Migration · Arguineguín
Papst Leo XIV. verurteilt Gleichgültigkeit gegenüber Migrantentoten bei Gedenkfeier auf den Kanaren
Vom Hafen von Arguineguín auf den Kanarischen Inseln aus warf Papst Leo XIV. Blumen ins Meer und verurteilte „die Gleichgültigkeit vieler Einzelner“ gegenüber den Tausenden von Migranten, die bei der Überquerung des Atlantiks von Afrika aus sterben.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von SWI swissinfo.ch, La Libre.be, France 24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Vom Hafen von Arguineguín aus warf Leo XIV. Blumen ins Meer und verurteilte „die Gleichgültigkeit vieler Einzelner“, die zulassen, dass Migranten ertrinken oder ausgebeutet werden.
Eine nigerianische Frau berichtete, dass sie von einem Schlepper geschwängert wurde und ihr Neugeborenes weggenommen wurde, um sie bei der Ankunft in Spanien zur Prostitution zu zwingen.
Die IOM zählte im vergangenen Jahr 1.172 Tote oder Vermisste auf der Route, während die Ankünfte von etwa 50.000 im Jahr 2024 auf knapp 18.000 zurückgingen.
Leo XIV. forderte die Herkunftsländer auf, Frieden und Gerechtigkeit zu schaffen, und berief sich dabei sowohl auf das Recht auf Migration als auch auf das Recht, in der Heimat zu bleiben.

Ein symbolischer Tribut in Arguineguín
Papst Leo XIV. wählte den Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria, einen Ort, der seit 2020 berüchtigt ist, als dort während der Pandemie über 3.000 Migranten zusammengepfercht waren, um an Europas Küsten eine deutliche Botschaft zu überbringen. Er trat ans Wasser und warf einen Blumenstrauß ins Meer, eine Geste für die Tausenden, die auf der Atlantiküberquerung von Afrika ertrunken sind. Dann stand er schweigend da, den Wellen zugewandt. Der Papst war zuvor in Las Palmas de Gran Canaria gelandet, um die zweitägige letzte Etappe seiner einwöchigen Spanienreise zu absolvieren.
„Noch heute durchstreifen Ungeheuer diese Meere: Mafias, die mit der Verzweiflung handeln, Schlepper, die Frauen und Kinder versklaven, und die Gleichgültigkeit vieler Einzelner, die zulassen, dass die Armen von Ausbeutung oder Vergessenheit verschlungen werden.“
Der brutale Bericht eines Opfers
Vor der Rede hörte der Pontifex einen Brief, den eine nigerianische Frau, die den Menschenhandel überlebt hat, vorlas. Ihre Worte, aus dem Original übersetzt, legten die Grausamkeit der Netzwerke offen, die Migranten ausbeuten.
„Während der Reise wurde ich von einem Mann aus der Mafia schwanger. Als ich in Spanien ankam, wurde mir mein Baby weggenommen, um mich zur Prostitution zu zwingen.“
Die politische Doppelbotschaft des Papstes
Im Beisein von Premierminister Pedro Sánchez verband Leo XIV. seine Verurteilung der Schlepper mit einem breiteren politischen Appell. Er forderte die Herkunftsländer der Migranten auf, „Bedingungen des Friedens, der Gerechtigkeit und der Entwicklung zu schaffen“, und bestand gleichzeitig auf „dem Recht auf Zuflucht“ und ebenso „dem Recht, in der Heimat zu bleiben“. Die doppelte Betonung greift die Kirchenlehre auf, erfolgt jedoch inmitten heftiger europäischer Debatten über Migration. Der Papst sagte, diejenigen, die die Reise überleben, trügen „Träume, die niemand zu verachten hat“.
Ein tödlicher Atlantikkorridor
Die Route von der Küste Afrikas zu den Kanaren bleibt eine der tödlichsten. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration starben oder verschwanden 2025 auf der Überfahrt 1.172 Migranten. Das spanische Innenministerium verzeichnete in diesem Jahr knapp 18.000 Ankünfte auf dem Archipel, ein starker Rückgang gegenüber fast 50.000 im Jahr 2024. Anders als die kürzeren Mittelmeerüberquerungen zwingt die Atlantikroute die zerbrechlichen Boote dazu, Tage, manchmal Wochen, auf starken Strömungen auf See zu verbringen. Der Papst beschrieb die Gewässer als „Friedhöfe ohne Grabsteine“, aus denen sowohl Lebende als auch Tote aus dem Meer gezogen werden.
- 2024
- 50000 Personen
- 2025
- 18000 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Die letzte Etappe einer spanischen Pilgerreise
Der Besuch markiert sowohl den Abschluss der Reise von Leo XIV., die ihn auch nach Madrid und Barcelona führte, als auch die Erfüllung eines Wunsches seines Vorgängers, Papst Franziskus, der beabsichtigt hatte, auf die Kanaren zu reisen, aber vor einem Jahr starb. Am zweiten Tag soll der Papst Migrantengemeinschaften auf der Insel treffen, was den politischen Aussagen des ersten Tages eine pastorale Begegnung hinzufügt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- SWI swissinfo.chCanaries: le pape dénonce l'indifférence face au sort des migrants
- La Libre.beAux Canaries, le pape dénonce "l'indifférence" du monde face au sort des migrants
- France 24Aux Canaries, le pape dénonce "l'indifférence" du monde face au sort des migrants
- Le SoirAux Canaries, le pape lance des fleurs en mer en hommage aux migrants morts (photos)
- Pope Leo XIV
- Oberhaupt der katholischen Kirche, auf einem Besuch der Kanarischen Inseln
- Pedro Sánchez
- Premierminister von Spanien, anwesend bei der Rede des Papstes
- Pope Francis
- Vorgänger von Leo XIV., starb ein Jahr vor diesem Besuch
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