KI-generiert·Mehr erfahren
© EL MUNDO
Sicherheit·vor 2 Std.

Papst Leo XIV. besucht Montserrat zum tausendjährigen Jubiläum des Klosters, ruft zu Frieden in der öffentlichen Debatte auf und lobt die katalanische Integration

Papst Leo XIV. besuchte am Mittwoch die Benediktinerabtei Montserrat zu deren tausendjährigem Jubiläum und nutzte den Anlass, um ein Ende der „verletzenden Worte“ in Politik und Alltag zu fordern, während er Katalonien für die Aufnahme von Migranten dankte.

Ein historischer Besuch in einem spirituellen Herzen

Papst Leo XIV. traf am Mittwoch, dem 10. Juni 2026, per Helikopter in der Abtei von Montserrat ein, nach einem kurzen Zwischenstopp im Gefängnis Can Brians. Der Besuch war der höchstrangige institutionelle Empfang in der tausendjährigen Geschichte des Klosters. Die Benediktinergemeinschaft von rund 70 Mönchen, Hüter der Jungfrau von Montserrat (Schutzpatronin Kataloniens), empfing den Pontifex unter der Leitung von Abt Manel Gasch, der die Abtei seit 2021 führt.

Der Papst wurde von 1.200 Schulkindern begrüßt, und nach Angaben der Organisatoren versammelten sich 10.000 Gläubige am Heiligtum. Die Zeremonie wurde größtenteils auf Katalanisch abgehalten, Kastilisch spielte eine untergeordnete Rolle. Die Begrüßungsrede von Abt Gasch konzentrierte sich auf die spirituelle Rolle Montserrats, vermied politische Bezüge und betonte die kirchliche Dimension der Abtei.

Eine Botschaft gegen „verletzende Worte“

In seiner Ansprache griff Leo XIV. ein zentrales Thema seines Pontifikats auf: die Notwendigkeit, die alltägliche Aggression zu entwaffnen. Er prangerte „die Kritik, die demütigt, die Verurteilung, die zerstört, und die Aggressivität, die spaltet“ an und forderte die Gläubigen auf, die „Rüstung“ abzulegen, die Herzen verhärtet.

Ergreift das Schwert des Verzichts auf verletzende Worte, vorschnelle Urteile, Klatsch und Verleumdung. Lasst uns die Liebe in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz, in den sozialen Medien, in politischen Debatten und in christlichen Gemeinschaften bewahren und pflegen.

Leo XIV.

Der Aufruf des Papstes erfolgte vor dem Hintergrund des post-procés Katalonien und einer Zeit, die El Confidencial als einen Moment maximaler politischer Polarisierung beschrieb. Er vermied jede direkte Erwähnung der tiefen Verbundenheit Montserrats mit der katalanischen Identität oder der Rolle der Benediktinerkongregation während der Franco-Ära, obwohl er sich auf „Blutzeugen, die aus Liebe zu Jesus Christus vergossen wurden“ bezog, eine Anspielung auf die Toten des Bürgerkriegs.

Eine spontane Geste vom Balkon

Abweichend von seinem üblichen Protokoll erschien Leo XIV. nach dem Rosenkranzgebet auf dem mit Blumen geschmückten Balkon des Klosters, um sich direkt an die Menge zu wenden. Er dankte Katalonien für seine Fähigkeit, Migranten willkommen zu heißen.

Danke, Katalonien, dass du so viele Menschen aus anderen Ländern aufgenommen hast, denn du lehrst uns, wie man alle in eine einzige Familie integriert.

Leo XIV.

Die Worte des Pontifex gingen seinem geplanten Besuch auf den Kanarischen Inseln voraus, wo er Migrantenaufnahmezentren besichtigen sollte. Er lobte auch „die Freude, die Begeisterung und den tiefen Glauben“, den er auf seiner gesamten Spanienreise von Madrid über Barcelona bis nach Katalonien erlebt habe.

Eine lyrische Hommage an die Jungfrau

Leo XIV. schloss seine Ansprache mit einer neu interpretierten Strophe des Virolai, der Hymne an die Jungfrau von Montserrat aus dem Jahr 1880, deren Text der Dichter Jacint Verdaguer und deren Musik Josep Rodoreda schuf. Der Papst behielt die Anfangszeilen bei, änderte aber den Rest und rezitierte: „Der Katalanen wirst du immer die Prinzessin sein, der Spanier und der ganzen Welt die Liebe; sag uns: du bist mein Schatz, ich bin deine Mutter, fürchte dich nicht.“ Die Escolanía de Montserrat, der älteste Chor Europas, sang anschließend die traditionelle Hymne. Der Vatikan gab keine Erklärung für die stilistische Änderung.

Ein Gefängnisstopp auf dem Weg

Vor seiner Ankunft in Montserrat besuchte der Papst das Gefängnis Can Brians in Sant Esteve Sesrovires und war damit der erste Pontifex, der ein spanisches Gefängnis besuchte. Begleitet von Innenminister Fernando Grande-Marlaska und dem katalanischen Präsidenten Salvador Illa, wandte er sich an 80 Insassen (58 Männer und 22 Frauen).

Denkt daran, dass die Fehler des Lebens nicht die Identität eines Menschen bestimmen. Lasst uns entdecken, wie in unserem Leben die Vergangenheit die Zukunft nicht verurteilt, sondern uns die Möglichkeit bietet, unsere Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten zu ändern.

Leo XIV.

Eine Insassin namens Montserrat Benavent brach das Protokoll, um den Papst zweimal zu umarmen, und erzählte ihm, sie habe im Gefängnis ihren Glauben wiederentdeckt. Der schmucklose Raum war mit einem Bild der Jungfrau der Barmherzigkeit, der Schutzpatronin der Gefangenen, und von den weiblichen Insassen arrangierten Blumen geschmückt.

Ein Tag der Hingabe und Identität

Der Besuch zog eine Mischung aus vatikanischen, spanischen, katalanischen Unabhängigkeits- und lateinamerikanischen Flaggen an, mit einer deutlich stärkeren Präsenz katalanischer und pro-unabhängigkeits Banner als bei der Veranstaltung am Vortag im Olympiastadion von Barcelona. Der Papst erinnerte sich an seine Jahre als Gemeindepfarrer in Santa María de Montserrat in Trujillo, Peru, und sagte: „La Moreneta hat mich immer begleitet.“ Anschließend teilte er ein Essen mit der Benediktinergemeinschaft, bevor er zur nächsten Etappe seiner Spanienreise aufbrach.

Besuch von Papst Leo XIV. in Katalonien, 10. Juni 2026
  1. Papst trifft im Gefängnis Can Brians ein, spricht zu 80 Insassen
  2. Ankunft per Helikopter in der Abtei von Montserrat, begrüßt von 1.200 Schulkindern
  3. Rosenkranzgebet mit Benediktinermönchen und Huldigung an La Moreneta
  4. Balkonansprache mit Dank an Katalonien für die Integration von Migranten
  5. Neu interpretierte Virolai-Strophe rezitiert; Escolanía singt traditionelle Hymne
  6. Mittagessen mit der Benediktinergemeinschaft
Monistrol de Montserrat · Sant Esteve Sesrovires

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Gesellschaft & Wissenschaft
Johannesburg