Barclays Halbjahresgewinn steigt um 17 % auf 6,1 Mrd. £, Ausblick verbessert und Boni erhöht; Asien-Investmentbanking-Vorstoß gewinnt an Fahrt
Der Vorsteuergewinn erreichte 6,1 Milliarden Pfund und übertraf die Prognosen, während der Bonustopf um fast 30 % auf 1,3 Milliarden Pfund stieg, was Forderungen nach höheren Banksteuern auslöste, da die Bank auch die Umsatzprognose für das Gesamtjahr anhob.
Halbjahresgewinn übertrifft Erwartungen
Barclays meldete einen Vorsteuergewinn von 6,1 Milliarden Pfund für Januar bis Juni 2026, ein Anstieg von 17 % gegenüber 5,2 Milliarden Pfund im Vorjahr, und übertraf damit den Analystenkonsens von rund 5,94 Milliarden Pfund. Allein im zweiten Quartal erzielte die Bank einen Vorsteuergewinn von 3,3 Milliarden Pfund, ein Plus von 31 % gegenüber 2,5 Milliarden Pfund im gleichen Quartal 2025. Konzernchef C. S. Venkatakrishnan hob das Umsatzziel für das Gesamtjahr auf 31,5 Milliarden Pfund an, etwa eine halbe Milliarde mehr als zuvor angegeben, und sagte, die Bank sei auf Kurs, eine materielle Eigenkapitalrentabilität von über 12 % zu erreichen.
- H1 2025
- 5.2 Mrd. GBP
- H1 2026
- 6.1 Mrd. GBP
Investmentbanking und Handel treiben Wachstum
Die weltweiten Einnahmen aus Investmentbanking und Underwriting-Gebühren stiegen im ersten Halbjahr um 24 %. Die Aktienhandelsergebnisse legten in Dollar um 17 % im Jahresvergleich zu und erzielten das stärkste zweite Quartal seit vier Jahren, während der Anleihenhandel nahezu unverändert blieb. Die Gesamteinnahmen der Investmentbank stiegen um 11 % auf 8 Milliarden Pfund, während die britische Retailbank um 8 % auf 4,5 Milliarden Pfund zulegte. Die Kreditausfallrückstellungen stiegen jedoch von 1,1 Milliarden Pfund auf 1,4 Milliarden Pfund, teilweise bedingt durch einen einmaligen Effekt von 228 Millionen Pfund im Zusammenhang mit der Pleite des Immobilienkreditgebers Market Financial Solutions zu Beginn dieses Jahres.
- Q2 2025
- 2.5 Mrd. GBP
- Q2 2026
- 3.3 Mrd. GBP
Asien-Pazifik-Expansion beschleunigt sich
Barclays unternimmt einen konzertierten Vorstoß in Asien, wo die Erlöse aus dem Eigenkapitalgeschäft um 82 % und das M&A-Geschäft in den zwölf Monaten bis Juni um 18 % wuchsen. Das japanische Deal-Geschäft trug die Hauptlast und stieg dank Unternehmensführungsreformen und Auslandsaktivitäten um mehr als das Zehnfache von 1,4 Milliarden Dollar auf 14,8 Milliarden Dollar, obwohl die M&A-Volumina im gesamten asiatisch-pazifischen Raum im ersten Halbjahr um 20 % zurückgingen. Barclays ernannte Hiroshi Minoura zum Vorsitzenden des Japan-Investmentbankings und heuerte Kensuke Nakatsuka im April als Leiter der M&A-Beratung an, wobei im vergangenen Jahr drei weitere leitende Berater hinzukamen. Der ehemalige Deutsche-Bank-Banker Ramin Naji wird im August als Leiter des Gesundheitswesens für den asiatisch-pazifischen Raum einsteigen.
Wir wollen unser Kerngeschäft in der Beratung weiter ausbauen, denn unser globaler Fokus liegt darauf, dieses Geschäft weiter auszubauen.
Das strategische Gebot, außerhalb Japans Wachstum zu finden, ist und bleibt sehr stark.
- 12 Monate bis Juni 2025
- 1.4 Mrd. USD
- 12 Monate bis Juni 2026
- 14.8 Mrd. USD
Aktionärsgeschenk und Bonussprung
Die Bank kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von 1 Milliarde Pfund an und übertraf damit die Prognose von 831 Millionen Pfund; zudem wird sie 800 Millionen Pfund an Dividenden zahlen. Gleichzeitig stieg der Bonustopf für das erste Halbjahr um fast 30 % auf 1,3 Milliarden Pfund. Finanzvorstand Anna Cross sagte, Barclays bewege sich auf ein Vergütungsmodell nach Wall-Street-Art mit höheren variablen Vergütungen und niedrigeren Fixgehältern zu. Die Umstellung folgt auf die verbesserte Rentabilität der Bank und spiegelt die Praktiken der US-Konkurrenten wider.
Steuergegenwind von den Gewerkschaften
Die Ergebnisse stießen beim Trades Union Congress auf scharfe Kritik, der erklärte, die „Bonanza-Gewinne“ zeigten, dass sich Großbanken einen höheren Steuerzuschlag leisten könnten. TUC-Generalsekretär Paul Nowak forderte den neuen Premierminister und den Finanzminister auf, den Bankenzuschlag zu erhöhen und die Einnahmen zur Senkung der Energierechnungen zu verwenden.
Großbanken wie Barclays kassieren ab, während Arbeiter und lokale Unternehmen kämpfen. Hohe Zinsen waren ein Segen für die Banken, bedeuteten für den Rest von uns aber Hypothekenelend und höhere Rechnungen. Dies ist keine „schwierige Entscheidung“. Barclays’ Bonanza-Gewinne zeigen, dass Banken sich leicht höhere Steuern leisten können. Dies ist eine Chance für den neuen Premierminister und Finanzminister zu zeigen, auf wessen Seite sie stehen. Es ist an der Zeit, den Bankenzuschlag zu erhöhen und Banken zu besteuern, um die Energierechnungen zu senken.
Marktreaktion und Bekenntnis zu Canary Wharf
Die Barclays-Aktie fiel zunächst um bis zu 7 %, bevor sie die Verluste auf 4 % reduzierte und wieder unter 500 Pence fiel, nachdem sie am Montag mit 538,30 Pence ein 19-Jahres-Hoch erreicht hatte. Jefferies-Analyst Jonathan Pierce bezeichnete die Zahlen als gemischt und wies darauf hin, dass eine besser als erwartete Performance des Investmentbankings durch schwächere Ergebnisse in anderen Bereichen und die Möglichkeit zusätzlicher Kosten im zweiten Halbjahr ausgeglichen wurde. Unabhängig davon bekräftigte Barclays sein Bekenntnis zu Canary Wharf durch den Erwerb des 32-stöckigen Hauptsitzes One Churchill Place im Erbbaurecht für 999 Jahre zu einem Preis von 750 Millionen Pfund, wodurch langfristige Kostensicherheit über das Auslaufen des Pachtvertrags im Jahr 2039 hinaus gewährleistet wird.


