
Netflix plant Live-Kanäle, Service-Bündel und Kurzvideos angesichts sinkender Nutzerbindung
Der Streaming-Riese erkundet kontinuierliche Genresender, Bündel von Drittanbieterdiensten und vertikale Kurzvideos, nachdem die Zuschauerzahl im April auf 7,8 % fiel – der niedrigste Stand seit Mai 2025.
Netflix erwägt die größte Plattformumstellung seit Jahren, mit internen Vorschlägen, Live-Dauerkanäle hinzuzufügen, Abonnements zu verkaufen, die konkurrierende Streaming-Dienste bündeln, und einen Kurzvideo-Feed einzuführen, der die verlorene Zeit durch soziale Medien zurückgewinnen soll. Die Diskussionen, die das Wall Street Journal aus der jährlichen Geschäftsüberprüfung des Unternehmens berichtet, folgen Anzeichen schwindender Nutzerbindung und kommen, während der Streamer sich darauf vorbereitet, nächste Woche aktualisierte Zuschauerzahlen zu veröffentlichen.
Bedenken zur Nutzerbindung
Der Zuschaueranteil von Netflix sank im April auf 7,8 %, der niedrigste Stand seit Mai 2025, laut Zahlen, die der Journal einsehen konnte. Ein aktueller Bloomberg-Bericht stellte ebenfalls fest, dass zweite Staffeln von Originalserien starke Zuschauerrückgänge erleiden, was die Führungskräfte dazu veranlasst, nach Formaten zu suchen, die weniger konzentrierte Aufmerksamkeit erfordern. Die stetige Erosion der auf der Plattform verbrachten Zeit ist der zentrale Treiber der vorgeschlagenen Änderungen.
- Der Zuschaueranteil erreicht zuletzt 7,8 %, den vorherigen Tiefststand vor dem aktuellen Rückgang.
- Der Zuschaueranteil fällt auf 7,8 % und erreicht damit den Tiefststand vom Mai 2025, was eine interne Überprüfung auslöst.
- Kurzvideos von Condé Nast, BuzzFeed und Vox Media starten in ausgewählten Regionen.
- Netflix wird aktualisierte Zuschauerzahlen veröffentlichen, die strategische Entscheidungen beschleunigen könnten.
Live-Kanäle und Zappen durch Sender
Die auffälligste Idee ist die Einführung von Dauerkanälen, die kontinuierlich genrekuratierte Inhalte streamen, ähnlich wie die werbefinanzierten Free-TV-Dienste Pluto TV und Tubi. Ein Comedy-Kanal könnte Sitcom-Folgen in einer Schleife zeigen, während ein True-Crime-Kanal Dokumentationen hintereinander ausstrahlt. Das Ziel ist es, die Entscheidungsmüdigkeit zu beseitigen und den Abonnenten eine nahtlose Möglichkeit zu geben, die App offen zu halten. Peacock betreibt bereits ähnliche Live-Feeds, aber Netflix würde sie in seine zunehmend beliebte werbefinanzierte Stufe integrieren, die nach einer kürzlichen Preiserhöhung jetzt 8,99 $ pro Monat kostet.
Bündel und Inhalte von Drittanbietern
Netflix hat auch den Verkauf von Paketen untersucht, die Abonnements für andere Streaming-Plattformen wie NBCUniversal beinhalten, was die App effektiv in einen Marktplatz für externe Dienste verwandelt. Das Modell ähnelt dem, was Apple TV und Amazon Prime Video bereits anbieten, und ermöglicht es Nutzern, sich für Partnerinhalte anzumelden und diese anzusehen, ohne die Netflix-Umgebung zu verlassen. Der Schritt würde die Rolle der Plattform als zentrales Unterhaltungszentrum vertiefen und neue Einnahmequellen durch Werbung und Vertrieb schaffen.
Kurzvideos und kostenlose Testversionen
Ab dem 3. August wird Netflix damit beginnen, kurze Videos von 3 bis 20 Minuten zu Themen wie Reisen, Essen, Mode, Prominente und Wohlbefinden zu zeigen, die von Condé Nast, BuzzFeed und Vox Media stammen. Die vertikalen, snackbaren Inhalte sollen Nutzer anziehen, die sonst durch TikTok oder YouTube Shorts scrollen würden, und so die Häufigkeit der App-Öffnungen erhöhen. Parallel dazu berichtet der unabhängige Ratgeber What's on Netflix, dass das Unternehmen in ausgewählten Ländern wieder leise kostenlose Testabonnements testet, eine Funktion, die es 2020 eingestellt hatte, als es auf werbefinanzierte Pläne und Kontobeschränkungen umstellte.
Schweigen des Unternehmens und nächste Schritte
Netflix-Sprecher Adrian Zamora lehnte es ab, sich zu den Vorschlägen zu äußern. Die Ideen befinden sich noch in der Prüfungsphase, und es wurde kein Zeitplan für die Umsetzung bekannt gegeben. Aktualisierte Zuschauerzahlen, die nächste Woche erwartet werden, sollen zeigen, ob der Rückgang der Nutzerbindung im zweiten Quartal angehalten hat – eine Zahl, die darüber entscheiden könnte, wie schnell das Management vom Brainstorming zur Markteinführung übergeht.


