Amanal Petros gewinnt Marathon-Gold bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham mit Meisterschaftsrekord
Der deutsche Läufer Amanal Petros holte sich seinen ersten großen internationalen Titel mit Marathon-Gold bei den Europameisterschaften in Birmingham. Er finishte in einer Meisterschaftsrekordzeit von 2:09:11 nach einem Sololauf von fast 20 Kilometern.
Petros holt ersten großen Titel
Amanal Petros gewann am 16. August Marathon-Gold bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham und absolvierte die 42,195 km lange Strecke in einer Meisterschaftsrekordzeit von 2:09:11. Der 31-jährige Deutsche lag sieben Sekunden vor dem Italiener Pietro Riva (2:09:18), der Israeli Gashau Ayale wurde Dritter in 2:09:21. Der Sieg bringt Petros seinen ersten internationalen Seniorentitel, elf Monate nachdem er bei den Weltmeisterschaften in Tokio knapp Gold verpasst hatte und sich mit Silber begnügen musste. Vor vier Jahren in München war Petros knapp Vierter geworden und hatte das Podium knapp verpasst.
Entscheidender Sololauf
Petros setzte sich etwa 15 km vor dem Ziel auf einem anspruchsvollen Kurs durch das Stadtzentrum von Birmingham von der Spitzengruppe ab. Die Strecke bestand aus einer hügeligen 5-km-Runde mit steilen Anstiegen und etwa 120 Kurven, die achtmal absolviert wurde. Nach einigen Kilometern hatten sich Petros, Ringer und Fitwi an die Spitze gesetzt, wo sich eine Führungsgruppe bildete. Simon Boch stieß später zu ihnen. Petros startete dann einen Angriff, auf den niemand antworten konnte, und lief fast 20 km allein ins Ziel. Auf den letzten Metern konnte er sich schonen, ohne an sein Limit zu gehen, und überquerte die Ziellinie dennoch schneller als je zuvor bei einem EM-Marathon.
- Europameisterschaften in München: Petros wird Vierter, Richard Ringer gewinnt Gold
- Europameisterschaften in Rom: Aufgrund der Olympischen Spiele nur Halbmarathon ausgetragen, Petros holt Bronze
- Weltmeisterschaften in Tokio: Petros gewinnt Silber, verpasst Gold knapp im Fotofinish
- Valencia: Petros holt deutschen Rekord mit 2:04:03 zurück
- Europameisterschaften in Birmingham: Petros gewinnt Gold in Meisterschaftsrekordzeit 2:09:11
- Amanal Petros (GER)
- 7711 Sekunden
- Pietro Riva (ITA)
- 7718 Sekunden
- Gashau Ayale (ISR)
- 7721 Sekunden
Petros sagte, das Rennen sei enorm schwer gewesen, aber seine Vorbereitung habe sich ausgezahlt.
Das Rennen war furchtbar, furchtbar hart. Aber mit ein wenig Rotwein bin ich schnell wieder auf den Beinen.
Auf die Frage, wie viel Wein, rechnete er grinsend vor: "eins, zwei, drei Gläser". Er fügte hinzu, dass sein Plan gewesen sei, das Rennen früh zu entscheiden, und dass sein Höhentraining in Kenia entscheidend gewesen sei. Er habe die ganze Zeit alles unter Kontrolle gehabt.
Deutscher Teamerfolg
Samuel Fitwi wurde als zweitbester Deutscher Neunter, während Richard Ringer, der 2022 in München EM-Gold gewonnen hatte, Zehnter wurde. Das deutsche Trio mit Petros, Fitwi und Ringer sicherte sich Silber in der Mannschaftswertung. Petros ist erst der zweite Deutsche, der den EM-Marathon-Titel gewinnt, nach Ringer. Bei den Europameisterschaften 2024 in Rom, wo aufgrund der Olympischen Spiele nur ein Halbmarathon ausgetragen wurde, hatte Petros Bronze gewonnen. Im Dezember holte er sich in Valencia mit einer Zeit von 2:04:03 auch den deutschen Rekord zurück.
Frauenrennen
Die Finnin Alisa Vainio gewann den Marathon der Frauen in 2:22:26 mit einer dominanten Start-Ziel-Leistung. Die beste Deutsche war Laura Hottenrott auf Platz 16 (2:31:15). Das deutsche Frauenteam landete nicht unter den ersten drei der Mannschaftswertung. Die Frauen starteten 40 Minuten vor den Männern bei Temperaturen von etwa 14 Grad Celsius.
Vom Flüchtling zum Champion
Petros wurde 1995 in Eritrea geboren, floh mit seiner Mutter im Alter von zwei Jahren nach Äthiopien und erreichte mit 16 Jahren Deutschland, wo er in einer Asylbewerberunterkunft in Bielefeld untergebracht wurde. Er erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft und schloss sich dem Verein Hannover 96 an. Er dient als Sportsoldat in der Bundeswehr und wurde vom Sportmagazin der Bundeswehr als "Pistorius' zähester Infanterist, was das Tempo angeht" beschrieben. Nach Silber in Tokio und einem vierten Platz in München markiert der Titel in Birmingham seinen Aufstieg an die Spitze des europäischen Marathonlaufs.


