
Claudiu Năsui nimmt Posten als Wirtschaftsminister in Moldau an und legt rumänisches Parlamentsmandat nieder
Der moldauische Ministerpräsident Vasile Tofan nominierte am Dienstag den ehemaligen rumänischen Wirtschaftsminister Claudiu Năsui für die Leitung des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Digitalisierung, zusammen mit einem neuen Landwirtschaftsminister.
Kabinettsernennung und grenzüberschreitender Wechsel
Der moldauische Ministerpräsident Vasile Tofan gab am Dienstag bekannt, dass der rumänische Abgeordnete Claudiu Năsui das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Digitalisierung übernehmen wird. Năsui, Abgeordneter der Partei „Rettet Rumänien Union“ (USR) und ehemaliger rumänischer Wirtschaftsminister, bestätigte auf Facebook, dass er die Einladung zur Teilnahme am Kabinett in Chișinău angenommen habe. Die Übernahme des Ministeramtes erfordert, dass Năsui sein Parlamentsmandat in Bukarest niederlegt. Tofan erläuterte, dass die Regierung das Wirtschaftsministerium zu einem Hauptmotor für Staatsreform und wirtschaftliche Expansion machen wolle. Năsui beschrieb das Ziel des Ministerpräsidenten als die Schaffung eines unternehmerfreundlichen Umfelds in Moldau.
Ich habe mich entschieden, der Einladung von Herrn Tofan zu folgen und der Regierung der Republik Moldau beizutreten, auch wenn dieser Schritt mich zwingt, mein Abgeordnetenmandat im rumänischen Parlament aufzugeben und meine Erfahrung einer neuen Reforminitiative zu widmen, die den nach dem Fall des Kommunismus begonnenen Prozess der Liberalisierung und Privatisierung vollenden soll.
Wirtschaftsagenda und Deregulierungsprioritäten
Der designierte Minister erklärte, dass Wohlstand durch Markttätigkeit geschaffen werden müsse, bevor der Staat Ressourcen umverteilen könne. Năsui betonte, dass staatliche Eingriffe wirtschaftliche Probleme oft verschlimmerten statt lösten, und stellte fest, dass die öffentliche Verwaltung systemische Probleme bestenfalls verwalte. Laut Tofan umfassen die Prioritäten des Ressorts den Abbau administrativer Hürden für kleine und mittlere Unternehmen, die Umstrukturierung staatlicher Unternehmen und die Senkung der Haushaltsausgaben. Năsui argumentierte, dass ein auf Steuergeldern basierender Populismus zwar einen einfachen Weg für Politiker an der Macht biete, strukturelle Disziplin jedoch nötig sei, um eine langfristige Stagnation zu verhindern.
Wir wollen, dass das Wirtschaftsministerium zu einem der Hauptmotoren der Staatsreform und des Wirtschaftswachstums wird.
Beruflicher Werdegang und politische Karriere
Năsui begann seine politische Laufbahn in Rumänien vor fast zehn Jahren, um liberale Wirtschaftsprinzipien zu vertreten, und sicherte sich 2016 sein erstes Parlamentsmandat. Von 2020 bis 2021 war er rumänischer Wirtschaftsminister mit Schwerpunkt auf Haushaltstransparenz, Bürokratieabbau und Senkung der Staatsausgaben. Vor seiner politischen Karriere absolvierte Năsui ein Wirtschaftsstudium an der Universität Paris-Dauphine und ein Finanzstudium an der Bocconi-Universität, erwarb einen CFA-Abschluss und arbeitete im Finanzsektor bei PricewaterhouseCoopers und der Banca Comercială Română. Er gründete außerdem „Open Budget“, eine Bürgerplattform zur Offenlegung öffentlicher Ausgaben. Tofan merkte an, dass dieser Hintergrund in Finanzmärkten und öffentlicher Politik Năsui dazu befähige, sich langjährigen Strukturen und Privilegien entgegenzustellen.
- Erstmals ins rumänische Parlament als Abgeordneter gewählt
- Zum Wirtschaftsminister der rumänischen Regierung ernannt
- Beendet seine Amtszeit als Wirtschaftsminister in Rumänien
- Zum Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Digitalisierung in Moldau nominiert
Breitere Kabinettsumbildung und europäische Integration
Neben dem Wirtschaftsressort kündigte Tofan eine zweite Kabinettsänderung an, indem er Eugeniu Osmochescu zum Leiter des Ministeriums für Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie ernannte. Der Ministerpräsident bestätigte, dass Osmochescu die Regierungsverfahren und aktuellen politischen Verpflichtungen bereits kenne und einen strategischen Sektor für Moldau übernehme. Tofan erklärte, dass diese Führungswechsel mit dem Gründungsversprechen des Kabinetts übereinstimmten, die Wirtschaft in den Mittelpunkt seines Mandats zu stellen. Er hob hervor, dass die Ernennungen darauf abzielten, die Verwaltungseffizienz zu steigern und den Spielraum für private Unternehmen zu erweitern. Năsui schloss, dass der Aufbau einer wohlhabenderen moldauischen Wirtschaft auch die Beziehungen zu Rumänien stärken und die Annäherung Moldaus an die Europäische Union fördern werde.

