
Nestle ruft zwei Chargen NAN OPTIpro 1 Säuglingsmilch in Polen wegen Bakterientoxin zurück
Polens Gesundheitsbehörden und Nestle Polska haben zwei Chargen der in den Niederlanden hergestellten NAN OPTIpro 1-Milch mit Haltbarkeitsdatum Juni 2027 zurückgerufen, nachdem Routinetests das Toxin Cereulid nachgewiesen hatten.
Gesundheitsbehörden ordnen Rückruf von Säuglingsmilch an
Am Montag, dem 17. August 2026, gab die polnische Hauptinspektion für sanitäre Hygiene eine öffentliche Gesundheitswarnung zu zwei Chargen von Nestle Polska vertriebener Säuglingsmilch heraus. Der behördliche Schritt erfolgte nach offiziellen Labortests der Staatlichen Sanitätsinspektion, die in Proben von NAN OPTIpro 1 Cereulid nachgewiesen hatten. Das betroffene Produkt wird in 650-Gramm-Packungen mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum Juni 2027 verkauft. Hergestellt in den Niederlanden, wird die Säuglingsmilch von Nestles Firmensitz in Warschau aus auf dem polnischen Markt vertrieben. Beamte bestätigten, dass der Rückruf direkt die Charge L-53430346BA betrifft, in der die Substanz festgestellt wurde, und auch eine unmittelbar danach produzierte zweite Charge umfasst.
Toxinrisiken und Sicherheitsschwellenwerte
Cereulid ist ein emetisches Toxin, das von bestimmten Stämmen des Bakteriums Bacillus cereus produziert wird. Die Verbindung ist hitzestabil und übersteht herkömmliche Lebensmittelherstellungsprozesse; bei Einnahme kann sie plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe auslösen. Die polnischen Inspektionsbehörden bestätigten, dass die in Proben des Produktionszyklus gemessene Konzentration von Cereulid unter dem offiziellen EU-Interventionsgrenzwert blieb, den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit im Februar 2026 festgelegt hatte. Trotz des unterschwelligen Wertes entschieden sich die Gesundheitsbehörden und Unternehmensvertreter für einen vollständigen Rückruf, um mögliche Expositionsrisiken auszuschließen.
Die Hauptinspektion für sanitäre Hygiene erläuterte die Begründung für die Ausweitung des Rückrufs über die getestete Charge hinaus.
Nestle zieht als Vorsichtsmaßnahme auch eine zweite Charge Säuglingsmilch zurück, die unmittelbar nach der bei der amtlichen Lebensmittelkontrolle untersuchten Charge produziert wurde.
Gesundheitliche Bewertung und Verbraucherhinweise
Eine formelle Risikobewertung von Experten des Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit NIH – Nationales Forschungsinstitut bewertete die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen auf Kleinkinder. Die Bewertung ergab, dass eine einmalige Fütterung zwar wahrscheinlich keine akuten toxischen Symptome hervorruft, ein fortgesetzter Verzehr über mehrere Tage oder Wochen jedoch negative gesundheitliche Folgen haben könnte. Die Gesundheitsbehörden stuften das Gesamtrisiko für Säuglinge als gering bis moderat ein, abhängig vor allem von Alter und Gewicht des Säuglings. Eltern wurde geraten, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn ein Säugling nach dem Verzehr von Milch aus einer der beiden Chargen Anzeichen von Magen-Darm-Beschwerden zeigt.
Das öffentliche Gesundheitsinstitut veröffentlichte seine Bewertung der kumulativen Expositionsrisiken.
Obwohl ein einmaliger Verzehr des Produkts keine toxischen Wirkungen hervorrufen sollte, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Verzehr der fraglichen Charge über einen längeren Zeitraum negative gesundheitliche Auswirkungen hat.
Unternehmensreaktion und Umtauschverfahren
Nestle Polska akzeptierte die vorsorgliche Haltung der staatlichen Aufsichtsbehörden und begann, die betroffene Ware aus den Verkaufsregalen und Vertriebslagern zu entfernen. Das Unternehmen erklärte, dass keine anderen Säuglingsnahrungsprodukte der Marke Nestle von der Rückrufmitteilung betroffen seien. Kunden, die die 650-Gramm-Dosen gekauft haben, werden aufgefordert, die auf der Unterseite der Behälter aufgedruckten Identifikationscodes zu überprüfen. Zur Abwicklung von Produktrückgaben und -umtausch aktivierte der Vertreiber eine kostenlose Telefonhotline unter 800 174 902 und stellte eine E-Mail-Kontaktadresse über seine Verbraucherserviceabteilung zur Verfügung. Die Staatliche Sanitätsinspektion überwacht weiterhin den Rückruf in den Handelskanälen.
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- Verfallsdatum der betroffenen 650-Gramm-Milchchargen


