
MSF fordert 40-Dollar-Preis pro Person für HIV-Präventionsspritze zum Auftakt der Welt-AIDS-Konferenz in Rio
Die Hilfsorganisation sagt, Gilead verlange 28.000 Dollar pro Jahr für dasselbe Medikament in den USA, was es für einkommensschwächere Länder unerschwinglich mache. Die einwöchige Welt-AIDS-Konferenz beginnt heute in Rio de Janeiro.
Forderung zum Auftakt am ersten Tag
Ärzte ohne Grenzen (MSF) nutzte die Eröffnung der Welt-AIDS-Konferenz in Rio de Janeiro, um auf eine drastische Preissenkung für Lenacapavir zu drängen, ein injizierbares Medikament, das HIV-Infektionen mit zwei Spritzen pro Jahr verhindern kann. Melissa Scharwey, die globale Gesundheitsexpertin der Organisation, nannte die derzeitige Preisgestaltung künstlich und inakzeptabel.
Niemand sollte von der HIV-Prävention ausgeschlossen werden, nur weil ein Medikament künstlich teuer gehalten wird.
MSF fordert einen Preis von etwa 40 Dollar pro Person und Jahr, zusammen mit einer breiten Lizenzierung, die die Produktion günstigerer Generika ermöglicht.
Die Preislücke
Laut MSF verlangt das US-Pharmaunternehmen Gilead derzeit 28.000 Dollar für eine Jahresversorgung mit Lenacapavir, verabreicht als zwei Injektionen. Diese Zahl gilt für die Behandlung bereits HIV-infizierter Menschen in den Vereinigten Staaten, nicht für den präventiven Einsatz, aber MSF argumentiert, dass sie dennoch auf Kosten hinweist, die Gesundheitssysteme in einkommensschwachen und mittleren Ländern nicht tragen können.
- Gilead (US-Behandlung)
- 28000 $/Jahr
- MSF-Ziel (Prävention)
- 40 $/Jahr
Der Vorteil des Medikaments liegt in seinem Dosierungsplan: Zweimal jährliche Injektionen ersetzen tägliche Präexpositionsprophylaxe-Tabletten. MSF stellt fest, dass eine tägliche Pilleneinnahme für Menschen in Konfliktgebieten, Flüchtlingslagern und abgelegenen ländlichen Gebieten schwer aufrechtzuerhalten ist.
Das globale HIV-Bild
Jedes Jahr infizieren sich weltweit rund 1,2 Millionen Menschen neu mit HIV, so die AIDS-Aktionsallianz, und etwa 570.000 sterben an AIDS-bedingten Ursachen. Zum ersten Mal treten mehr als die Hälfte der Neuinfektionen außerhalb Afrikas südlich der Sahara auf. Gleichzeitig steht die globale HIV-Bekämpfung unter Druck durch einen starken Rückgang der internationalen Gesundheitsfinanzierung.
Was in Rio bevorsteht
Die Welt-AIDS-Konferenz findet vom 26. bis 31. Juli 2026 statt. Wissenschaftler, Politiker, Unternehmen, Aktivisten und Patientenvertreter kommen zusammen, um über die Zukunft der globalen HIV-Bekämpfung zu diskutieren. Der Zugang zu Lenacapavir ist eines der zentralen Themen der Veranstaltung.


