
Ghana protestiert offiziell gegen Kanadas ‚äußerst unfaire‘ Visumverweigerung für Thomas Partey am Vorabend des WM-Auftakts
Die ghanaische Regierung hat offiziell Protest gegen Kanada eingelegt, nachdem Mittelfeldspieler Thomas Partey ein Einreisevisum für die Weltmeisterschaft verweigert wurde. Sie beruft sich dabei auf den Grundsatz der Unschuldsvermutung und bezeichnet die Entscheidung als ‚äußerst unfair‘. Der 33-Jährige (einige Quellen nennen 32) wird Ghanas Auftaktspiel gegen Panama am 17. Juni in Toronto verpassen.
Ghanas offizieller Protest
Das ghanaische Außenministerium gab am Samstag (13. Juni) eine scharf formulierte Erklärung heraus, nachdem Kanada Thomas Partey die vorübergehende Aufenthaltserlaubnis für die Weltmeisterschaft verweigert hatte. Außenminister Sam Okudzeto Ablakwa bezeichnete die Entscheidung als ‚willkürlich‘ und ‚äußerst unfair‘ und erklärte, dass eine offizielle Protestnote an die kanadischen Behörden übergeben worden sei. Das Ministerium verfolgt diplomatische und rechtliche Schritte, um die Entscheidung rückgängig zu machen, darunter eine mögliche Klage vor dem kanadischen Bundesgericht.
Ghana ist der Ansicht, dass die Berufung auf unbewiesene Anschuldigungen ohne gerichtliche Entscheidung grundlegende Fragen der Fairness und Verhältnismäßigkeit aufwirft.
Kanadas rechtliche Grundlage
Die kanadische Einwanderungsbehörde (Immigration, Refugees and Citizenship Canada, IRCC) berief sich auf Paragraph A36(1)(c) des Einwanderungs- und Flüchtlingsschutzgesetzes, der die Unzulässigkeit aus Gründen schwerer Kriminalität für eine im Ausland begangene Tat vorsieht, die mit mindestens zehn Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Ein Sprecher erklärte, alle Visumanträge würden individuell auf der Grundlage der Fakten und des Gesetzes geprüft, und die Ausrichtung eines Großereignisses ändere nichts an den Einwanderungsbestimmungen. Die FIFA bestätigte, dass sie nicht in die Visumentscheidungen der Gastgeberländer eingebunden sei.
Parteys bevorstehender Prozess im Vereinigten Königreich
Dem Mittelfeldspieler von Villarreal, ehemals Arsenal, werden sieben Fälle von Vergewaltigung und ein Fall von sexueller Nötigung im Zusammenhang mit Vorwürfen von vier Frauen zwischen 2020 und 2022 vorgeworfen. Er plädierte auf nicht schuldig in allen Anklagepunkten. Der Prozess ist für 2027 im Vereinigten Königreich angesetzt. Ghanas Erklärung bekräftigte den ‚grundlegenden Rechtsgrundsatz der Unschuldsvermutung‘.
Auswirkungen auf das Turnier
Da die ghanaische Mannschaft ihr Quartier in Boston aufgeschlagen hat, konnte Partey in die Vereinigten Staaten einreisen, kann aber nicht nach Toronto zum Auftaktspiel der Gruppenphase gegen Panama am 17. Juni reisen. Die FIFA bestätigte jedoch, dass er für die folgenden Spiele der Gruppe L spielberechtigt ist, die beide in den USA stattfinden: gegen England am 23. Juni im Gillette Stadium in Boston und gegen Kroatien am 27. Juni im Lincoln Financial Field in Philadelphia. Das Team traf am 4. Juni in Washington D.C. ein und zog später in ein Trainingslager in Rhode Island.
- Partey und die ghanaische Mannschaft treffen im Trainingslager in Washington D.C. ein.
- Ghana übergibt die offizielle Protestnote an das kanadische Außenministerium.
- Es wird bekannt, dass Partey die Einreise nach Kanada verweigert wurde.
- Das ghanaische Außenministerium gibt eine öffentliche Erklärung ab, in der es die Visumverweigerung verurteilt.
- Ghana trifft in Toronto auf Panama; Partey steht nicht zur Verfügung.
- Ghana gegen England im Gillette Stadium, Boston – Partey spielberechtigt.
- Ghana gegen Kroatien im Lincoln Financial Field, Philadelphia – Partey spielberechtigt.
- Parteys Prozess wegen Vergewaltigungs- und sexueller Nötigungsvorwürfe soll im Vereinigten Königreich stattfinden.
In einer separaten Visumskontroverse wurde dem somalischen Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan diese Woche die Einreise in die USA wegen angeblicher Terrorverbindungen verweigert.

