Zehnköpfiges Pogoń Szczecin hält Zagłębie Lubin nach Platzverweis in der ersten Hälfte 0:0
Pogoń Szczecin holte trotz einer Unterzahl von über einer Stunde nach Filip Čuićs direktem Platzverweis ein 0:0-Auswärtsremis gegen KGHM Zagłębie Lubin.
Platzverweis in der ersten Halbzeit und steigende Spannung
KGHM Zagłębie Lubin und Pogoń Szczecin trennten sich am Samstagabend mit einem 0:0-Unentschieden, wobei die Gäste über eine Stunde lang in Unterzahl spielen mussten. Beide Teams gingen mit sieben Punkten aus ihren ersten vier Saisonspielen in das Ekstraklasa-Duell. Pogoń-Trainer Oscar Garcia veränderte seine Startelf und brachte Husein Ali, Darko Churlinov, Kellyn Acosta und Filip Čuić, um an die ungeschlagene Serie anzuknüpfen. Vor dem Anpfiff äußerte sich Garcia über die mitgereisten Fans.
Wir wissen, dass eine große Gruppe unserer Fans zu diesem Spiel reist, also werden wir diesen Sieg für sie holen wollen.
Die Partie wurde Mitte der ersten Hälfte zu einer aggressiven Auseinandersetzung. In der 23. Minute zeigte Schiedsrichter Paweł Raczkowski dem bosnischen Stürmer Filip Čuić die direkte Rote Karte, nachdem er auf dem Boden liegend Gegenspieler Damian Michalski getreten hatte. Der Platzverweis löste sofortige Proteste auf dem Feld und von der Bank aus, woraufhin Raczkowski vor der Pause sieben Karten verteilte. Ein kurioser Vorfall ereignete sich in der 35. Minute, als Ersatzverteidiger Benjamin Mendy beim Einwärmen hinter der Torlinie den Ball berührte und einen indirekten Freistoß verursachte.
Aberkanntes Tor und Druck in der zweiten Halbzeit
- Kellyn Acosta schießt bei einem Freistoß aus dem Spiel heraus am Tor vorbei
- Filip Čuić erhält die Rote Karte, nachdem er Damian Michalski tritt
- Benjamin Mendy verursacht beim Einwärmen hinter dem Tor einen indirekten Freistoß
- Benjamin Mendy kommt als Einwechselspieler und sieht innerhalb einer Minute die Gelbe Karte
- Sebastian Kerks Nachschuss-Tor wird wegen Abseits aberkannt
Trotz der numerischen Unterlegenheit widerstand Pogoń dem Druck von Zagłębie, dessen Trainer Leszek Ojrzyński mehrere Stammspieler rotiert hatte. Garcia brachte Mendy zu Beginn der zweiten Halbzeit für Churlinov, woraufhin der französische Verteidiger innerhalb von sechzig Sekunden die Gelbe Karte sah. Zagłębie erhöhte das Angriffstempo und schien in der 60. Minute den Bann zu brechen, als Sebastian Kerk einen Abpraller nach einem Schuss von Marcel Reguła verwertete. Der Assistent hob die Fahne wegen Abseits, sodass es beim 0:0 blieb.
Pogoń-Torwart Valentin Cojocaru hielt seine Mannschaft im Spiel, indem er einen direkten Freistoß von Kerk stoppte und einen weiteren Versuch von Reguła abwehrte, nachdem der Flügelspieler Attila Szalai ausgespielt hatte. Auf der anderen Seite verfehlte Pogoń-Kapitän Patryk Dziczek mit einem wuchtigen Volleyschuss knapp den rechten Pfosten von Torwart Zlatan Alomerović.
Seitenlinien-Konfrontation mit Pogoń-Besitzer
Die Spannung auf dem Feld schwappte in der zweiten Halbzeit auf die Seitenlinie über, als Pogoń-Besitzer und Präsident Alex Haditaghi die VIP-Loge des Stadions verließ. Der kanadische Geschäftsmann begab sich zum Behindertenfanbereich vor der Pressetribüne, wo er wiederholt die Absperrung überwand, um den Vierten Offiziellen wegen Schiedsrichterentscheidungen anzubrüllen. Haditaghi geriet auch in einen verbalen Streit mit einem Stadionordner, der ihm mitteilte, dass er sich nicht in diesem Bereich aufhalten dürfe.
Zagłębie gelang es in den Schlussminuten nicht, die Überzahl auszunutzen, da Pogoń Mittelfeldspieler Fredrik Ulvestad zur defensiven Absicherung einwechselte. Der Schlusspfiff besiegelte das zweite torlose Unentschieden in Folge für Zagłębie und verlängerte Pogons ungeschlagene Serie in der Liga.


