Wirtschaft
Netflix streicht rund 1.000 Stellen und entlässt Content-Chefin Bela Bajaria beim Umbau
Die Entlassungen betreffen rund 6 Prozent der weltweiten Belegschaft von Netflix, Filmchef Dan Lin wurde am Wochenende entlassen. Peter Rice übernimmt die Filmagenden, bis ein Nachfolger gefunden ist; der nächste Quartalsbericht steht am 20. Oktober 2026 an.
- Woche des 12. Oktober 2026Rund 1.000 Stellen gestrichen; Content-Chefin Bela Bajaria entlassen
- Wochenende des 17./18. Oktober 2026Filmchef Dan Lin entlassen
- 20. Oktober 2026Quartalsbericht angesetzt
Entlassungen und Umbau
Netflix hat in der Woche des 12. Oktober 2026 rund 1.000 Beschäftigte entlassen, etwa 6 Prozent der weltweiten Belegschaft. Von RMF24 zitierte Branchenmedien bezeichnen dies als den größten Stellenabbau des Unternehmens seit 2022. Die Berichterstattung deutet den Umbau als Versuch, eine zuletzt stagnierende Plattform wieder in Schwung zu bringen. Die Kürzungen gingen mit einer breiteren Reihe von Führungswechseln einher, die Vulture mit der zuletzt schwachen Zuschauerresonanz des Unternehmens in Verbindung bringt.
Führungsabgänge
Content-Chefin Bela Bajaria wurde in derselben Woche wie der Stellenabbau entlassen – ein Schritt, der Hollywood laut Vulture überraschte. Filmchef Dan Lin, der die Filmsparte fast drei Jahre lang geleitet hatte, wurde am Wochenende des 17./18. Oktober entlassen. Laut Reuters übernimmt Peter Rice, der kurz zuvor zum Content-Direktor ernannt worden war, die Filmagenden, bis ein neuer Filmchef gewählt ist.
Ein von Vulture zitierter anonymer Hollywood-Agent führte die Entlassung auf den Aktienkurs und den Druck auf Co-CEO Ted Sarandos zurück. Am Montagmorgen, dem 19. Oktober, notierten Netflix-Aktien laut Vulture etwa einen Dollar unter dem Stand vor dem Stellenabbau.
Inhalte und Zuschauerzahlen
The Hollywood Reporter merkt an, dass Netflix nicht so stark Zuschauer bindet, wie es die Führung will; diese Lücke sei an den Abonnentenzahlen abzulesen. Bloomberg argumentiert, der Dienst habe die viel diskutierten Serien verloren, die ihn einst von der Konkurrenz abhoben.
Josef Adalian widerspricht in Vulture der Deutung, Bajarias Abgang spiegle ein Qualitätsproblem.
„Ich glaube nicht, dass Bajaria gehen musste, weil Netflix ein Qualitätsproblem hat.“
Adalian verweist auf „Adolescence“, „Wednesday“ und „Hunting Wives“ als jüngste Hits und schreibt Bajarias Team das Verdienst zu, den von Sony übernommenen Film „KPop Demon Hunters“ zu einem Phänomen gemacht zu haben. Er argumentiert, ihr auf ein breites Publikum zielender Ansatz folge aus Sarandos' frühem Ziel, Serien zu machen, die viele Menschen sehen. Zugleich räumt er ein, dass Netflix seit Jahren keinen Hit mehr in der Größenordnung von „Stranger Things“ oder „Bridgerton“ hatte.
Nächste Schritte
Der nächste Quartalsbericht von Netflix ist für den 20. Oktober 2026 angesetzt. Vulture formuliert als offene Frage, was der Umbau für die Zukunft des Unternehmens bedeutet. Bis dahin bleibt der Plan der neuen Führung, große, viel diskutierte Hits zu produzieren, in den Zahlen ungetestet.