
Polizei feuert Warnschüsse auf den Azoren nach Angriff einer Menschenmenge auf Streifenwagen bei Drogenrazzia
Beamte in Rabo de Peixe feuerten sechs Warnschüsse ab, nachdem eine Menschenmenge vier Polizeifahrzeuge nach der Festnahme von acht Drogenhändlerverdächtigen auf der Insel São Miguel beschädigt hatte.
Anti-Drogen-Operation und Hafenkonfrontation
Beamte der Polícia de Segurança Pública (PSP) führten am späten Donnerstagvormittag, dem 20. August 2026, im Fischereihafen von Rabo de Peixe in der Gemeinde Ribeira Grande auf der Insel São Miguel (Azoren) eine Drogenbekämpfungsoperation durch. Die Polizei nahm acht Verdächtige auf frischer Tat fest, darunter zwei der drei mutmaßlichen Rädelsführer eines Verteilernetzes. Die Beamten beschlagnahmten 1.110 Dosen Kokain, 962 Dosen Haschisch und eine nicht näher bezeichnete Menge Bargeld aus illegalen Drogenverkäufen. Als sich das Polizeikontingent auf den Abzug aus dem Hafen vorbereitete, umzingelten Hunderte Menschen den Konvoi. Einzelpersonen aus der Menge warfen Steine, Holzbalken und Metallfässer direkt auf die abfahrenden Polizeifahrzeuge.
- Kokain
- 1110 Dosen
- Haschisch
- 962 Dosen
Eskalation, Warnschüsse und Ermittlungen
Um die Steinwürfe zu stoppen und eine Abzugsroute zu sichern, feuerten die Beamten sechs Warnschüsse in die Luft und setzten Pfefferspray ein. Bei dem Angriff wurden vier Polizeifahrzeuge beschädigt, jedoch erlitten weder Polizisten noch Zivilisten körperliche Verletzungen. Von Schaulustigen gefilmte und in sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigten Szenen, in denen Menschenmengen Polizeitransporter umstellten, während sich festgenommene Verdächtige bewacht im Inneren befanden. Die Polizeidirektion Ponta Delgada leitete eine Untersuchung ein und identifizierte zwei Tatverdächtige im Zusammenhang mit dem Angriff. Die Ermittler werten weitere Videoaufnahmen aus, um die Identität weiterer Beteiligter an der Sachbeschädigung festzustellen.
- PSP nimmt acht Verdächtige fest und beschlagnahmt Betäubungsmittel am Hafen von Rabo de Peixe
- Menschenmenge beschädigt vier Polizeifahrzeuge, woraufhin sechs Warnschüsse abgegeben und Pfefferspray eingesetzt werden
- Innenministerium und regionale Amtsträger verurteilen den Angriff
Reaktion der Regierung und der Gemeinde
Das portugiesische Innenministerium gab am Freitag, dem 21. August 2026, eine Erklärung heraus, in der es die Konfrontation verurteilte und seine institutionelle Unterstützung für das Regionalkommando der Azoren bekräftigte. Innenminister Luís Neves lobte das Verhalten der eingesetzten Beamten und bekräftigte die rechtliche Autorität der staatlichen Sicherheitskräfte.
Jeder Versuch, die Maßnahmen der Sicherheitskräfte einzuschüchtern oder zu beeinflussen, ist unzulässig. Die Autorität des Staates muss respektiert werden, und dieses Verhalten muss gesetzlich eine entschlossene Antwort erfahren.
Der Bürgermeister von Ribeira Grande, Jaime Vieira, ehemaliger Präsident des Gemeinderats von Rabo de Peixe, bezeichnete den Angriff als schwerwiegenden Vorfall und forderte anhaltendes polizeiliches Vorgehen zur Eindämmung des Drogenhandels in der gesamten Gemeinde. Der Gemeinderat von Rabo de Peixe unter Vorsitz von Carlos Dias dankte für die PSP-Operation, betonte jedoch, dass die Handlungen einiger weniger nicht das ganze Dorf prägten. Dias forderte eine verstärkte und dauerhafte Polizeipräsenz in ausgewiesenen Hochrisikogebieten, um Prävention und öffentliche Sicherheit zu priorisieren.
Politische Debatte über regionale Ressourcen
Die Konfrontation löste auf den Azoren politische Reaktionen hinsichtlich der Sicherheitsressourcen und der Drogenpräventionsinfrastruktur aus. Der Regionalkoordinator der Polizeigewerkschaft ASPP/PSP, Paulo Pires, bekundete seine Solidarität mit den Einsatzteams und argumentierte, dass anhaltender Mangel an Personal und Ausrüstung die Polizeiarbeit auf den Azoren und dem portugiesischen Festland behindere.
Wir leben in einem Land, in dem unsere Leute die PSP und die Justiz- und Polizeibehörden respektieren.
Der Vorsitzende der PS/Açores und Abgeordneter der Versammlung der Republik, Francisco César, versprach, den Mangel an Polizeipersonal und Drogenbehandlungsprogrammen in der Region anzusprechen, wenn das Parlament zusammentritt. Der Präsident von Chega/Açores, José Pacheco, erklärte, dass diejenigen, die Polizisten angreifen, individuell rechtlich zur Verantwortung gezogen werden müssten, ohne die gesamte Gemeinschaft zu verurteilen. Vertreter des Bloco de Esquerda in der Regionalversammlung forderten zudem umfassende soziale Maßnahmen, um die grundlegenden Herausforderungen der Gemeinde anzugehen.

