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Alice Schwarzer beendet nach 50 Jahren die feministische Zeitschrift Emma – letzte Printausgabe am 8. Dezember
Die Printausgabe der feministischen Zeitschrift Emma, 1977 gegründet, endet mit der Ausgabe vom 8. Dezember 2026. Gründerin Alice Schwarzer sagt, Geld sei nicht der Grund, und die Online-Marke werde weiterbestehen.
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Kurz gefasst
Die Jubiläumsausgabe zum 50-jährigen Bestehen am 8. Dezember 2026 wird die letzte gedruckte Emma sein; seit dem 26. Januar 1977 sind 398 Ausgaben und mehr als 36.000 Seiten erschienen.
Schwarzer sagt, die Einnahmen deckten trotz sinkender Auflage noch die Kosten, während die Redaktion auf fehlende jüngere Nachfolger in der Führung und ein nach neun bis 50 Jahren Arbeit erschöpftes Team verweist.
Die Website Emmaonline soll als feministisches Informationsforum weitergeführt werden, ein Newsletter ist geplant; das Archiv geht an das Deutsche Literaturarchiv Marbach, wo die Forschung 2029 beginnt.
2024 räumte Alice Schwarzer ein, dass ihre seit 2022 vertretene Haltung zu Friedensgesprächen mit Russland dazu führte, dass jeder fünfte Leser aus Protest sein Abonnement kündigte.
- 2024Schwarzer räumt ein, dass die Ukraine-Haltung Abonnenten gekostet hat
- 8.12.Letzte Printausgabe, die Jubiläumsausgabe zum 50-jährigen Bestehen
- 2029Forschung zur Geschichte der Zeitschrift beginnt im Archiv in Marbach
Eine letzte Printausgabe nach fast 50 Jahren
Alice Schwarzer, die deutsche Feministin und Gründerin von Emma, hat angekündigt, dass die Zeitschrift nicht mehr gedruckt wird. Die Ausgabe vom 8. Dezember 2026 werde die letzte sein, eine Ausgabe zum 50-jährigen Jubiläum, sagte Schwarzer der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Köln. Emma erschien erstmals am 26. Januar 1977. Nach Angaben der Redaktion sind seitdem 398 Ausgaben und mehr als 36.000 Seiten erschienen. Schwarzer, inzwischen 83 Jahre alt, stellte die Entscheidung als Wahl dar und nicht als erzwungenen Ausstieg.
„Nein, wir hören auf, weil wir denken: Es ist genug!“
Warum die Redaktion nach eigenen Angaben aufhört
Schwarzer und die Redaktion weisen beide das Geld als Hauptgrund zurück. Schwarzer räumte ein, dass die Auflage sinkt, sagte aber, die Einnahmen der Zeitschrift deckten die Ausgaben noch.
„Natürlich sinkt auch unsere Auflage. Aber unsere Einnahmen decken noch unsere Ausgaben.“
Die Redaktion verweist stattdessen auf einen Mangel an jüngeren Menschen für die Führungsebene und auf ein langjähriges Team, das schlicht erschöpft sei. Jedes Mitglied habe zwischen neun und 50 Jahren für Emma gearbeitet, und die Erste von ihnen habe vor zwei Jahren nach 30 Jahren zurücktreten wollen. Schwarzer und ihre Kolleginnen wollen erhobenen Hauptes gehen, statt sich leise davonzustehlen. Die Entscheidung traf das Team um sie, das die Zeitschrift ein halbes Jahrhundert lang produziert hat.
Ukraine und Äußerungen zu Transgender erzürnten Leserinnen und Leser
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 hat Schwarzer wiederholt schnelle Friedensverhandlungen mit Russland gefordert, zeitweise gemeinsam mit Sahra Wagenknecht. Kritiker werfen ihr vor, aus dem Blick verloren zu haben, welches Land der Aggressor und welches das angegriffene ist. 2024 räumte sie ein, dass diese Haltung die Abonnentenzahlen der Zeitschrift beeinflusst habe. Sie sagte, jeder fünfte Leser habe sein Abonnement aus Protest gekündigt, und sie werde sich davon nicht einschüchtern lassen.
Auch ihre Haltung zu transgender Menschen stieß auf Kritik. 2023 forderten 33 Autorinnen, Autoren und Künstlerinnen und Künstler die Absage einer Veranstaltung mit ihr beim Literarischen Herbst in Leipzig und verwiesen auf aus ihrer Sicht transfeindliche, rassistische und frauenfeindliche Aussagen und Publikationen. Schwarzer reagierte empört und sagte, sie habe transgender Menschen nie angegriffen.
Was online und im Archiv erhalten bleibt
Die Marke selbst verschwindet nicht. Die Website Emmaonline soll als feministisches Informationsforum weitergeführt werden. Auch ein Newsletter ist geplant. Das vollständige Redaktionsarchiv geht an das Deutsche Literaturarchiv Marbach, wo ab 2029 die Forschung zur Geschichte der Zeitschrift beginnen kann.