- 12.10.Bundesbeamte durchsuchen Omars Haus in Washington und beschlagnahmen ihr Telefon
- 16.10.Omars Anwälte schicken einen Brief an die Bundesstaatsanwaltschaft und fordern die Rückgabe der beschlagnahmten Gegenstände
- 3.11.Zwischenwahlen, bei denen Omar auf dem Stimmzettel steht
Die Durchsuchung und der Brief
Bundesbeamte haben am Montag, dem 12. Oktober, das Haus der demokratischen Abgeordneten Ilhan Omar aus Minnesota in Washington, DC, durchsucht, im Rahmen von Ermittlungen wegen mutmaßlichen Einwanderungsbetrugs. Die Beamten verbrachten Stunden in der Wohnung und nahmen mehrere Kartons mit beschlagnahmten Gegenständen mit, außerdem ihr Telefon. Am Freitag, dem 16. Oktober, schickten ihre Anwälte einen Brief an die Bundesstaatsanwaltschaft, in dem sie die Rückgabe der beschlagnahmten Gegenstände und die Sicherung aller während der Durchsuchung aufgezeichneten Audio- und Videodateien verlangen. Der Brief der Anwältinnen und Anwälte Amy Jeffress und Joshua Matz liegt der Associated Press vor.
Vorwürfe zu den Vorgaben des Richters
Die Anwälte erklären, die Beamten hätten Auflagen ignoriert, die ein US-Bundesrichter für die Durchführung der Durchsuchung erlassen hatte. Diese Auflagen verpflichteten die Ermittler, Omars Anwälten eine Kopie des Durchsuchungsbeschlusses auszuhändigen und vor der Durchsuchung das Office of General Counsel des Repräsentantenhauses zu kontaktieren. Wäre dieser Kontakt erfolgt, hätte Omar sich mit Anwälten des Kongresses über legislative Arbeit beraten können, die möglicherweise von der Beschlagnahme ausgenommen ist, argumentieren die Anwälte. Sie nennen die Durchsuchung „weder gerechtfertigt noch rechtmäßig“ und erklären, die Verfahrensregeln des Richters dienten dem Schutz von Omars verfassungsrechtlichen Rechten als amtierende Kongressabgeordnete. Die Anwälte argumentieren zudem, die Ermittlungen seien politisch motiviert, weil sie Wochen vor den Zwischenwahlen am 3. November begannen, bei denen Omar auf dem Stimmzettel steht. Sie werfen dem Justizministerium vor, seine langjährige Praxis zu brechen, in den 60 Tagen vor einer Wahl keine öffentlichen Ermittlungsschritte zu unternehmen, die einen Kandidaten betreffen.
Reaktion des Justizministeriums
Eine Sprecherin des Justizministeriums, Emily Covington, erklärte, der Brief sei voller falscher Behauptungen und Ungenauigkeiten. In einer Textnachricht schrieb die Sprecherin:
„Unsere Anwälte und Partner in der Strafverfolgung haben alle gerichtlichen Anordnungen und rechtlichen Verpflichtungen eingehalten, wie sie es immer tun.“
Omar hat den Vorwurf im Zentrum der Einwanderungsermittlungen bestritten. Den Ermittlungen gingen Jahre voraus, in denen Donald Trump und konservative Medienvertreter Gerüchte verbreiteten, Omars früherer Ehemann sei in Wahrheit ihr Bruder und sie habe ihn geheiratet, damit er einen Aufenthaltsstatus erhalten könne. Diese Behauptungen sind bis heute unbelegt, und Omar hat sie zurückgewiesen.
Der Umfang der Ermittlungen
Der Umfang der Ermittlungen ist unklar. Heimatschutzminister Markwayne Mullin hat angedeutet, die Behörden prüften mögliche Straftaten im Zusammenhang mit den Einwanderungspapieren der Familie, und im September deutete er an, die Ermittlungen könnten letztlich zu Omars Abschiebung führen. Die US-Staatsanwältin für Washington, Jeanine Pirro, hat erklärt, es liefen mehrere Ermittlungen im Zusammenhang mit Omar, und ihre Behörde prüfe die Finanzangaben der Kongressabgeordneten. Drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen zufolge haben die Ermittler Textnachrichten der Familie aus einem Telefon ausgewertet, das Anfang des Jahres bei einer von Omars Schwestern beschlagnahmt worden war; diese Nachrichten hätten einen Bundesrichter dazu bewogen, die Durchsuchung zu genehmigen. Die Ermittlungen liegen bei einer Bundesgroßjury in Minnesota und gehen der Frage nach, ob Omar und Angehörige in Einwanderungspapieren seit ihrer Einreise in die Vereinigten Staaten in den 1990er-Jahren, nach der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Somalia als Flüchtlinge, gelogen oder wichtige Angaben verschwiegen haben.
Wie es weitergeht
Bundesbeamte haben in den vergangenen Tagen Vorladungen an die Schwester und mehrere weitere Personen aus Omars Umfeld zugestellt, insgesamt ergingen mehr als ein Dutzend Vorladungen der Großjury, darunter an einige ihrer Angehörigen. Omars Anwälte verlangen die Sicherung aller Audio- und Videoaufnahmen der Durchsuchung sowie die Rückgabe der beschlagnahmten Gegenstände. Der Brief legt Argumente dar, die ihr Rechtsteam vor Gericht vorbringen könnte, falls sie angeklagt wird. Die Zwischenwahlen finden am 3. November statt.