlich fest, dass „der aktuelle Gesetzesentwurf nicht als Lösung betrachtet werden kann“.
„Diese Situation stellt eine so ernste Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit im Land dar, dass ein Ausweg aus der Blockade gefunden werden muss. Der aktuelle Gesetzesentwurf kann jedoch nicht als Lösung betrachtet werden.“
Die Kommission kritisierte Bestimmungen, die Richtern die Möglichkeit nehmen würden, zentrale Verfassungsfragen zu prüfen, darunter die Rechtmäßigkeit von Ernennungen unter Beteiligung des umstrittenen KRS, und warnte davor, dass die Bestrafung von Richtern mit strafrechtlichen Sanktionen für ihre Rechtsprechung die richterliche Unabhängigkeit untergraben würde.
Umstrittene Bestimmungen
Der Präsidentenentwurf hätte es Richtern verboten, die Existenz oder Befugnisse von Verfassungsorganen, insbesondere des Verfassungsgerichtshofs und des KRS, in Frage zu stellen. Es führte ein Verbot ein, den Status von Richtern zu beurteilen, die unter Beteiligung des derzeitigen KRS ernannt wurden – eines Gremiums, dessen Zusammensetzung wiederholt von nationalen und internationalen Institutionen angefochten wurde. Eine Bestimmung sah bis zu zehn Jahre Haft für einen Richter vor, der sich weigert, in einem Spruchkörper zu sitzen. Die Venedig-Kommission argumentierte, dass die Zuweisung strafrechtlicher Verantwortlichkeit an einen Richter, der dazu verpflichtet ist, die Handlungen eben jener Organe zu bewerten, „eine klare Bedrohung“ der richterlichen Unabhängigkeit darstelle.
Gesetz im Sejm gestoppt
Am 17. Juni, Stunden vor einer Sitzung des Sejm, gab Marschall Czarzasty bekannt, dass er dem Präsidentenentwurf kein Gesetzgebungsverfahren ermöglichen werde. „Es gab sehr viele Expertenkommentare und Bedenken hinsichtlich der Verfassungswidrigkeit und Rechtswidrigkeit seiner Annahmen, die das Justizsystem und die Rechtspflege zerstören würden“, sagte er vor Journalisten. Er wies darauf hin, dass die Venedig-Kommission „Polen empfohlen habe, von weiteren Arbeiten am Präsidentenentwurf abzusehen“.
„Die Venedig-Kommission hat den Gesetzentwurf umfassend bewertet, die Krise in der polnischen Ordnung gesehen, ihre Besorgnis über die Blockade zwischen extrem polarisierten politischen Kräften zum Ausdruck gebracht, aber festgestellt, dass das Präsidentengesetz die Krise nur vertiefen würde.“
Vizejustizminister Dariusz Mazur, der das Ministerium bei der Venedig-Sitzung vertrat, schrieb in den sozialen Medien: „Die Kommission teilte unsere Bedenken – der Entwurf ist grundlegend unvereinbar mit den Menschenrechtsstandards.“ Der Marschall erklärte die Angelegenheit für erledigt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- polsatnews.pl"Stanowi zagrożenie". Jednoznaczna opinia o projekcie prezydenta
- WprostKomisja Wenecka przerażona projektem Nawrockiego. Poważne zagrożenie dla sądów
- rmf24.plKomisja Wenecka krytykuje prezydencki projekt ustawy ws. sądownictwa
- wpolityce.pl"Marszałkowskie weto" w akcji. Skandaliczna decyzja Czarzastego
- Karol Nawrocki
- Präsident Polens, brachte den Justizgesetzentwurf ein
- Włodzimierz Czarzasty
- Marschall des Sejm, forderte die Stellungnahme der Venedig-Kommission an und blockierte das Gesetz
- Paweł Śliz
- Vorsitzender des Justizausschusses des Sejm, vertrat die Position des Sejm vor der Venedig-Kommission
- Dariusz Mazur
- Vizejustizminister, nahm an den Sitzungen der Venedig-Kommission teil
- Karol Rabenda
- Präsidialminister, vertrat den Präsidenten bei der Venedig-Kommission
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