
Polen verabschiedet Änderung, die lokalen Regierungen und Wohnungsgenossenschaften erlaubt, Kurzzeitvermietungen zu verbieten
Das polnische Kabinett verabschiedete eine Änderung, die Gemeinden und Wohnungsgenossenschaften die Befugnis zurückgibt, Touristenvermietungen einzuschränken, und setzt die vollständige Umsetzung für 2028 fest.
Lokale Verbotsbefugnisse wiederhergestellt
Der polnische Ministerrat verabschiedete am Mittwoch, den 2. September 2026, eine Änderung des Gesetzesentwurfs zur Regelung kurzfristiger Touristenunterkünfte. Der vom Ministerium für Sport und Tourismus eingebrachte überarbeitete Gesetzesentwurf gewährt Gemeinden, Wohnungseigentümergemeinschaften und Wohnungsgenossenschaften die Befugnis, Kurzzeitvermietungen in ihren Zuständigkeitsbereichen zu verbieten oder einzuschränken. Gemäß den vorgeschlagenen Bestimmungen können Gemeinderäte ausgewiesene Zonen einrichten, die von Kurzzeitvermietungen ausgenommen sind, während Wohnungseigentümergemeinschaften und Genossenschaften Beschlüsse fassen können, die solche Dienstleistungen in bestimmten Wohngebäuden verbieten. Die Maßnahme zielt darauf ab, Probleme im Zusammenhang mit Touristenwohnungen in Wohngebieten anzugehen, darunter nächtlicher Lärm, Störungen und Sachbeschädigungen in Gemeinschaftsbereichen.
Koalitionsstreit und politischer Kompromiss
Die Entscheidung stellt Bestimmungen wieder her, die Anfang des Sommers aus der ersten Version des Gesetzesentwurfs gestrichen worden waren. Im Juli 2026 verabschiedete die Regierung eine Version der Änderung, die kommunale Verbotszonen ausschloss, nachdem der stellvertretende Minister für Sport und Tourismus Ireneusz Raś argumentiert hatte, dass separate Verbotsbefugnisse nicht erforderlich seien. Dieser Schritt stieß innerhalb der Regierungskoalition auf öffentlichen Widerstand, insbesondere von der Ministerin für Fonds und Regionalpolitik Katarzyna Pełczyńska-Nałęcz.
Bei der Einbringung ihres Einspruchs gegen die frühere Streichung kritisierte Pełczyńska-Nałęcz das Fehlen von Kontrollmöglichkeiten für die lokale Regierung.
Der Entwurf gibt den lokalen Regierungen keinerlei Rechte bei der Ausweisung von Airbnb-freien Zonen und den Bewohnern keinerlei Möglichkeit zu entscheiden, ob sie nebenan ein Patho-Hotel haben werden, das sich oft in eine noch schlimmere Einrichtung verwandelt.
Nach Interventionen von Premierminister Donald Tusk einigte sich die Regierungskoalition auf eine Kompromissformulierung, die sowohl die kommunalen Ausweisungsbefugnisse als auch gebäudebezogene Verbote durch Wohnungseigentümergemeinschaften wiederherstellt.
Durchsetzungs- und Registrierungsvorschriften
Nach dem geänderten Gesetz ist eine Kurzzeitvermietung rechtlich als jede Beherbergungsdienstleistung mit einer Dauer von höchstens 30 Tagen definiert. Um die Schattenwirtschaft einzudämmen und die nationalen Standards an die EU-Vorschriften anzupassen, führt der Gesetzesentwurf ein verpflichtendes Zentralregister für alle Kurzzeitvermietungen ein, unabhängig davon, wer sie verwaltet. Eigentümern drohen Geldstrafen, wenn sie ihre Räumlichkeiten nicht registrieren lassen. Der Entwurf erweitert außerdem die Befugnisse von Dauerbewohnern, Genossenschaften und Hausverwaltungen, behördliche Inspektionen hinsichtlich Verstößen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu veranlassen, einschließlich des Rechts, die Abmeldung nicht konformer Objekte zu beantragen. Wenn eine Wohnungseigentümergemeinschaft oder Genossenschaft einen formellen Beschluss fasst, Touristenvermietungen in einem Gebäude zu verbieten, erhält der Eigentümer eine sechsmonatige Übergangsfrist, um die touristischen Vermietungen zu beenden.
Umsetzungszeitplan
Premierminister Donald Tusk sprach vor der Kabinettssitzung zur Regierung, um den erwarteten Zeitplan und die Begründung des Gesetzes darzulegen.
Wo immer Ordnung, Sicherheit und der elementare Komfort der Bewohner bedroht sind, können Entscheidungen zum Ausschluss solcher Geschäfte getroffen werden. Das Gesetz wird erst 2028 in vollem Umfang in Kraft treten, um jedem die Möglichkeit zu geben, sich auf diese Vorschriften vorzubereiten, aber es gibt Bestimmungen in diesem Gesetz, die sofort in Kraft treten, und sie werden in Situationen funktionieren, in denen die Ordnung verletzt wird.
Der gestaffelte Zeitplan soll Kurzzeitvermietern Zeit geben, ihre Geschäftsmodelle anzupassen oder Wohnungen in den langfristigen Wohnungsmietmarkt zu überführen, während den Behörden bei Problemen der öffentlichen Ordnung sofortige Eingriffsbefugnisse eingeräumt werden.
- Regierung verabschiedet Gesetzesentwurf ohne lokale Verbotszonen für Kurzzeitvermietungen
- Kabinett verabschiedet Änderung, die Gemeinden und Genossenschaften Verbotsbefugnisse zurückgibt
- Vollständiges Gesetz zu Kurzzeitvermietungen soll in Kraft treten


