
Haaretz-Bericht behauptet, Netanyahu habe zehn Tage vor den Anschlägen des 7. Oktober eine Warnung aus den VAE erhalten
Eine neue Untersuchung auf Grundlage eines bevorstehenden Buches besagt, dass der Präsident der VAE, Mohammed bin Zayed, Benjamin Netanyahu in einem 45-minütigen Anruf alarmiert habe, was Dementis und eine Verleumdungsklage vor den israelischen Wahlen auslöst.
Die Haaretz-Untersuchung
Eine am 8. September 2026 von der israelischen Tageszeitung Haaretz veröffentlichte Untersuchung berichtete, dass Premierminister Benjamin Netanyahu zehn Tage vor dem 7. Oktober 2023 eine direkte Vorwarnung vor einem unmittelbar bevorstehenden Hamas-Angriff erhalten habe. Der Bericht stützt sich auf ein bevorstehendes Buch mit dem Titel "Kidnapped: 843 Days of Abandonment" der israelischen Journalisten Shlomi Eldar und Ruth Yuval. Den Autoren zufolge kontaktierte der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed Al Nahyan, den israelischen Premierminister in einem 45-minütigen Telefonat, um ihn zu warnen, dass die Hamas eine Operation gegen Israel vorbereite. Haaretz berichtete, dass Netanyahu annahm, die palästinensische Gruppe beabsichtige, im Westjordanland zu handeln und nicht im Süden Israels. Folglich leitete der Premierminister die emiratische Warnung nicht an hochrangige Kommandeure der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte oder die Führung des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet weiter.
Netanyahus Reaktion und rechtliche Schritte
Netanyahu wies die Untersuchung unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung zurück, wobei sein Büro die Berichterstattung als völlig falsch einstufte. Am 9. September 2026 erklärte der Premierminister, dass vor dem Angriff von 2023 kein Telefongespräch mit Mohammed bin Zayed stattgefunden habe, und bezeichnete die Behauptungen als absolute Lüge. Netanyahu kündigte anschließend seine Absicht an, eine formelle Verleumdungsklage gegen Haaretz einzureichen. Der Bericht widerspricht der offiziellen Darstellung, die der Premierminister in den vorangegangenen drei Jahren vorgelegt hatte. Netanyahu hat die Geheimdienstfehler des 7. Oktober durchgängig den Militär- und Sicherheitschefs zugeschrieben und argumentiert, dass Verteidigungsbeamte ihn in den frühen Morgenstunden vor dem Einmarsch nicht geweckt hätten.
- Hamas startet Angriffe gegen Israel.
- Sara Netanyahu stellt in einem Interview auf Channel 14 Yair Golans Bereitschaft am 7. Oktober in Frage.
- Haaretz veröffentlicht Bericht, der besagt, dass die VAE Netanyahu zehn Tage vor dem 7. Oktober gewarnt haben.
- Netanyahu bestreitet, eine Warnung der VAE erhalten zu haben, und kündigt eine Verleumdungsklage gegen Haaretz an.
- Geplanter Termin für die israelischen Parlamentswahlen.
Politischer Nachhall vor der Wahl
Die Anschuldigungen tauchten sieben Wochen vor den israelischen Parlamentswahlen am 27. Oktober 2026 auf und rückten die Anschläge des 7. Oktober wieder in den Mittelpunkt der nationalen politischen Debatten. Oppositionsparteien reagierten mit erneuten Forderungen an die Regierung, eine offizielle staatliche Untersuchungskommission zu den Sicherheitspannen einzusetzen. Die Kontroverse folgte auch auf Spannungen aufgrund von Behauptungen der Familie des Premierministers. Am 31. August 2026 gab Sara Netanyahu ein Interview auf Channel 14, in dem sie fragte, warum der pensionierte General Yair Golan, Vorsitzender der Mitte-Links-Partei Die Demokraten, im Morgengrauen des 7. Oktober angezogen und bewaffnet gewesen sei, während die Regierungsführer ahnungslos waren. Die Demokraten verurteilten die Aussage als unbegründete Verschwörungstheorie und wiesen darauf hin, dass Golan sich während des Angriffs eigenständig mit seiner Waffe eingesetzt hatte, um Zivilisten zu retten. David Khalfa, Co-Direktor der Stiftung Jean-Jaurès, stellte fest, dass Netanyahu wiederholt die Verantwortung von sich gewiesen habe, während er zulasse, dass Verschwörungsbehauptungen seiner Frau und seines Sohnes Yair öffentlich verbreitet werden.
Diplomatische Maßnahmen und Koalitionsdruck
Der innenpolitische Streit entwickelte sich parallel zu wachsendem internationalem Handelsdruck auf die israelische Regierung. Am 8. September 2026 kündigte eine Koalition von zwölf Nationen, darunter Frankreich, das Vereinigte Königreich und Kanada, Handelsbeschränkungen für Waren an, die in israelischen Siedlungen im Westjordanland hergestellt werden. Die Kommentatorin Linda Dayan bewertete in einem Artikel in Haaretz am 9. September 2026 die Reaktion der Wähler nach drei Jahren Berichterstattung über Sicherheitslücken.
Wird es etwas ändern?
Netanyahu setzt seine Bemühungen fort, rechte und rechtsextreme Fraktionen zu vereinen, um vor der Abstimmung am 27. Oktober eine regierungsfähige Knesset-Mehrheit zu bilden. Parlamentarische Gegner führen die jüngste Berichterstattung an, um zu argumentieren, dass der Premierminister für das Amt ungeeignet sei.

