
Explosion an Gaspipeline in Syrien legt drei Kraftwerke bei Damaskus lahm
Eine Explosion an einer Gaspipeline in Ost-Ghuta hat am Mittwochabend die Brennstoffversorgung von drei Kraftwerken unterbrochen und die Stromrationierung in ganz Syrien verschärft.
Explosion an Pipeline stoppt Stromerzeugung
Eine Explosion an einer Gaspipeline in Ost-Ghuta hat am Mittwochabend drei Kraftwerke außer Betrieb gesetzt und im Umland von Damaskus ein großes Feuer ausgelöst. Das staatliche syrische Elektrizitätsunternehmen teilte mit, die Detonation habe die entscheidende Gasleitung gekappt, die das Kraftwerk Tischrin versorgt. Der daraus resultierende Verlust des Gasdrucks zwang die Kraftwerke Deir Ali, al-Nasiriyah und Tischrin unmittelbar und gleichzeitig zur Abschaltung. Feuerwehrleute und spezialisierte Einsatzkräfte löschten das Feuer nach mehreren Stunden, sodass technische Teams den Perimeter erreichen und die Explosionsstelle sichern konnten. Offizielle Erklärungen der staatlichen Behörden bestätigten, dass es bei der Explosion und dem anschließenden Brand keine menschlichen Opfer gab.
Untersuchung vor Ort und Schadensbewertung
Techniker und Sicherheitskräfte begannen mit der Begutachtung der physischen Infrastruktur, um das Ausmaß der Zerstörung zu bestimmen und die Anlage für technische Reparaturen vorzubereiten. Energieminister Mohamed al Bashir reiste direkt zur Anlage, um gemeinsam mit Ingenieurteams die betroffenen Bereiche zu inspizieren, sobald die Kühlarbeiten begannen. Al Bashir erklärte, die bestätigten Schäden beschränkten sich auf Pipelineabschnitte und mehrere Hochspannungskabel. Detaillierte Untersuchungen der primären Erzeugungsmaschinen, einschließlich der Hauptturbinen, wurden vorerst zurückgestellt, bis die Anlage vollständig abgekühlt und gesichert war. Die Behörden leiteten eine Untersuchung ein, um festzustellen, ob die Explosion auf ein technisches Versagen oder auf vorsätzliche Sabotage zurückzuführen ist.
Es ist unbekannt, ob es sich um ein technisches Versagen, einen gezielten Angriff oder einen Akt der Sabotage handelte.
Zunehmende Serie von Pipeline-Zwischenfällen
Die Störung vom Mittwoch war der jüngste Vorfall, der das syrische Energienetz betrifft, und ereignete sich zwei Tage, nachdem im Osten des Landes eine weitere Pipeline gekappt worden war. Die staatlichen Energiebehörden führten die Explosion an der Ostpipeline vom Montag auf einen Sabotageakt zurück, der auch die Brennstofflieferungen an Stromerzeugungsanlagen unterbrach. Nach Angaben der Syrischen Erdölgesellschaft wurde das nationale Gastransportnetz in den vorangegangenen sechs Wochen von zwei weiteren Sabotageexplosionen getroffen. Keine Organisation hat die Verantwortung für einen der jüngsten Pipelineangriffe übernommen. Das staatliche Versorgungsunternehmen warnte, der Verlust an Erzeugungskapazität werde landesweit verlängerte tägliche Stromrationierungszeiten erforderlich machen, bis Reparaturen eine schrittweise Wiederinbetriebnahme der drei abgeschalteten Kraftwerke erlauben.
Die Abschaltung dieser Kraftwerke wird zu einem Rückgang der erzeugten Strommenge und zu einer vorübergehenden Erhöhung der Rationierungsstunden führen.
- In ganz Syrien brechen Proteste aus, nachdem die Regierung die Dieselpreise um bis zu 40 % und die Benzinpreise um 28 % erhöht hat.
- Eine Gaspipeline im Osten Syriens wird von einer Explosion getroffen, die auf Sabotage zurückgeführt wird.
- Eine Explosion in Ost-Ghuta setzt die Kraftwerke Deir Ali, al-Nasiriyah und Tischrin außer Betrieb.
Strukturelles Energiedefizit und Proteste gegen Treibstoffpreise
Der Netzausfall verschärft die schweren Treibstoffengpässe und die seit Langem bestehenden Infrastrukturdefizite aus dem Bürgerkrieg von 2011 bis 2024. Vor dem Konflikt erreichte die syrische Gasproduktion für die Stromerzeugung 30 Millionen Kubikmeter pro Tag, doch die heimische Förderung ist auf 8,5 Millionen Kubikmeter pro Tag gefallen. Nach von Al Bashir zitierten Daten benötigen syrische Kraftwerke schätzungsweise 22 bis 25 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Tag, um die grundlegende Nachfrage von Verbrauchern und Industrie zu decken. Die öffentliche Unzufriedenheit über die sich verschlechternde Energieversorgung führte Mitte September zu weitverbreiteten Straßenprotesten. Den Protesten waren staatliche Preisanpassungen vorausgegangen, die die Dieselpreise um bis zu 40 % und die Benzinpreise um 28 % erhöhten – Preiserhöhungen, die Beamte auf steigende globale Energiekosten zurückführten.
- Produktion vor dem Krieg
- 30 Mio. m³/Tag
- Aktuelle Produktion
- 8.5 Mio. m³/Tag

