
Polen bestellt russischen Botschafter wegen Hybridangriffen und Drohnenvorfall in Leipzig ein
Warschau überreichte Botschafter Georgi Michno einen formellen Protest in Solidarität mit Deutschland und verwies auf Luftraumverletzungen sowie versuchte Sabotage mit Sprengstoffdrohnen am Flughafen Leipzig.
Diplomatischer Protest in Warschau
Das polnische Außenministerium bestellte am 3. September 2026 den russischen Botschafter Georgi Michno in seinen Warschauer Hauptsitz an der Allee Szucha ein. Polnische Beamte überreichten einen formellen Protest gegen den russischen Staatsterrorismus und die eskalierenden Hybridoperationen in Polen und anderen europäischen Ländern. Außenamtssprecher Maciej Wewiór erklärte, die Einbestellung sei ein Akt der Solidarität mit Deutschland nach den Erkenntnissen über Sabotageoperationen. Polnische Diplomaten äußerten zudem ihren Widerstand gegen wiederholte militärische Provokationen nahe des polnischen Luftraums und wiesen darauf hin, dass russische Militärflugzeuge ohne Identifikationstransponder operieren, was Sicherheitsstandards verletze und die zivile Luftfahrt gefährde.
Angesichts der feindseligen Handlungen der Russischen Föderation stehen die Verbündeten zusammen.
Die Leipziger Drohnenermittlungen
Die diplomatische Aktion folgte auf formelle Erkenntnisse deutscher Sicherheitsbehörden zu Sabotageversuchen an der Verkehrsinfrastruktur. In der Nacht vom 4. auf den 5. August 2026 wurde der Flugbetrieb am Flughafen Leipzig/Halle eingestellt, als Bodenpersonal eine bewaffnete Drohne mit Sprengstoff und Zünder in der Nähe einer ukrainischen Antonow An-124-Frachtmaschine entdeckte. Etwa zur gleichen Zeit kollidierte ein in der Luft befindliches Transportflugzeug in der Nähe von Leipzig mit einem unbekannten Objekt und wich mit geringen Schäden nach Hannover aus. Zehn Tage nach dem ersten Vorfall wurde eine zweite Drohne mit Spuren von militärischem Hexogen in einem Feld in Kabelsketal, etwa fünf Kilometer vom Flughafen entfernt, gefunden. Die Polizei entdeckte zudem eine Antenne, Sprengspuren und Trümmer einer dritten Drohne in einem Wald nahe Kursdorf zwischen den Start- und Landebahnen, was deutsche Ermittler dazu veranlasste, die Ausrüstung mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU in Verbindung zu bringen.
- Sprengstoffdrohne in der Nähe von Antonow-Frachtmaschine am Flughafen Leipzig entdeckt
- Zweite Drohne mit Hexogenspuren in Kabelsketal geborgen
- Deutschland schreibt Angriffe russischem GRU zu und schließt Konsulat in Bonn
- Polen bestellt russischen Botschafter Georgi Michno aus diplomatischer Solidarität ein
Vergeltungsschließungen und russische Reaktion
Nach den Leipziger Ermittlungen kündigte der deutsche Außenminister Johann Wadephul am 1. September 2026 an, dass Deutschland das russische Generalkonsulat in Bonn und das Russische Haus in Berlin schließen werde. Deutsche Behörden hatten zudem einen versuchten Sabotageakt am Stromnetz in Bergheim untersucht, wo die Stromversorgung trotz des Vorfalls stabil blieb. Der russische Präsident Wladimir Putin wies die deutschen Erkenntnisse als erfunden zurück, während russische Behörden die Schließung von Goethe-Instituts-Zweigstellen in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg anordneten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich zu den Schließungen in von Staatsmedien berichteten Kommentaren.
Deutschland hat hier Zweigstellen des Goethe-Instituts: in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Natürlich werden sie geschlossen, nachdem unser Kulturhaus von dort vertrieben wurde. Sonst würden wir uns selbst nicht respektieren.
Erklärungen aus Weimar und Warschau
Der polnische Außenminister und Vize-Ministerpräsident Radosław Sikorski äußerte sich zur Eskalation auf einem Treffen der Außenminister des Weimarer Dreiecks in Weimar, Deutschland. Sikorski erklärte, das Bündnis werde keine Hybridangriffe auf kritische Infrastruktur oder nationale Grenzen tolerieren.
Wir stimmen nicht zu, dass unsere Grenzen ungestraft getestet und feindselige Handlungen auf unseren Territorien verübt werden. Es gibt keine Zustimmung zu Brandstiftung, Angriffen auf Eisenbahnen, Morden und anderen Provokationen. Polen hat den russischen Botschafter auch einbestellt, um unsere entschiedene Verurteilung des von der Russischen Föderation verübten Staatsterrorismus auszudrücken.
Beim Verlassen des Außenministeriums in Warschau sagte Georgi Michno Reportern, die polnischen Behörden hätten keine Beweise vorgelegt, die Moskau mit den Vorfällen in Deutschland oder Polen in Verbindung bringen.
Die russische Seite weist die völlig unbegründete, absurde und dem gesunden Menschenverstand widersprechende Beschuldigung entschieden zurück.


