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Regierung·vor 2 Std.

Sejm stimmt dafür, medizinische Gehälter an die PESEL zu koppeln – nach 1,6-Millionen-Złoty-Arztskandal

Der polnische Sejm hat am Freitag ein Gesetz verabschiedet, das die anonyme Meldung von Gehältern im Gesundheitswesen beendet und jeden Vertrag mit der nationalen Identifikationsnummer des Inhabers verknüpft. Die Abstimmung mit 253 Ja-Stimmen und keiner Gegenstimme wurde durch den Fall eines jungen Arztes beschleunigt, der im Jahr 2025 1,6 Millionen Złoty verdient hatte.

Die Abstimmung

Am Freitag stimmte der Sejm mit 253:0 bei 177 Enthaltungen für einen Regierungsentwurf, der der Agentur für Gesundheitsbewertung und Tarifierung (AOTMiT) Zugang zu personalisierten Gehaltsdaten des medizinischen Personals verschafft. Das Gesetz wurde nach einer Medienenthüllung auf dem Portal Zero.pl beschleunigt durchgewunken.

Der Kacprzyk-Skandal

Der Fall, der die Gesetzgebung beschleunigte, betrifft Dawid Kacprzyk, einen Arzt in der Facharztausbildung, der gleichzeitig als Stadtrat der Bürgerkoalition (KO) tätig war. Im Jahr 2025 verdiente er 1,6 Millionen Złoty, hauptsächlich durch Arbeit am Warschauer Südkrankenhaus. Nach der Enthüllung verließ er am Montag (15. Juni) die Partei, legte am Donnerstag sein Kreistagsmandat nieder und zahlte 500.000 Złoty an das Krankenhaus zurück.

Schlüsselereignisse in der Affäre um Kacprzyk und der gesetzgeberischen Reaktion
  1. Dawid Kacprzyk verlässt die Bürgerkoalition.
  2. Kacprzyk legt sein Mandat im Bezirksrat Ursus nieder und zahlt 500.000 Złoty an das Krankenhaus zurück.
  3. Der Sejm verabschiedet das PESEL-Gehaltsgesetz mit 253 Ja-Stimmen, keiner Gegenstimme und 177 Enthaltungen.

Was das Gesetz ändert

Seit 2022 sammelt die AOTMiT anonymisierte Daten über die Vergütung im Gesundheitssektor, konnte aber nicht nachvollziehen, wie viel eine einzelne Person über mehrere Verträge oder Einrichtungen hinweg verdient. Nach den neuen Regeln müssen Krankenhäuser bei jeder Zahlungsmeldung die PESEL-Nationalidentifikationsnummer oder die Berufszulassungsnummer angeben. Das Gesundheitsministerium erklärt, dass die Änderung keine Zusatzkosten verursache, da vorhandene IT-Systeme genutzt werden. Der nächste Meldezyklus fällt auf Oktober.

Ich möchte diese Gehälter rationalisieren und (hoffentlich isolierte) skandalöse Situationen verhindern. Dies verdeutlicht kaum ein viel breiteres Problem. Wir müssen mit der ärztlichen Selbstverwaltung und allen Beteiligten zusammenarbeiten, um die wachsende Verdachtswelle zu stoppen. Transparenz bei den Einkünften, ihrer Rechtfertigung und dem, wofür sie gezahlt werden, liegt im eigenen Interesse der Ärzte.

Politische Reaktionen

Der Gesetzentwurf wurde von der Regierungskoalition (KO, PSL, Linke, Polen 2050) unterstützt. Recht und Gerechtigkeit (PiS) reichte Änderungsanträge ein, etwa für ein zentrales öffentliches Portal für Ausschreibungsangebote, blockierte die Abstimmung letztlich jedoch nicht. Die Konföderation lehnte das Gesetz ab und warnte vor möglichem Datenmissbrauch. Die linke Abgeordnete Joanna Wicha argumentierte, dass Gehaltsdaten allein die Systemprobleme nicht beheben würden, und forderte die Einführung von Höchststundensätzen, verbindlichen Arbeitszeitaufzeichnungen und einem Verbot der Vermischung von öffentlicher und privater Praxis.

Ärztegehälter in Zahlen

Daten der AOTMiT zeigen, dass 73 % der Fachärzte zivilrechtliche Verträge statt Arbeitsverträge haben. Das monatliche Bruttomedianeinkommen eines Vertragsarztes liegt bei 25.595 Złoty, verglichen mit 23.666 Złoty für einen angestellten Facharzt. Etwas mehr als 1 % der Vertragszahlungen übersteigen 100.000 Złoty, während nur 0,2 % der Gehälter von Angestellten diese Höhe erreichen. Vertragsärzte sind selbstständige Unternehmer, die Krankenhäusern pro Stunde oder pro Behandlung in Rechnung stellen.

Monatliches Bruttomedianeinkommen von Fachärzten (PLN) · PLN
Vertragsarzt/-ärztin
25595 PLN
Angestellte/r Facharzt/-ärztin
23666 PLN
Warschau

5 Quellen

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