
Mutter der vermissten Schwestern (12 und 16) fleht: ‚kommt zurück, alles kann repariert werden‘ nach sechs Tagen Stille
Sechs Tage nachdem Alisya (16) und Sarah (12) aus einem Kinderheim in den Abruzzen verschwunden sind, veröffentlichte ihre Mutter Valentina D'Acunto eine tränenreiche Sprachnachricht, in der sie sie drängt, Kontakt aufzunehmen, und wiederholt, dass sie nicht wütend sei.
Verschwinden aus einem Kinderheim
Alisya und Sarah wurden zuletzt in der Nacht von Samstag, 6., auf Sonntag, 7. Juni 2026, in der Jugendhilfeeinrichtung Ofh Hope in Civitella Alfedena in der Provinz L’Aquila gesehen. Die beiden Schwestern lebten seit 2024 in der Einrichtung, nachdem sie sieben Jahre in verschiedenen Pflegefamilien verbracht hatten. Als das Personal ihr Fehlen bemerkte, fanden sie die Mobiltelefone der Mädchen in ihrem Zimmer zurückgelassen und eine zerbrochene Terrassentür, durch die sie unbemerkt hätten verschwinden können.
Das Kinderheim liegt in einer abgelegenen Gegend des Nationalparks Abruzzen, Latium und Molise. Straßenkameras in der Umgebung zeichneten keine Spur der Mädchen auf, und Spürhunde konnten ihren Geruch nicht aufnehmen. Der Staatsanwalt des Falles, Stefano Iafolla vom Gericht Sulmona, hat ein Verfahren wegen Kindesentführung eröffnet und die Analyse der Telefone angeordnet.
Der emotionale Appell einer Mutter
Über ihren Anwalt Enrico Mastantuono veröffentlichte Valentina D’Acunto am 13. Juni eine Sprachnachricht, in der sie sich direkt an ihre Töchter wendet.
Aus welchem Grund auch immer ihr gegangen seid, ich bitte euch, Kontakt mit uns aufzunehmen. Mama ist nicht wütend und denkt daran: Alles kann repariert werden, aber wir müssen es gemeinsam tun. Mama wartet auf euch.
Die 39-Jährige, ursprünglich aus Minturno, fährt fort: „Sarah, Alisya, meine Lieblinge, wenn ihr diese Worte hört, wisst bitte, dass das Wichtigste für mich ist, zu wissen, dass es euch gut geht. Jeder Tag, der vergeht, ist voller Sorge, aber auch voller Hoffnung, der Hoffnung, euch bald wieder in die Arme schließen zu können.“
Ermittlungen wegen möglicher Entführung
Die Staatsanwaltschaft verfolgt jede Spur, von freiwilligem Verlassen bis hin zu einer Entführung. Da die Einrichtung keine Videoüberwachung oder Alarmanlage hatte und das Fenster, das die Mädchen benutzt haben sollen, keine Gitter hatte, ist es schwer, den genauen Ablauf zu rekonstruieren. Ein 16-jähriger Freund einer der Schwestern wurde befragt, lieferte aber keine verwertbaren Informationen. Die vorherrschende Hypothese ist, dass die Jugendlichen mit Hilfe von außen weggingen, angesichts der abgelegenen Lage und der Schwierigkeit, ohne Auto zu verschwinden.
Familiärer Hintergrund
Das Verschwinden erfolgte kurz nach dem endgültigen Scheidungsurteil, das die Aussetzung der elterlichen Sorge des Vaters aufhob. Nach Presseberichten hatten sich die Mädchen gegen diese Entscheidung gewehrt und eine Verlegung abgelehnt. Eine Woche zuvor hatte das Jugendgericht auch der Mutter die elterliche Verantwortung entzogen, obwohl der Anwalt sagt, die Mädchen seien von dieser Entscheidung nicht informiert worden und hätten am Freitagabend vor ihrem Verschwinden mit ihrer Mutter gesprochen, wobei sie ruhig wirkten. Der Vater Stefano Di Giacinto hatte in den vorangegangenen Tagen einen eigenen Appell veröffentlicht.


