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Wahlen·vor 4 Std.

Schweizer Neutralitätsinitiative steuert laut erster Umfrage auf Niederlage zu – 54 % dagegen

Eine von Tamedia und 20 Minuten in Auftrag gegebene Leewas-Umfrage ergibt, dass 54 Prozent der Schweizer Stimmberechtigten eine Verfassungsänderung zur immerwährenden Neutralität ablehnen wollen, nur 34 Prozent sind dafür – drei Monate vor dem Referendum vom 27. September.

Die Zahlen

Eine landesweite Umfrage unter 26'205 Schweizer Bürgern, durchgeführt vom 11. bis 14. Juni 2026 und am Sonntag veröffentlicht, prognostiziert der Initiative «Wahrung der schweizerischen Neutralität» das Scheitern. Im Einzelnen sagen 36 Prozent, sie würden definitiv Nein stimmen, und 18 Prozent tendieren zu Nein, während 23 Prozent klar mit Ja stimmen und 11 Prozent zu Ja tendieren. Die restlichen 12 Prozent sind unentschlossen.

Umfrage zur Schweizer Neutralitätsinitiative (Juni 2026) · %
Ablehnung
54 %
Unterstützung
34 %
Unentschlossen
12 %

Was die Initiative verlangt

Der Vorschlag, lanciert von der Organisation Pro Schweiz und SVP-Figuren nach der großangelegten Invasion Russlands in die Ukraine, würde die «immerwährende und bewaffnete Neutralität» in der Schweizer Verfassung verankern. Wirtschaftssanktionen wären nur dann erlaubt, wenn sie vom UNO-Sicherheitsrat verhängt werden. Bundesrat und Parlament lehnen den Text ab und haben keinen Gegenvorschlag unterbreitet.

Wer sie unterstützt

Die Unterstützung kommt fast ausschließlich von Wählern der Schweizerischen Volkspartei (SVP); 72 Prozent ihrer Basis beabsichtigen, mit Ja zu stimmen. Die Zustimmung ist stärker bei jüngeren Wählern auf dem Land und solchen ohne höhere Bildung. Ein Lichtblick für die Befürworter: 40 Prozent der Unter-35-Jährigen würden zustimmen, verglichen mit nur 27 Prozent der Über-65-Jährigen.

Es geht um den Frieden, die Sicherheit und die Freiheit unseres Landes. Mit unserer einzigartigen schweizerischen Neutralität sind wir in den letzten 200 Jahren von schrecklichen Kriegen verschont geblieben, und dies muss auch in Zukunft unser Hauptziel bleiben.

Breite Ablehnung anderswo

Jeder andere bedeutende Parteienblock lehnt den Text ab. Zu den Gegnern gehören 82 Prozent der Grünliberalen, 79 Prozent der Grünen und 77 Prozent der Sozialdemokraten (SP). Der Widerstand ist am stärksten bei älteren, akademisch gebildeten Wählern in städtischen Gebieten. Die SP-Co-Präsidentin fand deutliche Worte.

Die Initiative würde es der Schweiz verbieten, Sanktionen gegen das Putin-Regime zu verhängen; bestehende müssten sogar aufgehoben werden. Das macht dies zu einer pro-Putin-Initiative.

Der Geschlechterunterschied

Männer übertreffen Frauen sowohl im Ja-Lager (40 zu 32 Prozent) als auch im Nein-Lager (25 zu 21 Prozent). Frauen hingegen sind mehr als doppelt so häufig unentschlossen, nämlich 16 Prozent gegenüber 7 Prozent bei den Männern – eine Dynamik, die das Endergebnis noch verschieben könnte.

Bern

3 Quellen

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