
Xavier Niel kauft Vodafones 16,2 % Anteil von E& aus den VAE für 4,4 Mrd. £ und wird damit größter Aktionär des britischen Telekommunikationskonzerns
Der französische Milliardär Xavier Niel übernimmt den gesamten 16,2-prozentigen Anteil, den Emirates Telecommunications an dem britischen Telekom-Riesen hält, für rund 4,4 Mrd. £.
Die Transaktionsstruktur
Der französische Milliardär Xavier Niel, Gründer der Telekommunikationsgruppe Iliad und Inhaber der Marke Free, hat eine Vereinbarung zur Übernahme des gesamten Anteils von Emirates Telecommunications (E&) an Vodafone getroffen. Eine Akquisitionsgesellschaft namens Vega, die vollständig von der Familie Niel kontrolliert wird, wird rund 3,94 Milliarden Aktien kaufen, was einem Anteil von 16,2 Prozent und 17,13 Prozent der Stimmrechte entspricht. Die gesamte Barvergütung beläuft sich auf etwa 4,4 Mrd. £ (5,9 Mrd. $ bzw. rund 5,1 Mrd. €). E& erhält außerdem die Schlussdividende von 2,3625 Eurocent pro Aktie, die von Vodafone am 30. Juli gezahlt wird.
Aufschlag und Marktreaktion
Der Deal bewertet jede Vodafone-Aktie mit 112,5 Pence, einem Aufschlag von 15 Prozent auf den letzten Schlusskurs von 97,76 Pence. E& rechnet mit einem Netto-Cash-Rückfluss von etwa 1,3 Mrd. $ aus der Veräußerung. Die Anleger reagierten prompt: Die Vodafone-Aktie stieg am Freitag im frühen Londoner Handel um mehr als 11 Prozent, was eine sofortige Neubewertung widerspiegelt, die durch den Aufschlag und den Einstieg Niels ausgelöst wurde.
Vodafone stellt eine attraktive Investitionsmöglichkeit dar, unterstützt durch hochwertige Vermögenswerte, starke Marken, Führungspositionen und eine diversifizierte geografische Präsenz. Als ein einfacheres, fokussierteres Unternehmen ist Vodafone für eine neue Wachstumsphase bereit.
Regulierungsweg und Zwischenverwahrung
Die Transaktion wird über außerbörsliche Blocktransaktionen an drei Finanzinstitute abgewickelt. Diese Intermediäre halten die Aktien auf abgesicherter Basis, bis Vega die erforderlichen behördlichen Genehmigungen erhält. Die physische Abwicklung wird bis Ende des Jahres angestrebt. E& bestätigte, dass sein Vertreter im Aufsichtsrat als nicht geschäftsführender Direktor zurückgetreten ist und dass das Unternehmen nicht mehr versuchen wird, Einfluss auf den Vorstand oder das Management von Vodafone zu nehmen. Vega erklärte, dass sie beabsichtigt, ein unterstützender, langfristiger Aktionär zu sein und keine Pläne für ein vollständiges Übernahmeangebot hat.
E&s strategische Neuausrichtung
Die in Abu Dhabi ansässige Gruppe bezeichnete den Verkauf als „natürliche Weiterentwicklung“ ihrer strategischen Prioritäten, die es ihr ermöglicht, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und gleichzeitig ihre Investition zu monetarisieren. E& hatte zunächst 2022 einen Anteil von 9,8 Prozent an Vodafone aufgebaut und die Beteiligung später ausgebaut, bevor sie sich für einen vollständigen Ausstieg entschied.
Niels europäische Telekommunikations-Fußabdruck
Xavier Niel hält bereits ein breites Spektrum an Telekommunikationsanlagen in Europa, darunter Beteiligungen in Frankreich, Italien und Irland, wo Iliad die Kontrolle über eir hat. Er hatte zuvor 2022 über seine Beteiligungsgesellschaft Atlas Investissement einen 2,5-prozentigen Anteil an Vodafone erworben. Die Transaktion festigt seine Position als größter Aktionär von Vodafone, vor den institutionellen Anlegern BlackRock und Vanguard mit jeweils rund 7 Prozent und UBS mit etwa 2 Prozent. Die Übernahme erfolgt Wochen, nachdem sich Iliad, Orange und Bouygues Telecom auf eine Aufteilung des französischen Betreibers SFR für 20,35 Mrd. € geeinigt hatten.
Vodafone befindet sich unter der Führung von Vorstandsvorsitzende Margherita Della Valle im Wandel, die versucht, die angeschlagenen Geschäftsbereiche des Konzerns zu verkaufen und die Kernmärkte zu stärken.
Vodafones Transformationskontext
Vodafone hat unter CEO Margherita Della Valle sein Portfolio umgestaltet. Im Mai stimmte sie dem Kauf des 49-Prozent-Anteils von CK Hutchison am britischen Joint Venture Vodafone Three für 4,3 Mrd. £ zu. Della Valle verkaufte zuvor 2024 die spanische Einheit und 2025 das italienische Geschäft und kündigte Anfang dieses Jahres an, dass Vodafone seine 50-prozentige Beteiligung am niederländischen Geschäft veräußern werde. Niels Einstieg als größter Aktionär erfolgt, während sich die britische Gruppe auf ihre stärksten Märkte konzentriert.


