Klima · Berlin und Antalya
Oxfam: Privatjets stießen 2025 16 Millionen Tonnen CO2 aus – rund zwei Wochen vor der COP31
Der am Dienstag, 27. Oktober 2026, veröffentlichte Bericht „Disaster Divide“ von Oxfam kommt zu dem Ergebnis, dass Privatjets im Jahr 2025 16 Millionen Tonnen CO2 ausstießen, während 71 % der Investitionen von Milliardären in stark umweltschädliche Sektoren flossen.
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Kurz gefasst
Oxfam zufolge verursachten Privatjets weltweit im Jahr 2025 16 Millionen Tonnen CO2; ein einzelner Privatjet-Flug kommt im Durchschnitt auf 3,7 Tonnen.
Von den untersuchten Investitionen von 1.000 Milliardären im Jahr 2025 flossen 71 % in Sektoren wie Öl, Gas und Chemie.
Mehr als 55.000 Privatjets starteten 2025 an deutschen Flughäfen und setzten dem Bericht zufolge über 182.000 Tonnen CO2 frei.
Eine separate Oxfam-Analyse besagt, dass die reichsten 0,1 %, etwa acht Millionen Menschen, mehr Umweltverschmutzung verursachen als die 3,5 Milliarden ärmsten Menschen zusammen.
- 27.10.Oxfam veröffentlicht den Bericht „Disaster Divide“ zu Privatjets und Milliardärsinvestitionen
- November 2026Regierungen treffen sich in Antalya in der Türkei zur UN-Klimakonferenz COP31
Ergebnisse des Berichts
Oxfam wirft den reichsten Menschen der Welt vor, die Klimakrise durch ihren Lebensstil und ihre Anlageentscheidungen zu verschärfen. Der am Dienstag, 27. Oktober 2026, vorgestellte Bericht mit dem Titel „Disaster Divide“ stellt fest, dass Privatjets weltweit im Jahr 2025 16 Millionen Tonnen CO2 ausstießen. In nur zwei Sekunden produzierten diese Flüge mehr Kohlendioxid, als ein Mensch aus der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung in einem ganzen Jahr verursacht. Die Studie erschien rund zwei Wochen vor der UN-Klimakonferenz COP31 in der Türkei; Oxfam fordert eine stärkere Besteuerung großer Vermögen.
Manuel Schmitt, Oxfams Referent für soziale Ungleichheit, brachte die Sache auf den Punkt.
„Ultrareiche Menschen treiben die Welt in den Klimakollaps.“
Er argumentierte, eine kleine Minderheit verursache durch ihren Luxuskonsum und ihre Investitionen einen unverhältnismäßig großen Anteil der Emissionen – auf Kosten der Mehrheit.
Investitionen und Flüge
Der Bericht untersuchte die Investitionen von 1.000 Milliardären im Jahr 2025; 71 % dieses Geldes floss in besonders schädliche Sektoren wie Öl, Gas und Chemie. Oxfam zufolge trägt das Anlageverhalten neben dem Fliegen erheblich zur Krise bei. Laut dem Bericht verursacht ein einzelner Privatjet-Flug im Durchschnitt 3,7 Tonnen CO2 – fast so viel, wie ein Durchschnittsmensch weltweit in einem Jahr produziert. Oxfam beziffert die Zahl der Privatjet-Nutzer auf etwa 250.000 Menschen, was den reichsten 0,0003 % der Weltbevölkerung entspreche.
Deutschland und die Schweiz
An deutschen Flughäfen starteten 2025 mehr als 55.000 Privatjets, deren CO2-Ausstoß dem Bericht zufolge mehr als 182.000 Tonnen betrug. Oxfam zufolge stießen diese Jets in weniger als einer halben Stunde mehr CO2 aus, als ein durchschnittlicher Deutscher in einem ganzen Jahr verursacht; die Organisation verwendet für Deutschland einen Pro-Kopf-Wert von 9,9 Tonnen. Einen Vergleich der Emissionen pro Passagier zwischen Privat- und Linienflügen stellte die Organisation nicht an. Solidar Suisse, eine Schweizer NGO, erklärt, die Schweiz trage überdurchschnittlich zur Klimakrise bei, und zählt 5,5-mal so viele Privatjet-Abflüge wie Deutschland. Auf Grundlage eigener Analysen beziffert die Organisation den Wert von Wertpapieren von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen, die Schweizer Finanzinstitute halten oder verwalten, auf rund 126,9 Milliarden US-Dollar.
Vermögenskluft und Hitzetote
Eine separate, vor der COP31 veröffentlichte Oxfam-Analyse ergab, dass die reichsten 0,1 %, rund acht Millionen Menschen, mehr Umweltverschmutzung verursachen als die 3,5 Milliarden ärmsten Menschen zusammen. Jede Person dieser Gruppe trug laut der Analyse fast 400-mal mehr zu den heutigen extremen Hitzewellen bei als jemand aus den unteren 50 %. Die reichsten 1 % sind für 20 % der seit 1990 verzeichneten globalen Erwärmung verantwortlich und stoßen pro Kopf im Durchschnitt 100-mal mehr aus als jemand aus der ärmsten Hälfte. Oxfam schätzt, dass die Emissionen dieser Gruppe in einem einzigen Jahr 1,9 Millionen zusätzliche hitzebedingte Todesfälle verursachen könnten, 78 % davon in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, die nur 8 % der globalen Emissionen ausmachen. Oxfam zufolge können sich die Wohlhabenden durch private Versicherungen, sicherere Wohnungen und private Feuerwehr schützen, während die meisten Menschen Überschwemmungen, Bränden und Ernährungsunsicherheit ausgesetzt sind. Amitabh Behar, Exekutivdirektor von Oxfam International, erklärte in einer Stellungnahme, diejenigen, die am wenigsten zur Krise beigetragen hätten, verlören ihre Häuser, ihre Ernten und zunehmend ihr Leben.
Wie es weitergeht
Die Regierungen, die sich im November in Antalya in der Türkei zur 31. UN-Klimakonferenz treffen, sind Adressaten der Forderungen von Oxfam. Die NGO verlangt von ihnen, große Verschmutzer durch dauerhafte Steuern auf Vermögen und hohe Einkommen, Abgaben auf fossile Energiekonzerne und Steuern auf emissionsintensive Luxusgüter wie Privatjets zur Kasse zu bitten. Solidar Suisse fordert den Schweizer Bundesrat separat auf, sehr hohe Emissionen stärker zu besteuern und Unternehmen sowie Finanzakteure zu verpflichten, ihre Emissionen und fossilen Investitionen offenzulegen. Der Oxfam-Bericht wurde rund zwei Wochen vor dieser Konferenz veröffentlicht.
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- 27.10Der Oxfam-Bericht „Disaster Divide“ beziffert die Emissionen von Privatjets auf 16 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2025
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Quellen und Kontext
- der StandardOxfam-Analyse: Superreiche heizen mit Privatjets Klimakrise an
- newsORF.atOxfam-Analyse: Privatjets verschärfen Klimakrise
- DIE WELTOxfam-Bericht: "Überreiche treiben die Welt in den Klimakollaps" - Privatjets verursachen 16 Millionen Tonnen CO2
- SWI swissinfo.chPrivatjets verursachen laut Oxfam 16 Millionen Tonnen CO2
- Orte
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