
Netanjahu trifft Trump in Washington zum ersten Mal seit dem Nahostkrieg – Iran und Gaza stehen ganz oben auf der Agenda
Benjamin Netanjahu trifft Donald Trump am Dienstag in Washington zum ersten Mal seit Beginn des Nahostkrieges. Iran, Gaza und das fragile Abkommen mit dem Libanon stehen nach Wochen erneuter Bombardierungen ganz oben auf der Tagesordnung.
Ein lang erwartetes Treffen
Benjamin Netanjahu traf am Montag in Washington ein, vor einem Treffen mit Donald Trump am Dienstag – ihrem ersten persönlichen Gespräch seit Ausbruch des Nahostkrieges. Der israelische Ministerpräsident bezeichnete die Begegnung als „eine große Ehre, aber auch eine große Verantwortung". Die beiden Führungspersönlichkeiten sprachen zuletzt im April unter scharfen Spannungen miteinander, als Trump Israel vorwarf, eine Waffenruhe mit Teheran zu blockieren, und Netanjahu in einem Interview einen „sehr schwierigen Kerl" nannte. Netanjahu hat seitdem „taktische Meinungsverschiedenheiten" eingeräumt, aber betont, dass beide dieselben strategischen Ziele verfolgten.
Es ist eine große Ehre, aber auch eine große Verantwortung.
Iran im Mittelpunkt
Der Iran werde die Gespräche dominieren, bestätigte Netanjahu vor seiner Abreise. „Wir werden alle Themen besprechen [...] vor allem den Iran, natürlich, unser Ziel ist es, unsere Sicherheit zu gewährleisten, aber auch den Friedenskreis um uns herum zu erweitern", sagte er. Das Treffen findet nach zwei Wochen Bombardierungen statt, die französische Medien als beispiellos seit der Waffenruhe im April bezeichnen. Washington erklärt, es wolle der Diplomatie eine weitere Chance geben, obwohl Israel, das gemeinsam mit den USA am 28. Februar die Offensive gegen Teheran startete, die den regionalen Krieg auslöste, sich nicht an der jüngsten Angriffswelle beteiligte.
Eine angespannte Beziehung
Die Waffenstillstandsverhandlungen im April legten tiefe Risse offen. Trump tadelte seinen israelischen Verbündeten öffentlich, und die Bemerkung des US-Präsidenten über den „sehr schwierigen Kerl" wurde zum Symbol der Reibung. Netanjahu räumte die Zwietracht ein, stellte sie aber als Unterschied in der Taktik und nicht in den Zielen dar. Beide Seiten haben seitdem beruhigende Erklärungen abgegeben, und das Treffen in Washington wird als Versuch gesehen, die Partnerschaft in einem Moment neu zu justieren, in dem sich die militärische Lage erneut verändert.
Libanon und das schwer fassbare Abkommen
Neben dem Iran werden die beiden Führungspersönlichkeiten das von den USA vermittelte Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon prüfen, das den Kriegszustand zwischen ihnen beenden soll. Die Umsetzung hat sich vor Ort als schwierig erwiesen. Am Sonntag verurteilte die libanesische Armee die fortgesetzten israelischen Militäroperationen im Süden, wo israelische Streitkräfte immer noch einen Gebietsstreifen besetzt halten, den sie nach eigenen Angaben benötigen, um die pro-iranische Hisbollah zu neutralisieren. Die Kluft zwischen dem diplomatischen Text und der Realität an der Grenze bleibt groß.
Gazas katastrophale Sackgasse
Auch Gaza wird auf dem Tisch liegen. Die diplomatischen Bemühungen zum Wiederaufbau des palästinensischen Gebiets, das durch zwei Jahre Krieg zwischen der Hamas und Israel verwüstet wurde, stecken fest. Die humanitäre Lage wird als katastrophal beschrieben, dennoch ist kein Durchbruch in Sicht. Es wird erwartet, dass das Gespräch zwischen Trump und Netanjahu die Sackgasse thematisiert, obwohl keine Seite ein neues Signal gegeben hat.
- Israel und die USA starten eine gemeinsame Offensive gegen Teheran, die den regionalen Krieg auslöst.
- Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Washington und Teheran; Trump nennt Netanjahu einen 'sehr schwierigen Kerl'.
- Netanjahu trifft Trump in Washington, um über Iran, Gaza und den Libanon zu sprechen.
