
SpaceX-Rekordbörsengang über 75 Milliarden Dollar schafft ersten Billionär der Welt
Die Aktien stiegen am ersten Handelstag um elf Prozent, das Unternehmen nahm 75 Milliarden Dollar ein – der größte Börsengang der Geschichte. Elon Musks Vermögen kletterte auf 1,1 Billionen Dollar.
Das Debüt
SpaceX ging am Freitag an der New Yorker Börse zu 150 Dollar pro Aktie an den Start, elf Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt 1,96 Billionen Dollar. Mit der Platzierung von 555,6 Millionen Aktien nahm das Unternehmen 75 Milliarden Dollar ein und verdreifachte damit den bisherigen Rekord der saudischen Aramco aus dem Jahr 2019. Es ist der größte Börsengang aller Zeiten. Die Zuteilung fiel ungewöhnlich stark zugunsten von Privatanlegern aus: Rund 30 Prozent der neuen Aktien waren für sie reserviert – ein deutlicher Unterschied zu den üblichen fünf Prozent.
SpaceX gibt 30 Prozent seiner Aktien an Kleinanleger. Normalerweise sind es etwa fünf Prozent. Das Unternehmen setzt also massiv auf die Privatanleger und ihre Depots, um den Kurs zu stützen – das birgt ein erhebliches Volatilitätsrisiko.
Musks Vermögen
Mit dem Börsengang wurde Elon Musk zum ersten Billionär der Welt. Forbes schätzt sein Vermögen auf 1,1 Billionen Dollar, umgerechnet rund 950 Milliarden Euro – mehr als das Dreifache des Bruttoinlandsprodukts von Portugal. Der zweitreichste Mensch der Welt besitzt etwa 300 Milliarden Dollar. Nur Larry Ellison hatte zuvor die Schwelle von 400 Milliarden Euro erreicht.
Das Vermögen des Zweitreichsten schwankt um 300 Milliarden Dollar – weniger als ein Drittel dessen, was Musk jetzt besitzt. Und nur eine andere Person, Larry Ellison, war jemals 400 Milliarden Euro wert.
Ambitionen und tiefrote Verluste
Musk begründete den Börsengang mit dem Kapitalbedarf für Satelliten und Rechenzentren im Orbit sowie für eine Siedlung mit einer Million Menschen auf dem Mars. SpaceX will zudem Anthropic und OpenAI im Wettlauf um Künstliche Intelligenz überholen. Zwischen Anfang 2025 und dem 31. März 2026 verzeichnete das Unternehmen Verluste von 8,7 Milliarden Dollar, um diese Ziele zu finanzieren.
25 Jahre unwahrscheinlicher Erfolg
Als Musk erstmals davon sprach, eigene Raketen zu bauen, ließ sein damaliger Mitbewohner Adeo Ressi ein Panel von Raumfahrtexperten zusammenstellen, um ihn davon abzubringen. Musk räumte später ein, dass er dem Vorhaben weniger als zehn Prozent Erfolgschancen eingeräumt habe. Am Tag des Börsengangs erinnerte er im texanischen Hauptquartier Starbase an die anfängliche Skepsis.
Ich sagte den Leuten: 'Es wird wahrscheinlich scheitern. Aber wir sollten es versuchen.'
Expertenwarnung und die Bewertungsfrage
Jay Ritter, Professor und als „Mr. IPO“ bekannt, räumte SpaceX eine einzigartige Position ein, warnte aber, dass viele Bedingungen erfüllt sein müssten, damit Anleger nicht enttäuscht würden. Er verwies auf Winner-takes-all-Netzwerkeffekte und die immensen Kosten einer Nachahmung der Technologie. Gleichzeitig betonte er, dass die Anleger am öffentlichen Markt auf eine sehr ferne Zukunft setzten. Am Vorabend des Börsengangs erschien am Times Square eine riesige aufblasbare Musk-Figur, begleitet von Kritik an seinem KI-Tool Grok, dem vorgeworfen wurde, explizite Bilder von Kindern zu generieren, sowie Warnungen vor der extremen Konzentration von Vermögen in den Händen weniger Milliardäre.

