
UN-Chef Guterres: Subventionen für fossile Brennstoffe sind „Subventionierung des Suizids“
In einer Rede am Freitag, dem 16. Oktober, in Eriwan sagte Guterres, Kohlenwasserstoffe brächten den Planeten zum Kochen, während die Staaten bei der Kürzung der naturschädlichen Subventionen vor dem COP17-Gipfel hinterherhinken.
Eine Warnung in Eriwan
Am Freitag, dem 16. Oktober, sprach UN-Generalsekretär António Guterres bei einem Vorbereitungstreffen in Eriwan, der armenischen Hauptstadt, vor dem COP17-Biodiversitätsgipfel, der dort am Montag, dem 19. Oktober, beginnt. Er sagte, die Subventionierung fossiler Brennstoffe komme einer „Subventionierung des Suizids“ gleich. Kohlenwasserstoffe, so fügte er hinzu, brächten „unseren Planeten zum Kochen“ und seien eine Geißel für die Biodiversität. Er rahmte das Problem als Frage der Ausgabenprioritäten ein und sagte, die Regierungen steckten ihr Geld in die falschen Vorhaben. Für jeden Dollar, der in den Schutz der Natur investiert werde, würden 30 Dollar für ihre Zerstörung aufgewendet, sagte er. Die Äußerungen fielen, während die Staaten weiterhin darum ringen, die naturschädlichen Subventionen zu kürzen – eine Zusage, die sie 2022 gegeben hatten.
Ziele im Rückstand
Die Zusage ist Teil des globalen Rahmens von Kunming-Montreal, der auf der COP15 in Montreal vereinbart wurde und den fast 200 Staaten mit 23 Verpflichtungen angenommen haben. Eine dieser Verpflichtungen besteht darin, schädliche Subventionen um mindestens 500 Milliarden Dollar pro Jahr zu kürzen. Guterres sagte, die Staaten sollten ihre Ziele bis 2030 erreichen, doch sie lägen bei fast allen ihren Zielen zurück. Der Gipfel in Eriwan soll eine Bilanz des in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritts ziehen. Er soll zudem Wege aufzeigen, das Handeln zu beschleunigen, wobei der Fortschritt bei der Subventionsverpflichtung zu den Punkten gehört, die überprüft werden.
Unternehmen erhöhen den Druck
Anfang Oktober schickten 130 Unternehmen, darunter BNP Paribas, Danone und Hermès, einen Brief an die Regierungen, in dem sie diese zu einer Reform der finanziellen Anreize drängten. In dem Brief heißt es, diese Anreize lenkten noch immer zu viel öffentliches Geld in Aktivitäten, die zur Erschöpfung der natürlichen Ressourcen führten. Die berichtete Höhe der Anreize unterscheidet sich je nach Sprache: Portugiesischsprachige Berichte nennen 2,6 Milliarden Dollar pro Jahr, französischsprachige Berichte nennen 2,6 Billionen Dollar pro Jahr. Die Artikel bringen die beiden Zahlen nicht in Einklang, daher wird keine von beiden in einem Diagramm dargestellt. Der Brief wurde vor der Rede am Freitag und vor der Eröffnung des Gipfels veröffentlicht.
Zeitlicher Ablauf vor dem Gipfel
Die Abfolge in den Artikeln reicht von der Subventionsverpflichtung 2022 über den Unternehmensbrief und die Rede von Guterres bis zur Eröffnung der COP17.
- Staaten verpflichten sich, naturschädliche Subventionen zu verringern
- 130 Unternehmen, darunter BNP Paribas, Danone und Hermès, senden einen Brief, in dem sie die Regierungen zu einer Reform der Anreize drängen
- Guterres warnt in Eriwan, die Subventionierung fossiler Brennstoffe sei eine Subventionierung des Suizids
- COP17-Biodiversitätsgipfel beginnt in Eriwan
Die Rede fand bei einem Vorbereitungstreffen statt und nicht während des Gipfels selbst, daher berichten die Artikel über kein Ergebnis der Gespräche. Die Warnung von Guterres und der Unternehmensbrief rücken die Subventionsreform beide ins Zentrum der Agenda von Eriwan. Die Delegierten werden den Fortschritt überprüfen, den die Staaten bei der Subventionsverpflichtung erzielt haben, wenn die COP17 am Montag, dem 19. Oktober, beginnt.

