Acht Nationaltrainer gehen – Nagelsmann tritt nach WM-Aus im Elfmeterschießen zurück
Julian Nagelsmann ist nach der Achtelfinal-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay als Bundestrainer zurückgetreten. Er ist der achte Coach, der bei der WM 2026 seinen Posten verlässt.
Nagelsmann tritt nach Paraguay-Niederlage zurück
Deutschland verlor nach einem 1:1 nach 120 Minuten mit 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay im Achtelfinale. Vier Tage später reichte Nagelsmann seinen Rücktritt ein. Zuvor hatte er betont, nicht davonzulaufen.
„Nach einer so bitteren Enttäuschung verdient die Mannschaft eine Chance auf einen Neuanfang ohne Belastungen“, schrieb er in einer DFB-Erklärung.
Es tut mir aufrichtig leid, dass wir Sie enttäuscht haben und Ihnen bei diesem Turnier nicht noch mehr unvergessliche Fußballnächte bescheren konnten.
Der Rücktritt erfolgte nach einem dreistündigen Treffen in der DFB-Zentrale in Frankfurt mit Präsident Bernd Neuendorf, Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig. Nagelsmanns Erklärungen waren Berichten zufolge nicht überzeugend genug. Ihm wurde eine Abfindung in Höhe von schätzungsweise 7 Millionen Euro angeboten.
Klopp der klare Favorit
Der DFB bestätigte, dass er Gespräche mit Jürgen Klopp aufnehmen werde, der bereits seine Bereitschaft zur Übernahme signalisiert hat. Der 59-jährige Klopp verließ Liverpool 2024 und ist seit 2025 Leiter des globalen Fußballs bei Red Bull. Sein Vertrag läuft bis 2029, aber eine mündliche Vereinbarung erlaubt ihm angeblich den Wechsel zum Nationaltrainer-Job.
Welle von Trainerabgängen
Nagelsmann ist der achte Trainer, der während oder unmittelbar nach dem Turnier seinen Posten verlässt. Sabri Lamouchi wurde am 15. Juni von Tunesien entlassen, einen Tag nach einer 1:5-Niederlage gegen Schweden, und durch Hervé Renard ersetzt. Schottlands Steve Clarke trat am 28. Juni zurück, nachdem seine Mannschaft trotz eines Sieges gegen Haiti nicht über die Gruppenphase hinauskam. Südkoreas Hong Myung-bo ging nach einer Kampagne, die mit dem Ausscheiden in der Gruppenphase endete, und Präsident Lee Jae-myung ordnete eine Untersuchung der Mannschaftsleistung an.
Tschechiens Miroslav Koubek (74) ging und machte eine feindselige Medienkampagne verantwortlich, nachdem sein Team nur einen Punkt aus einem Unentschieden gegen Südafrika geholt hatte. Marcelo Bielsas Vertrag mit Uruguay lief nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase mit nur einem Punkt aus. Ronald Koeman trat als niederländischer Trainer nach einer Elfmeter-Niederlage gegen Marokko im Achtelfinale zurück.
Reaktion auf Deutschlands Aus
Der frühere deutsche Nationalspieler Lukas Podolski, Weltmeister von 2014, sagte gegenüber TVP Sport, der Mannschaft habe es an kollektivem Kampfgeist und Biss gefehlt.
Deutschland muss bis zum Ende kämpfen, denn die Geschichte, die Mannschaft verlangt das von jedem. Das war ein kleines Drama.


