
Daniel Obajtek angeklagt wegen Falschaussage und Entfernung von „Nie“ aus Orlen-Regalen – bezeichnet Anklage als Quelle des Stolzes
Dem früheren Orlen-Chef wurden am 28. Juli 2026 von der Warschauer Regionalstaatsanwaltschaft in zwei Fällen Anklagepunkte vorgelegt, während PiS-Politiker draußen eine Unterstützungskundgebung abhielten.
Anklagepunkte dem ehemaligen Orlen-Chef vorgelegt
Daniel Obajtek erschien am Dienstag, dem 28. Juli 2026, bei der Warschauer Regionalstaatsanwaltschaft und wurde in zwei getrennten Fällen angeklagt. Der erste betrifft seine Entscheidung im März 2023, als Vorstandsvorsitzender von PKN Orlen eine Ausgabe der Wochenzeitung „Nie“ aus allen Orlen-Verkaufsstellen zu entfernen. Der zweite betrifft den Verdacht der Falschaussage vor Gericht bezüglich seiner Bekanntschaft mit dem Journalisten Piotr Nisztor. Das Europäische Parlament hob Obajteks Immunität in beiden Fällen im April 2026 auf.
Weigerung auszusagen und Reaktion
Obajtek weigerte sich, Angaben zu machen, und bekannte sich nicht schuldig. Gegenüber Reportern nach Verlassen der Staatsanwaltschaft äußerte er sich zu den Umständen der Anklage und dem Zeitpunkt der Karrierebewegung des Staatsanwalts.
Natürlich habe ich mich geweigert, Angaben zu machen, ich bekenne mich nicht schuldig in Bezug auf die Handlungen, derer ich beschuldigt werde. Was für ein Zufall, dass der Staatsanwalt befördert wurde, bevor er Anklage gegen mich erhob.
Er bezeichnete die Anklage im Zusammenhang mit Journalist Nisztor als „unseriös“ und ohne Rechtfertigung. Bezüglich der Entfernung der „Nie“-Wochenzeitung erklärte Obajtek, er sei „stolz“ auf die Anklage und nannte die Entscheidung gerechtfertigt, da das Titelbild religiöse Gefühle, das Kreuz und den Heiligen Johannes Paul II. beleidigt habe.
PiS-Demonstration vor der Staatsanwaltschaft
Vor der geplanten Vernehmung versammelten sich PiS-Politiker und Unterstützer vor der Staatsanwaltschaft, um ihre Solidarität zu bekunden. Der stellvertretende Parteivorsitzende Przemysław Czarnek, Antoni Macierewicz, Dariusz Matecki, Michał Woś und Waldemar Buda (Mitglied des mit Mateusz Morawiecki verbundenen Vereins „Rozwój Plus“) gehörten zu den Anwesenden. Ein Demonstrant rief: „Bravo Daniel Obajtek, wir sind alle Obajteks.“ Czarnek stellte die Anklage in einen größeren Zusammenhang.
Heute werden sie versuchen, Daniel Obajtek anzuklagen, weil er das Polentum gerettet hat.
Obajtek dankte der Menge für ihre Unterstützung. Er argumentierte, es gebe in Polen keine Zustimmung zur Schändung religiöser Symbole oder zur Entehrung des Heiligen Johannes Paul II., und erklärte, dass „fast 40 Jahre nach dem Kommunismus die Methoden dieselben sind“.
Ursprung der beiden Ermittlungen
Der Magazin-Fall geht auf Obajteks eigene Verteidigung zurück: Im Verfahren zur Aufhebung der Immunität hatte er geschrieben, dass er die Entfernung „für völlig angemessen hielt, weil sie religiöse Gefühle, das Kreuz und den Heiligen Johannes Paul II. beleidigte“, und hinzugefügt, dass er, wenn er dafür seine Immunität verlieren müsse, dies mit Stolz akzeptiere.
Der Fall der Falschaussage begann mit einer Anzeige des Journalisten Grzegorz Jakubowski, die mit einem Privatklageverfahren vor dem Bezirksgericht Warschau-Śródmieście zusammenhängt. Jakubowski beschuldigte Obajtek, am 11. Mai 2023 vor Gericht über die Art seiner Beziehung zu Nisztor gelogen zu haben. Er berief sich auf eine Aufnahme aus dem Jahr 2018, die Onet im März 2024 veröffentlichte und die angeblich informelle Kontakte zwischen den beiden Männern zeigt. Laut Onet bat Nisztor Obajtek um einen Job für seine Frau, und das Paar diskutierte auch politische Themen, die für die damals regierende PiS unangenehm waren. Onet berichtete auch, dass im Büro des Orlen-Chefs eine Wanze platziert worden sei. Die Staatsanwaltschaft erließ am 28. Juni 2026 einen Beschluss, kein Ermittlungsverfahren wegen der Abhöraktion einzuleiten, und berief sich dabei auf Artikel 17 Absatz 1 Punkt 1 der Strafprozessordnung: Die Tat sei nicht begangen worden oder es lägen keine ausreichenden Anhaltspunkte für einen Tatverdacht vor.

