
Niederländischer Nahverkehr komplett lahmgelegt: Bahn- und Busstreik gegen Sozialkürzungen
Ein von Gewerkschaften ausgerufener Arbeitskampf von 04:00 bis 08:00 Uhr legte Züge, Straßenbahnen, Busse und U-Bahnen in den gesamten Niederlanden lahm. Die Bahnhöfe blieben menschenleer, während die Beschäftigten gegen die Pläne der Regierung protestierten, das Renteneintrittsalter anzuheben sowie Arbeitslosen- und Erwerbsunfähigkeitsleistungen zu kürzen.
Der öffentliche Nahverkehr in den Niederlanden kam am Mittwochmorgen zum Erliegen: Zwischen 04:00 und 08:00 Uhr legten Beschäftigte der NS, regionaler Busunternehmen, Straßenbahnen und U-Bahnen die Arbeit nieder. Die von den Gewerkschaften FNV und CNV ausgerufene Aktion richtete sich gegen die Pläne des Kabinetts, 6,5 Milliarden Euro bei der Sozialversicherung zu kürzen – darunter die Anhebung des AOW-Rentenalters, die Verkürzung des Arbeitslosengeldes (WW) von zwei auf ein Jahr sowie die Einschränkung der Erwerbsunfähigkeitsrente (WIA).
Die Bahnhöfe in Amsterdam, Utrecht, Den Haag, Groningen und anderen Städten wurden als „menschenleer“ beschrieben; die meisten Fahrgäste waren gewarnt worden. Busfahrer Hans Groos, der seit 37 Jahren bei der HTM arbeitet, berichtete, dass auch viele junge Kollegen am Streik teilnahmen. Edwin Kuiper von der FNV drohte mit weiteren Aktionen nach dem Sommer, falls die Regierung ihre Pläne nicht zurücknehme. Zwar beschränkte sich der Streik auf die frühen Morgenstunden, doch strich die NS auch später am Tag einige Züge aufgrund extremer Hitze (Code orange) in Teilen des Landes.


