
Christa Pike überlebt gescheiterte Hinrichtung in Tennessee – Notrufe zeigen Verzögerung der Rettung
Am Montag, dem 12. Oktober, veröffentlichte Aufnahmen zeigen, dass Gefängnispersonal und Notrufzentrale etwa eine halbe Stunde lang über einen Notruf aus dem Inneren von Riverbend stritten, bevor die Rettungskräfte hineingelassen wurden.
Die gescheiterte Hinrichtung
Christa Pike, 50, erhielt am 30. September im Riverbend Maximum Security Institution in Nashville, Tennessee, zwei Dosen Pentobarbital. Dort verbüßte sie eine Todesstrafe wegen eines Mordes aus dem Jahr 1995, den sie mit ihrem damaligen Freund begangen hatte. Den Berichten zufolge sollte die erste Dosis sie töten, tat dies aber nicht, und eine zweite Injektion wurde verabreicht, während sie auf dem Hinrichtungstisch festgeschnallt war. Sie überlebte, und es wird angenommen, dass sie die einzige Person ist, die einen Versuch einer Hinrichtung durch tödliche Injektion überlebt hat. Die Associated Press erhielt die Aufnahmen der Notrufe über eine Anfrage nach öffentlichen Unterlagen, und das Material wurde am Montag, dem 12. Oktober, veröffentlicht. Das Tennessee Department of Correction hat nicht mitgeteilt, welche Fehler während des Versuchs dokumentiert wurden.
Die Notrufe
Der erste Notruf wurde am 30. September um 20:40 Uhr registriert, etwas mehr als eine Stunde nach Beginn der Injektionen, und kam aus dem Inneren von Riverbend. Der Anrufer sagte, die Frau sei bewusstlos und atme nicht normal, konnte aber den zur Überprüfung des Anrufs erforderlichen Code nicht nennen, sodass die Disponenten den Anruf als Fehlalarm behandelten. Nach staatlichem Recht wurde der erste Anruf nur als schriftliches Protokoll veröffentlicht, während das Nashville Emergency Communications Department weitere Aufnahmen mit einigen entfernten Fragmenten publizierte. Um 21:03 Uhr teilte ein Disponent mit, dass Vorgesetzte den Anruf für falsch hielten und keine medizinische Hilfe erforderlich sei. Die zentrale Leitstelle des Gefängnisses teilte der Notrufzentrale mit, dass eigentlich ihre Behörde den Anruf hätte tätigen müssen, sie ihn aber nicht getätigt habe.
Rettung durch Überprüfung aufgehalten
Gegen 21:07 Uhr meldete ein Rettungskräfte über Funk, dass ein Staatsbediensteter am Gefängnistor sagte, der Anruf sei echt, und forderte, dass sie hineingehen. Um 21:08 Uhr rief Kelly Gleason, eine von Pikes Anwältinnen, den Notruf an, um die Rettungskräfte zum Eingreifen zu bewegen, und sagte, ihre Mandantin sei bewusstlos, atme schwer und lebe noch. Die Sanitäter konnten das Gefängnis nicht ohne die Anwesenheit eines State Troopers betreten, daher bat ein Disponent gegen 21:11 Uhr die Tennessee Highway Patrol, einen zu entsenden. Gefängnisbeamte bestätigten etwa zur selben Zeit, dass die Anfrage echt war, und ein AP-Reporter sah um 21:14 Uhr einen Krankenwagen und mehrere Feuerwehrfahrzeuge das Gefängnisgebäude erreichen. Die Quellen beschreiben die Verzögerung als etwa eine halbe Stunde.
Pikes Zustand und das Protokoll
Um 21:34 Uhr, als Sanitäter Pike ins Krankenhaus brachten, bat einer von ihnen die Notrufzentrale, sicherzustellen, dass das Gefängnispersonal wisse, wohin sie gebracht werde, und verwies auf die Verwirrung. Pike verbrachte etwa zehn Tage im Krankenhaus, wo sie tagelang intubiert und ans Bett gefesselt war, mit von den Nadeln verbrannten und mit Blasen bedeckten Armen. Nach ihrer Entlassung wurde sie in ihre Zelle in Riverbend zurückgebracht, und es ist unklar, wie sie derzeit behandelt wird. Ihre Anwältinnen sagten, das Pentobarbital sei wahrscheinlich unter die Haut statt in den Blutkreislauf gelangt, und warnten, dass sie einen langen Genesungsweg vor sich habe. Focus berichtet, dass das Protokoll für tödliche Injektionen in Tennessee nach dem gescheiterten Versuch erneut überprüft wird.
- Erster Notruf aus dem Inneren von Riverbend; Anrufer kann keinen Verifizierungscode nennen und wird als Fehlalarm behandelt
- Disponent teilt mit, dass Vorgesetzte den Anruf für falsch halten und keine medizinische Hilfe nötig sei; zentrale Leitstelle des Gefängnisses sagt, sie habe den Anruf nicht getätigt
- Rettungskraft meldet, dass ein Staatsbediensteter am Gefängnistor sagt, der Anruf sei echt, und Einlass fordert
- Anwältin Kelly Gleason ruft den Notruf an und bittet Rettungskräfte, für Pike einzugreifen
- Gefängnisbeamte bestätigen, dass der Anruf authentisch ist, und Rettungskräfte dürfen hinein
- Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge erreichen das Gefängnisgebäude, gesehen von einem AP-Reporter
- Sanitäter bringen Pike ins Krankenhaus und bitten die Notrufzentrale sicherzustellen, dass das Gefängnispersonal weiß, wohin sie gebracht wird


