Makroökonomie · Washington, New York und Warschau

Demokraten erobern den Kongress: Wall Street und Warschau legen zu, Öl fällt deutlich

Der Dow Jones stieg am 4. November um 3,03 Prozent, Brent-Rohöl fiel auf rund 95 US-Dollar je Barrel, nachdem die Märkte die demokratische Kontrolle beider Kammern des Kongresses eingepreist hatten. Der Warschauer WIG20 legte am selben Tag um 1,24 Prozent zu, während Tesla- und SpaceX-Aktien nachgaben.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Rzeczpospolita, pb.pl, Parkiet und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Washington, New York, Warschau · Vereinigte Staaten, Polen

Demokraten erobern den Kongress, Wall Street legt zu

Die Demokraten sicherten sich bei den Midterm-Wahlen Mehrheiten in beiden Kammern des US-Kongresses – ein Ergebnis, das das Weiße Haus zwingen wird, zumindest einen Teil der demokratischen Abgeordneten für seine Gesetzesvorhaben zu gewinnen. Die Märkte reagierten zunächst nervös, besonders bei Technologiewerten aus dem Umfeld des KI-Booms, doch im Tagesverlauf kehrten die Käufer zurück. Am 4. November schloss der Dow Jones Industrial Average 3,03 Prozent fester bei 53.356,48 Punkten, der S&P 500 gewann 1,58 Prozent auf 7.688,60 und der Nasdaq Composite stieg um 1,44 Prozent auf 25.736,51. Cloud-Anbieter führten den Anstieg an, mit Microsoft plus 6,68 Prozent, Amazon plus 6,12 Prozent und Alphabet plus 3,18 Prozent. Auch die großen Banken legten zu, JPMorgan Chase um 4,18 Prozent und Goldman Sachs um 3,56 Prozent.

Kursgewinne der US-Aktienindizes am 4. November 2026%
Dow Jones Industrial Average
3.03 %
S&P 500
1.58 %
Nasdaq Composite
1.44 %

Daten aus dem Artikeltext

Öl und Anleiherenditen geben nach

Brent-Rohöl fiel auf rund 95 US-Dollar je Barrel, laut einem späteren Bericht ein Minus von 8,87 Prozent am Tag, nachdem es zuvor erstmals seit einem Monat unter 100 US-Dollar gerutscht war. Es war der größte Dreitagesverlust seit mehr als sechs Jahren. Am niederländischen Handelsplatz fielen Gaskontrakte um 8 Prozent auf 84 Euro je MWh. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben nach, die zehnjährige lag bei 4,888 Prozent, die dreißigjährige bei 5,277 Prozent, während Anleger mögliche Kürzungen der Bundesausgaben und des Haushaltsdefizits abwägten. Investoren hoffen, dass die neue Machtbalance im Kongress die Regierung dazu drängt, den Konflikt mit dem Iran zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen – ob es dazu kommt, ist allerdings noch offen.

Was das Ergebnis politisch bedeutet

Die meisten von der Trump-Regierung gegen Handelspartner verhängten Zölle wurden per Dekret eingeführt und bedürfen keiner Zustimmung des Kongresses; die neue Mehrheit kann Gesetze blockieren, die Handelspolitik aber nicht automatisch umkehren. Michał Jóźwiak von XTB sagte, die eigentliche Überraschung sei das Ausmaß des Sieges – der größte seit der Watergate-Zeit 1974 bis 1976 –, nicht der Sieg selbst. Er verwies auf den Haushalt, auf den sich Kongress und Präsident einigen müssen, und auf die Schuldenobergrenze, für die neue Gesetze nötig wären, und warnte, ein Shutdown von Tagen oder sogar Wochen sei möglich. Er sagte:

„Die nächsten zwei Monate, bevor sich die Machtverhältnisse im Kongress verschieben, könnten noch weitere Überraschungen von Donald Trump bringen.“

Michał Jóźwiak

Europa und Warschau folgen

Der paneuropäische Stoxx Europe 600 legte um 1,8 Prozent zu, der stärkste Anstieg seit dem 12. Juni, angeführt von Banken: Deutsche Bank plus 6,9 Prozent, BNP Paribas plus 4,7 Prozent und NatWest Group plus 5,3 Prozent. Aktien von Unternehmen, die als KI-Profiteure gelten, fielen: Siemens Energy minus 7,95 Prozent, Infineon Technologies minus 4,1 Prozent, STMicroelectronics minus 5,1 Prozent und Schneider Electric minus 3,4 Prozent – aus Sorge, ein demokratischer Kongress könnte Investitionen in Rechenzentren bremsen. In Warschau schloss der WIG20 bei 4190,08 Punkten, ein Plus von 1,24 Prozent, der breite WIG stieg um 1,47 Prozent auf 158.141,27 Punkte und der mWIG40 gewann 2,30 Prozent. Orlen war mit minus 2,75 Prozent schwächster WIG20-Wert, da Öl fiel, während KGHM um 4,19 Prozent und Modivo um 4,33 Prozent zulegten. Die Banken im Index WIG-Banki gewannen 1,81 Prozent, gestützt von einem festeren Zloty.

Kursgewinne der Warschauer Aktienindizes am 4. November 2026%
WIG20
1.24 %
WIG
1.47 %
mWIG40
2.3 %
sWIG80
0.41 %

Daten aus dem Artikeltext

Musks Unternehmen und Wahlkampfausgaben

Tesla fiel um 3,34 Prozent auf 385,19 US-Dollar, SpaceX-Aktien gaben um 3,88 Prozent auf 135,83 US-Dollar nach, da das Ergebnis die Sorge vor einer strengeren bundesstaatlichen Prüfung von Elon Musks Geschäftsbeziehungen zur Regierung schürte. Musk hatte vor den Kongresswahlen knapp 500 Millionen Dollar zur Unterstützung republikanischer Kampagnen ausgegeben. Cloud- und Bankaktien legten am selben Tag dagegen kräftig zu.

Analystenstimmen

Der XTB-Analyst Mikołaj Sobierajski schrieb, die erste Reaktion sei nervös gewesen, besonders bei Technologiewerten, bevor sich die Stimmung in den späteren Stunden besserte. Er ergänzte:

„Für Schwellenländer, auch für Polen, könnte das Wahlergebnis etwas Entlastung bringen und das Risiko einer unberechenbaren US-Handelspolitik verringern.“

Mikołaj Sobierajski

Bitcoin kletterte in der Nachmittagssitzung zudem über 80.000 US-Dollar. Jóźwiak erwartet, dass die Federal Reserve die Zinsen weiter anhebt.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen