Netflix überholt BBC als erste TV-Wahl der Briten – Ofcom-Bericht
Zum ersten Mal schalteten 2025 mehr britische Zuschauer zuerst Netflix als die BBC ein: 26 % wählten den Streamingdienst gegenüber 25 % für die öffentlich-rechtliche Anstalt – angetrieben von Hits wie 'KPop Demon Hunters' und 'Adolescence'.
Ein statistisches Patt
Laut dem Media-Nations-Bericht von Ofcom wurde Netflix 2025 der Dienst, den britische Zuschauer als erstes einschalteten. Der Streamer war für 26 % der Zuschauer die Standardwahl, knapp vor der BBC mit 25 %. Der Abstand verringerte sich gegenüber dem Vorjahr, als die BBC mit 28 % zu 23 % führte; Ofcom wies jedoch darauf hin, dass diese Zahlen aufgrund einer Methodenänderung nur als Hinweis zu verstehen sind. ITV belegte mit 15 % den dritten Platz, YouTube lag bei 10 %.
Kate Davies, Gruppenleiterin für Strategie und Forschung bei der Regulierungsbehörde, erklärte, die Medienlandschaft bleibe äußerst wettbewerbsintensiv.
Um in der aktuellen Medienlandschaft zu gedeihen und zu überleben, ist es wichtiger denn je, dass Unternehmen die sich wandelnden Sehgewohnheiten verstehen und ihre Strategien anpassen, um die Zuschauer dort abzuholen, wo sie sind.
Alterskluft prägt den Wettbewerb
Die Schlagzeilen verdecken eine eklatante Kluft zwischen den Generationen. Bei den 16- bis 24-Jährigen nannten 36 % Netflix als erste Anlaufstelle, während nur 14 % die BBC wählten. Am anderen Ende der Skala schalten 48 % der Über-75-Jährigen nach wie vor zuerst die BBC ein, bei Netflix sind es nur 5 % in dieser Altersgruppe.
- 16–24 Netflix
- 36 %
- 16–24 BBC
- 14 %
- 75+ Netflix
- 5 %
- 75+ BBC
- 48 %
Ältere Zuschauer wandern dennoch zunehmend zu On-Demand-Dramen ab. Ofcom stellte fest, dass die durchschnittliche Sehdauer der Über-75-Jährigen auf Streaming-Plattformen um 56 % auf 36 Stunden pro Person und Jahr gestiegen ist, während die Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen um 28 % auf 85 Stunden zulegte.
Top-Titel treiben Plattformwahl
Netflix besaß 2025 die meistgesehenen Einzelsendungen. 'KPop Demon Hunters' erreichte 24,4 Millionen Zuschauer, 'Adolescence' brachte es auf 16 Millionen für die meistgesehene Folge, und die BBC-Sendung 'Celebrity Traitors' lockte 14,8 Millionen Zuschauer. Anfang 2026 schlug die BBC jedoch zurück. Acht der zehn bisher meistgesehenen Sendungen des Jahres liefen auf BBC-Diensten, darunter 'The Night Manager' und 'Run Away'. 'Celebrity Traitors' und der Spin-off-Podcast 'Traitors Uncloaked' wurden zum größten Titel des Jahres; das Finale erreichte durchschnittlich 14,9 Millionen Zuschauer auf BBC One und iPlayer. Die Halbfinalniederlage Englands gegen Argentinien bei der Fußball-WM am 15. Juli erreichte auf BBC-Plattformen einen Spitzenwert von 24 Millionen Zuschauern.
- KPop Demon Hunters
- 24.4 Mio. Zuschauer
- Adolescence
- 16 Mio. Zuschauer
- Celebrity Traitors
- 14.8 Mio. Zuschauer
YouTubes leiser Vormarsch im Wohnzimmer
Die YouTube-Nutzung auf TV-Geräten hat sich seit 2022 auf durchschnittlich 19 Minuten pro Tag verdoppelt. Über alle Geräte hinweg erreichte die tägliche Nutzung 41 Minuten, ein Anstieg von 33 Minuten im Jahr 2022. Die wöchentliche Nutzung bei den Über-75-Jährigen stieg im gleichen Zeitraum von 28 % auf 33 %. YouTube macht nun 15 % des gesamten Videokonsums aus, hinter der BBC mit 18 %.
Reichweite traditioneller Sender schwindet
Live-Fernsehen und On-Demand-Dienste der öffentlich-rechtlichen Sender erreichten 2025 in einer Durchschnittswoche 70 % der britischen Erwachsenen für mindestens 15 Minuten – ein Rückgang von 73 % im Jahr 2024 und 78 % im Jahr 2022. Der Rückgang war in allen Altersgruppen zu beobachten, auch bei den Über-75-Jährigen. Ein Anstieg der Nutzung von Sender-Mediatheken wie BBC iPlayer, ITVX und 5 Streaming um 9 % im Jahresvergleich reichte nicht aus, um den Rückgang des linearen Fernsehens auszugleichen.
- 2022
- 78 %
- 2024
- 73 %
- 2025
- 70 %
Die kombinierten Streaming-Umsätze in Großbritannien stiegen um 18 % auf 5,2 Mrd. £, was Ofcom auf Abopreiserhöhungen und nicht auf Neukunden zurückführt. Gleichzeitig konsumierten 93 % der Erwachsenen wöchentlich Audioinhalte, 87 % hörten live Radio und ein Viertel schaltete wöchentlich einen Podcast ein.


