Konflikte · Enerhodar, Dnipro und Abu Dhabi

AKW Saporischschja verliert externe Stromversorgung und läuft mit Diesel-Notstrom

Europas größtes Kernkraftwerk hat am Sonntag, dem 8. November, seine externe Stromversorgung verloren und kühlt seine Reaktoren nun mit Dieselgeneratoren. Die IAEA erklärt, Ursache und Ort der Unterbrechung seien weiterhin unbekannt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von POLITICO, Ziare.com, europa press und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Enerhodar, Dnipro, Abu Dhabi · Ukraine, Vereinigte Arabische Emirate
Wie es dazu kam
  1. März 2026Leitung Dnieprovskaya nach einem Angriff abgeschaltet und seither nicht wiederhergestellt
  2. 3.11.Beschuss beschädigt Infrastruktur in der Region Dnipropetrowsk, zugleich breiterer Angriff auf Energieanlagen in der gesamten Ukraine
  3. 7.11.Russische Angriffe lassen laut DTEK mehr als 600.000 Menschen in der Region Dnipropetrowsk ohne Strom
  4. 8.11.Leitung Ferrosplavna-1 abgeschaltet, das Kraftwerk wechselt auf Dieselgeneratoren

Das Kraftwerk verliert seine letzte externe Stromleitung

Das Kernkraftwerk Saporischschja, das bei Enerhodar liegt und das größte Kernkraftwerk Europas ist, hat am Sonntag, dem 8. November, seine externe Stromversorgung verloren. Die von Russland eingesetzte Kraftwerksverwaltung teilte mit, automatische Schutzsysteme hätten die Leitung Ferrosplavna-1 abgeschaltet, eine 330-Kilovolt-Verbindung, die die Hilfssysteme speiste, nachdem an ihr ein Schaden festgestellt worden sei. Die sechs Reaktoren vom Typ WWER-1000 mit einer Gesamtleistung von 6.000 Megawatt sind vorsorglich abgeschaltet, benötigen aber weiterhin Strom für Kühlung und Sicherheitsfunktionen. Notstromaggregate auf Dieselbasis hätten diese Last übernommen, und das Personal halte die Betriebsparameter unter Kontrolle, erklärte die Verwaltung in einer im Messenger MAX veröffentlichten Mitteilung. Sie erklärte zudem, die Strahlenwerte im Kraftwerk und in dessen Überwachungszone blieben im Normalbereich.

Dieselreserven und die Warnung der IAEA

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte die Unterbrechung, erklärte jedoch, weder Ursache noch Ort seien bislang bekannt. Nach Angaben der Behörde reichten die derzeitigen Brennstoffreserven aus, um eine „begrenzte Zahl“ von Generatoren „etwa zwei Wochen“ lang zu betreiben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi betonte die Notwendigkeit, die Verbindung zum Netz wiederherzustellen und die Dieselvorräte aufzustocken, damit die nukleare Sicherheit nicht beeinträchtigt werde. Die Hauptleitung Dnieprovskaya war im März nach einem Angriff abgeschaltet worden und ist seither nicht wieder in Betrieb genommen worden. Über den Zeitpunkt einer vereinbarten Waffenruhe gibt es unterschiedliche Angaben: Einige nennen den Juni, andere den September, als Russland und die Ukraine eine Waffenruhe vereinbarten, um Reparaturen zu ermöglichen. Die IAEA hatte damals gewarnt, dass ein Ausgehen des Diesels das Kraftwerk ohne den für die Kühlung nötigen Strom lassen könnte.

Angriffe auf das gesamte Stromnetz

Russische Angriffe auf das ukrainische Stromnetz am Samstag, dem 7. November, haben nach Angaben des Versorgers DTEK mehr als 600.000 Menschen in der Region Dnipropetrowsk ohne Strom gelassen. Der Gouverneur der Region, Oleksandr Hanscha, sagte, Reparaturtrupps würden durch ständigen russischen Beschuss behindert, und Krankenhäuser sowie kritische Infrastruktur seien auf Generatoren angewiesen. Der Stromausfall folgte auf Beschuss am 3. November, der Infrastruktur in der Industrieregion beschädigte, die an aktive Kampfgebiete grenzt, sowie auf einen breiteren Angriff auf Energieanlagen in der gesamten Ukraine am selben Tag. Wolodymyr Selenskyj verurteilte einen in der Nacht zum Sonntagmorgen geflogenen Angriff auf die Region Dnipro und erklärte, die Ausfälle reichten landesweit weit. Er ergänzte:

„Reparaturarbeiten laufen in praktisch jeder betroffenen Stadt und Gemeinde.“

Wolodymyr Selenskyj

Sanktionsdruck und bevorstehende Gespräche

Selenskyj forderte die internationalen Partner auf, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen, um dessen Fähigkeit zu begrenzen, weitere Raketen zu beschaffen oder zu bauen. Er argumentierte, wenn die Abwehr ballistischer Raketen nicht ausreiche, um den ukrainischen Luftraum zu schützen, müssten die Raketen an den Produktionslinien gestoppt werden, und die Maßnahmen müssten in ganz Europa und in den G7-Staaten abgestimmt werden.

Die Angriffe fallen in eine Phase, in der Kiew und Moskau eine weitere Runde von US-vermittelten Friedensgesprächen in Abu Dhabi vorbereiten, die für die Woche ab dem 9. November angesetzt ist. Selenskyjs Aufruf zu abgestimmten Sanktionen fiel in diesen Zusammenhang, da die Gespräche nur wenige Tage nach dem Stromausfall im Kraftwerk Saporischschja stattfinden sollen. Bis die Netzverbindung wiederhergestellt ist, hängt die Kühlung des Kraftwerks von der Dieselversorgung ab.

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