
Apollo übertrumpft Castlelake mit 5,7 Milliarden Pfund schwerem easyJet-Angebot – Vorstand zieht frühere Empfehlung zurück
Die britische Billigfluggesellschaft hat grundsätzlich einer Übernahme durch Apollo Global zugestimmt, die die Fluggesellschaft mit 5,7 Milliarden Pfund bewertet und ein niedrigeres, erst vor Tagen vereinbartes Angebot von Castlelake verwirft.
Ein konkurrierendes Angebot taucht auf
EasyJet hat grundsätzlich einem Übernahmeangebot von Apollo Global zugestimmt, wie die britische Billigfluggesellschaft am Freitag mitteilte, und damit ein niedrigeres Angebot des Rivalen Castlelake aufgegeben. Apollos Vorschlag von etwa 7,15 Pfund pro easyJet-Aktie bewertet die an der Londoner Börse notierte Fluggesellschaft mit rund 5,7 Milliarden Pfund (7,65 Milliarden Dollar). Das ist etwa 3,6 % höher als Castlelakes letztes Angebot von 6,90 Pfund pro Aktie, auf das sich beide Seiten erst Tage zuvor grundsätzlich geeinigt hatten.
Der easyJet-Vorstand erklärte, er sei nicht länger geneigt, Castlelakes Vorschlag zu empfehlen. In einer gemeinsamen Erklärung von easyJet und Apollo hieß es, das vorgeschlagene Barangebot biete „ein besseres Ergebnis für die Aktionäre von easyJet, da es einen höheren Barbetrag als Castlelakes letztes Angebot vorsieht.“
Das vorgeschlagene Barangebot bietet ein besseres Ergebnis für die Aktionäre von easyJet, da es einen höheren Barbetrag als Castlelakes letztes Angebot vorsieht.
Die Angebotschronologie
Castlelake hatte easyJet monatelang umworben. Das Angebot von 6,90 Pfund pro Aktie, auf das man sich Anfang der Woche grundsätzlich geeinigt hatte, war der fünfte Vorschlag der US-Investmentfirma, nachdem frühere Ansätze abgelehnt worden waren. Castlelake hält bereits einen Anteil von 2,14 % an der Fluggesellschaft über von ihr verwaltete Fonds. Am 8. Juli legte Apollo 7,15 Pfund pro Aktie auf den Tisch, und der easyJet-Vorstand stimmte einstimmig dafür, dem höheren Angebot die Tür zu öffnen.
Nach den britischen Übernahmeregeln muss Apollo bis zum 7. August ein verbindliches Angebot vorlegen oder zurücktreten. Castlelake hat bis zum 3. August Zeit. EasyJet warnte, dass es keine Garantie für ein verbindliches Angebot gebe.
- Spekulationen über ein mögliches MSC-Angebot für easyJet tauchen auf; kein Angebot kommt zustande.
- Der Aktienkurs von easyJet beginnt zu steigen, da das Übernahmeinteresse zunimmt.
- Castlelakes fünftes und höchstes Angebot von 6,90 Pfund pro Aktie wird grundsätzlich vereinbart.
- Apollo legt ein konkurrierendes Angebot von 7,15 Pfund pro Aktie vor.
- Der easyJet-Vorstand unterstützt einstimmig Apollos Angebot und zieht die Castlelake-Empfehlung zurück.
- Frist für Castlelake, ein verbindliches Angebot vorzulegen.
- Frist für Apollo, ein verbindliches Angebot vorzulegen.
Aktionärsoptionen und Finanzierung
Die Aktionäre haben die Wahl, Bargeld zu erhalten oder einen Teil ihrer Beteiligung in das Apollo-Fondsvehikel einzubringen, das easyJet nach der Transaktion halten würde. Apollo plant, den Deal durch eine Kombination aus eigenem Kapital und Fremdkapital zu finanzieren. Barclays, die britische Bankengruppe, hat bestätigt, dass sie die notwendigen Mittel aufbringen kann.
Analyst Ruairi Cullinane von RBC merkte an, dass das Auftauchen eines zweiten Bieters die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses erhöht. Zuvor hatten Anleger das Risiko eines Scheiterns mit nur einem Bieter eingepreist. Cullinane hält einen vollständigen Bieterkrieg für unwahrscheinlich, da Castlelake sein Angebot bereits mehrfach erhöht hatte.
Marktreaktion und Kontext
Der Aktienkurs von easyJet sprang zum Handelsauftakt in London um 13,5 % auf 668 Pence. Seit Mitte Mai hat die Aktie rund 70 % zugelegt und sich während der Übernahmesaga fast verdoppelt. Die Fluggesellschaft hatte Übernahmeversuche lange abgewehrt und eines der frühen Angebote von Castlelake als „höchst opportunistisch“ bezeichnet.
EasyJet hält einen Marktanteil von rund 50 % am Flughafen Genf. Grenzüberschreitende Fluggesellschaftsübernahmen stehen vor rechtlichen Hürden, da Verkehrsrechte in der Regel an die Nationalität der Eigentümer des Unternehmens gebunden sind. Innerhalb der EU und seit dem Brexit zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich sind die Regeln lockerer, aber eine Übernahme durch einen US-Investor könnte die Betriebsrechte von easyJet innerhalb der EU gefährden.
Apollo glaubt an die bestehende Strategie von easyJet, das Modell der Billigfluggesellschaft weiterzuentwickeln und zu stärken.
Was Apollo an easyJet sieht
Apollo erklärte, es unterstütze die derzeitige Strategie von easyJet, das Billigfluggesellschaftsmodell weiterzuentwickeln, insbesondere durch die Erhöhung der Flottenkapazität, die Verbesserung der Zusatzdienstleistungen und den Ausbau der Holidays-Sparte (die Flug- und Hotelpakete verkauft) zu einer strukturell differenzierten Einnahmequelle. Der Vorstand beschrieb Apollos Ansatz als „eine interessante Kombination aus Wert, strategischer Ausrichtung und langfristigem Management.“
EasyJet war bereits im Oktober 2025 Gegenstand von Übernahmespekulationen, als berichtet wurde, dass der Schweizer Schifffahrtsriese MSC ein Angebot erwäge, letztlich aber kein Angebot zustande kam.


