
Britische Polizei leitet Strafverfahren gegen Reform UK wegen Vorwürfen illegaler Auslandsspenden ein
Die Metropolitan Police hat Vorwürfe illegaler Auslandsfinanzierung aus einer verdeckten Channel-4-Dokumentation in ein laufendes Ermittlungsverfahren gegen die Partei nach dem Political Parties, Elections and Referendums Act 2000 aufgenommen.
Metropolitan Police weitet Ermittlungen aus
Die Metropolitan Police hat ein Strafverfahren gegen Beamte von Reform UK bestätigt, die angeblich über Verstöße gegen britische Wahlkampffinanzierungsgesetze zur Annahme von Auslandsspenden diskutiert haben. Das Special Enquiry Team von Scotland Yard prüfte Beschwerden und Dossiermaterial, das nach einem am 3. September 2026 ausgestrahlten Fernsehbericht eingereicht wurde. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass mögliche strafrechtliche Verstöße ein formelles Verfahren rechtfertigen, und fassten die Vorwürfe mit einem laufenden Fall zusammen, der die Finanzierung derselben politischen Partei untersucht. Alle geprüften Angelegenheiten fallen unter den Political Parties, Elections and Referendums Act 2000, der finanzielle Beiträge regelt und Spenden von unzulässigen ausländischen Stellen verbietet. Die Ermittler fordern das originale, ungeschnittene Sendematerial an und arbeiten mit der Electoral Commission und der Crown Prosecution Service zusammen.
Die Ermittler haben die bereitgestellten Informationen geprüft und festgestellt, dass mögliche Straftaten vorliegen, die eine Untersuchung erfordern.
Verdeckte Aktion löst Rücktritte aus
Den formellen polizeilichen Schritten ging eine verdeckte Untersuchung von Channel 4 News voraus, die in Zusammenarbeit mit der investigativen Gruppe Verbatim erstellt wurde. Als ausländische Spender getarnt, sprachen verdeckte Reporter Parteibeamte an, um die Finanzierung privater Meinungsumfragen für die Organisation vorzuschlagen. Verdeckte Videoaufnahmen zeigen hochrangige Persönlichkeiten, die über Mechanismen diskutieren, um das Wahlrecht zu umgehen und die ausländische Herkunft der Gelder zu verschleiern. Die Veröffentlichung des Filmmaterials löste Turbulenzen innerhalb der Parteistruktur aus und führte am 4. September 2026 zum Rücktritt von zwei engen Mitarbeitern des Parteivorsitzenden Nigel Farage. Stabschef und langjähriger Mitarbeiter Dan Jukes sowie Politikdirektor James Orr traten unmittelbar nach der Ausstrahlung von ihren Posten zurück. Der Skandal ereignete sich während des Parteitags in Birmingham und führte am darauffolgenden Wochenende zu formellen Beschwerden bei der Polizei sowohl von der Labour Party als auch von den Liberal Democrats.
- Special Enquiry Team von Scotland Yard eröffnet Ermittlungen zu Spenden für die Parlamentswahl 2024 nach Überweisung durch die Electoral Commission
- Channel 4 News strahlt verdeckte Untersuchung von Verbatim aus, die zeigt, wie Beamte über Auslandsspenden diskutieren
- Höhere Mitarbeiter Dan Jukes und James Orr treten von ihren Positionen bei Reform UK zurück
- Metropolitan Police bestätigt, dass die Vorwürfe der Dokumentation Teil der laufenden strafrechtlichen Ermittlungen werden
Ausweitung der bestehenden Untersuchung zu den Wahlen 2024
Die polizeiliche Maßnahme bezieht das neue Material in eine breitere Untersuchung ein, die ursprünglich im Februar 2025 vom Special Enquiry Team eröffnet wurde. Diese erste Untersuchung folgte einer Überweisung der Electoral Commission bezüglich finanzieller Beiträge, die Reform UK vor der britischen Parlamentswahl 2024 erhalten hatte. Die Ermittler hatten zuvor zwei Personen im Zusammenhang mit dem Fall vom Februar 2025 unter Vorbehalt vernommen. Scotland Yard bestätigte, dass es im Zusammenhang mit den neuen, von Channel 4 ausgestrahlten Vorwürfen keine Festnahmen und keine Vernehmungen unter Vorbehalt gegeben habe. Während die Metropolitan Police in ihrer öffentlichen Kommunikation darauf verzichtete, Reform UK namentlich zu nennen, bestätigten die Ermittler, dass die neuen Vorwürfe dieselbe Partei betreffen, die bereits wegen ähnlicher Straftaten untersucht wird.
Reaktion der Partei und Verteidigung Farages
Die Führung von Reform UK wies alle Vorwürfe des Fehlverhaltens zurück und erklärte, die Organisation werde während der gesamten Untersuchung mit den Ermittlern zusammenarbeiten. Farage verteidigte die Partei und erklärte, seine Mitarbeiter hätten keine rechtswidrigen Handlungen begangen, und betonte, dass es zu keinen finanziellen Transaktionen mit den verdeckten Reportern gekommen sei. Parteibeamte bezeichneten die verdeckte Aktion zudem als einen von Klimaaktivisten inszenierten Scherz, der darauf abziele, ihre politischen Aktivitäten zu stören. Die Kontroverse folgt auf frühere öffentliche Kritik an einer Fünf-Millionen-Pfund-Spende an Farage, die mit einer Abschwächung der Führungsposition der Partei in den Meinungsumfragen zusammenfiel. Ein Parteisprecher erklärte, dass während der laufenden polizeilichen Ermittlungen keine weiteren öffentlichen Stellungnahmen abgegeben würden.
Reform UK weist jedes Fehlverhalten zurück und wird uneingeschränkt mit den Ermittlungen kooperieren.


