
Spaniens Kongress verabschiedet Pflegereform, sichert 50% Staatsfinanzierung und 6,2 Milliarden Euro zu
Das spanische Abgeordnetenhaus stimmte am 14. Juli 2026 dafür, dass die Zentralregierung die Hälfte aller regionalen Pflegeausgaben finanziert, und gab 6,2 Milliarden Euro an neuen Mitteln bis 2027 frei.
Was geschah
Am Dienstag, dem 14. Juli 2026, verabschiedete der spanische Kongress eine umfassende Reform der nationalen Pflege- und Behindertengesetze. Die Reform erhielt 179 Stimmen von den regierenden Sozialisten (PSOE), ihrem kleineren Koalitionspartner Sumar und ihren parlamentarischen Verbündeten. Die konservative Volkspartei (PP) enthielt sich mit 137 Stimmen, während die rechtsextreme Partei Vox die einzigen 33 Gegenstimmen abgab. Das Gesetz geht nun zur endgültigen Zustimmung in den Senat.
Zeitplan der Reform
Der Weg zur Abstimmung begann im Juni, als der Ministerrat das Dekret-Gesetz und den Reformvorschlag billigte, gefolgt von einer Ausschussabstimmung am 9. Juli und der Plenarsitzung am Dienstag.
- Ministerrat billigt Dekret-Gesetz und Reformvorschlag
- Kongressausschuss verabschiedet Reform mit 20-17 Stimmen
- Kongressplenum bestätigt Dekret-Gesetz (317-33) und verabschiedet Reformgesetz (179-137-33)
- Zusätzliche 6,2 Milliarden Euro fließen in das Pflegesystem
- Staatsinvestition erreicht 7,239 Milliarden, 50%-Ziel erreicht
Finanzierungszusagen
Die Reform verankert eine gesetzliche Verpflichtung des Zentralstaats, 50 % aller regionalen Pflegeausgaben zu decken, gegenüber 27 % im Jahr 2024. Um dieses Ziel zu erreichen, bestätigte die Regierung zudem ein königliches Dekret-Gesetz, das dem System in den Jahren 2026 und 2027 zusätzliche 6,2 Milliarden Euro zuführt. Die Gesamtinvestition soll 2027 7,239 Milliarden Euro erreichen. Das Dekret-Gesetz wurde mit 317 Stimmen angenommen, darunter Unterstützung von der PP, und nur Vox stimmte dagegen.
- 2024
- 27 %
- Nach der Reform
- 50 %
Politische Dynamik
Die PP begründete ihre Enthaltung bei der Reform selbst mit der Frage, ob die Regierung die versprochenen Mittel ohne formellen Haushalt bereitstellen könne.
Wir werden dafür stimmen, weil wir die Bedeutung öffentlicher Ressourcen verstehen.
Doch die Gesundheitssprecherin der PP beschuldigte die Exekutive, „etwas zu versprechen, von dem sie weiß, dass sie es morgen nicht bezahlen kann." Vox' María Ruiz wies die Maßnahmen als „Täuschung" zurück. Trotz der Spannungen begrüßte Sozialrechtsminister Pablo Bustinduy die teilweise Unterstützung der PP und nannte ihre Stimme zur Finanzierung ein „Ja für ein besseres Leben von Millionen Menschen."
Vision des Ministers
Bustinduy bezeichnete den Umbau als die größte Sozialreform in Spanien in diesem Jahrhundert und verglich sie mit der Schaffung der öffentlichen Renten-, Gesundheits- und Bildungssysteme.
Der 14. Juli wird jahrzehntelang als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem das Pflegesystem neu gegründet wurde.
Er betonte eine Abkehr von großen, isolierten Pflegeheimen hin zu einem rechtebasierten Modell, das es den Menschen ermöglicht, in ihren eigenen Wohnungen zu altern. Laut dem Minister wollen 90 % der Bevölkerung zu Hause alt werden.
Nächste Schritte
Der Reformgesetzentwurf geht zur endgültigen Verabschiedung in den Senat. Nach Inkrafttreten werden die zusätzlichen 6,2 Milliarden Euro sofort fließen, um Wartelisten zu verkürzen, die Arbeitsbedingungen im Pflegesektor zu verbessern und den staatlichen Finanzierungsanteil dauerhaft auf 50 % festzulegen. Das Gesetz erweitert zudem den Leistungskatalog und stärkt die Rechte von Pflegekräften und pflegebedürftigen Personen.


