
Carlota Pereda eröffnet Sitges mit dem Thriller Found Alive – als erste Spanierin
Der englischsprachige Thriller der spanischen Regisseurin mit Chloë Grace Moretz in der Hauptrolle wurde am Donnerstag, dem 8. Oktober, beim 59. Sitges-Festival uraufgeführt und ist der erste Film einer Spanierin, der die Veranstaltung eröffnet.
Eröffnungsabend in Sitges
Carlota Pereda hat am Donnerstag, dem 8. Oktober, mit Found Alive das 59. Festival Internacional de Cine Fantástico de Catalunya in Sitges eröffnet. Das Festival wurde 1968 gegründet, und die erste Frau, die es eröffnete, war Mary Harron mit American Psycho im Jahr 2000. Pereda ist die vierte Frau, die das Festival eröffnet, nach Harron, Ana Lily Amirpour und Julia Ducournau. Found Alive konkurriert zudem um den Preis für den besten Film in der offiziellen Sektion.
Der Film ist ein englischsprachiger Thriller, der in Utah gedreht wurde und auf Carla Nortons Roman The Edge of Normal basiert, der bislang nicht auf Spanisch erschienen ist. Chloë Grace Moretz spielt Reeve LeClaire, die als Jugendliche entführt und in einem Keller gefangen gehalten wurde. Zehn Jahre nach ihrer Flucht erklärt sie sich bereit, einer anderen Überlebenden zu helfen, die gerade gerettet wurde. Rupert Friend spielt ihren Psychiater. Das Drehbuch stammt von Lori Evans Taylor, und die spanische Firma Nostromo gehört zu den Produzenten.
Eine Karriere im Zeichen des Genres
Pereda, geboren in Madrid und mit bürgerlichem Nachnamen Martínez-Pereda, arbeitete jahrelang als Drehbuchautorin und Regisseurin für Fernsehserien, bevor sie zum Spielfilm wechselte. Ihr Kurzfilm Cerdita gewann 2019 den Goya für den besten Kurzfilm. Die Spielfilmfassung wurde 2022 in Sitges uraufgeführt, wo sie die Méliès d'Or für den besten europäischen Fantastik-Spielfilm gewann. Ihr nächster Film, La ermita, wurde 2023 beim Festival uraufgeführt. 2024 saß sie in der Jury der offiziellen Sektion, die ihren Hauptpreis an El baño del diablo vergab.
- Cerdita gewinnt den Goya für den besten Kurzfilm
- Die Spielfilmfassung von Cerdita wird in Sitges uraufgeführt und gewinnt die Méliès d'Or
- La ermita wird in Sitges uraufgeführt
- Found Alive eröffnet das 59. Festival von Sitges
Finanzierung und weibliches Talent
Auf der Pressekonferenz sagte Pereda, es sei für eine Frau „doppelt kompliziert“, in Spanien eine Finanzierung für einen Genrefilm zu sichern. Sie bat Produzenten, weibliches Talent zu unterstützen und sich dafür einzusetzen, dass deren Projekte realisiert werden, und hob Projekte der Festivalinitiative WomanInFan hervor. In einem Interview mit La Vanguardia sagte sie, Spanien habe Talent und Projekte, aber es fehle der Mut, sie zu unterstützen, und das Problem liege nicht nur bei den Produzenten.
Im Ausland sehen wir viel mehr Frauen, die Genrekino machen.
Pereda sagte, sie sei bei vielem die Erste gewesen, und hoffe, dass die Liste weiter wachse. In einem Interview mit El Periódico sagte sie:
Ich hoffe, dass noch viele nach mir kommen.
Die Eröffnungszeremonie
Die Gala würdigte Julio Fernández, den Gründer von Filmax, der im November 2025 starb. Seine Töchter Laura und Sandra Fernández nahmen die Ehrung entgegen. Festivaldirektor Ángel Sala und Stiftungsdirektorin Mònica Garcia beschrieben seine Verbindung zu Sitges, wo er Titel wie Darkness und Rec präsentierte, und nannten ihn einen Visionär. David Gregory, Regisseur und CEO von Severin Films, erhielt den Branchenpreis. Auch der Kurzfilm Homing von Lizzie Atherton und Hansel Rodrigues wurde gezeigt. Sala und Garcia sagten, die Ausgabe sei besonders, weil sie kurz vor dem 60-jährigen Bestehen des Festivals liege, und verwiesen auf Gäste wie Peter Jackson und einen starken Schwerpunkt auf weiblichem Talent.
Reaktionen und was als Nächstes kommt
Pereda sagte, die Einladung nach Sitges sei eine Ehre, und das Festival habe darum gebeten, sie in seine Geschichte aufzunehmen. Zur Reaktion des Publikums sagte sie:
Ich wünsche mir, dass das Publikum den Film annimmt und feiert, denn am Ende machen wir Filme für sie. Aber er ist nun fertig, und ich kann nichts weiter tun.
Found Alive konkurriert in der offiziellen Sektion um den Preis für den besten Film. Pereda arbeitet zudem an einem vierten Spielfilm, den sie als Genre beschrieb, auch wenn er nicht reines Genre sei; das Thema hat sie noch nicht verraten.


