
Ex-Freund von Aurora Tila gesteht im Berufungsverfahren: „Ich habe sie vom Balkon geworfen“. Gericht vertagt auf 10. September
Am 13. Juli 2026 gestand der inzwischen fast 17-jährige Ex-Freund von Aurora Tila vor dem Berufungsgericht in Bologna, die 13-Jährige am 25. Oktober 2024 in Piacenza von einem Balkon im siebten Stock geworfen zu haben, womit er eineinhalb Jahre Leugnen beendete. Der Prozess wurde auf den 10. September vertagt, um einen Bericht über das Verhalten im Gefängnis abzuwarten.
Überraschungsgeständnis im Gerichtssaal von Bologna
Der Ex-Freund von Aurora Tila, inzwischen fast 17 Jahre alt, machte am 13. Juli 2026 spontane Aussagen per Video aus der Jugendstrafanstalt Catanzaro und gab erstmals zu, die 13-Jährige in den Tod gestürzt zu haben. Er entschuldigte sich sowohl für den Mord als auch für die Verzögerung seines Geständnisses und kehrte damit die im Ermittlungsverfahren und im erstinstanzlichen Prozess vertretene Haltung der Nichtschuld um. Das Jugendgericht Bologna hatte ihn bereits am 3. November 2025 verurteilt und zu 17 Jahren Haft wegen schweren vorsätzlichen Totschlags und Stalking verurteilt.
Mit dem Geständnis schließt sich ein Kreis. Aber wir hoffen, dass das Gericht das erstinstanzliche Urteil bestätigt, das eine angemessene Strafe festgelegt hat.
Der Anwalt der Mutter von Aurora bezeichnete das Geständnis als verspätet und taktisch und deutete an, dass es ein Versuch sein könnte, eine mildere Strafe zu erwirken. Das Gericht ordnete sofort einen Bericht über das Verhalten des Angeklagten in der Anstalt Catanzaro an, wo er angeblich neuen Beschwerden ausgesetzt ist, und vertagte die Anhörung auf den 10. September.
Die Ereignisse vom 25. Oktober 2024
Aurora Tila verließ ihre Wohnung in der Via IV Novembre 56 in Piacenza gegen 8 Uhr morgens am 25. Oktober 2024 und sagte ihrer Mutter, sie treffe sich mit Freunden. Stattdessen traf sie ihren 15-jährigen Ex-Freund auf der Terrasse des angrenzenden Gebäudes Nummer 58. Ein Zeuge sagte später den Ermittlern, er habe gesehen, wie die Jugendliche sich am Balkongeländer festhielt, während der Junge mit seinen Knien auf ihre Finger schlug, bis sie den Halt verlor und aus dem siebten Stock fiel. Die Autopsie ergab mehrere Verletzungen und Blutergüsse, die vor dem Sturz entstanden waren, und die Ermittler wiesen die ursprüngliche Behauptung des Jungen, das Mädchen sei freiwillig gesprungen oder bei einem Streit ausgerutscht, schnell zurück.
- Aurora Tila, 13, stirbt nach Sturz von einem Balkon im siebten Stock in Piacenza; ihr 15-jähriger Ex-Freund wird festgenommen.
- Das Jugendgericht Bologna verurteilt den Angeklagten wegen schweren Mordes und Stalking zu 17 Jahren Haft.
- Während der Berufungsverhandlung gesteht der nun 17-Jährige erstmals, entschuldigt sich für den Mord und sein verspätetes Geständnis.
- Nächste Gerichtsanhörung, verschoben, um einen Bericht über das Verhalten des Angeklagten in der Jugendstrafanstalt Catanzaro zu ermöglichen.
Die Carabinieri stellten fest, dass die Terrassen der beiden Gebäude einen Zugang zum Dach boten, auf dem das Treffen stattfand. Der Junge wurde verhaftet und wegen schweren vorsätzlichen Totschlags angeklagt; die erschwerenden Umstände umfassten Stalking, das Minderjährigenalter des Opfers und die vorherige Liebesbeziehung.
Stalking, Drohungen und eine toxische Beziehung
Das Paar lernte sich 2023 über soziale Medien kennen und hatte eine kurze Beziehung, bevor Aurora sie beendete. Nach den im Prozess vorgelegten Beweisen wurde der Junge zunehmend obsessiv und besitzergreifend. Aurora vertraute sich Freundinnen über Messaging-Apps an und sagte, sie fühle sich verfolgt und sei mehrfach verfolgt worden. Sie wandte sich auch an einen KI-Chatbot und fragte ChatGPT, was der Unterschied zwischen einer gesunden und einer toxischen Beziehung sei – ein Gespräch, das später von den Richtern in ihrer schriftlichen Urteilsbegründung als Beleg für die Stalking-Anklage angeführt wurde.
Auroras Mutter hatte die Sozialdienste kontaktiert, um wegen des Verhaltens des Jungen einzugreifen. Ein ehemaliger Zellengenosse sagte im ersten Prozess zudem aus, der Angeklagte habe ihm gegenüber privat gestanden, das Mädchen gestoßen zu haben – ein Detail, das den Staatsanwälten half, ihren Fall aufzubauen.
- Forderung der Staatsanwaltschaft
- 20.666 Jahre
- Erstinstanzliches Urteil
- 17 Jahre
- Forderung der Verteidigung (Freispruch)
- 0 Jahre
Erstinstanzliche Verurteilung und der Weg zur Berufung
Am 3. November 2025 verurteilte das Jugendgericht Bologna den damals 16-Jährigen im abgekürzten Verfahren. Er erhielt eine 17-jährige Haftstrafe, weniger als die von Staatsanwalt Simone Purgato geforderten 20 Jahre und 8 Monate, aber deutlich über dem von der Verteidigung angestrebten vollständigen Freispruch. Die Urteilsbegründung der Richter hob ein Muster von obsessiver Eifersucht, ständigen Drohungen und einer „wohlbegründeten Angst um ihre eigene Sicherheit“ des Opfers hervor.
Die Verteidigung legte Berufung ein, und das Verfahren begann Mitte 2026 neu. Das heutige Geständnis ist das erste Mal, dass der Angeklagte Verantwortung übernommen hat, aber er gab keine Einzelheiten zum Motiv oder zum genauen Ablauf der Ereignisse auf dem Balkon preis.
Was als nächstes passiert
Das Berufungsgericht ordnete einen Bericht über das Verhalten des Angeklagten in der Jugendstrafanstalt Catanzaro an, wo er angeblich wegen verschiedener Verstöße gemeldet wurde. Die nächste Anhörung ist für den 10. September 2026 angesetzt. Auroras Familie hofft, dass das Gericht die ursprüngliche 17-jährige Strafe bestätigt, und betrachtet das verspätete Geständnis als Versuch, die Strafe zu mildern, und nicht als echten Schritt zur Verantwortungsübernahme.


