
Zwei rumänische Bergsteiger sterben nach Sturz in eine 20 Meter tiefe Gletscherspalte am Gran Paradiso
Die Leichen zweier rumänischer Bergsteiger wurden am Montagmorgen aus einer Gletscherspalte am Gran-Paradiso-Massiv in den italienischen Alpen geborgen. Damit endete eine mehrtägige Suche, die am 9. Juli begonnen hatte.
Der Fund
Retter der Alpinen Rettung des Aostatals fanden die Leichen am Morgen des 13. Juli 2026 am Boden einer etwa 20 Meter tiefen Gletscherspalte. Die Bergsteiger wurden seit dem 9. Juli vermisst, dem Tag, an dem sie die Vittorio-Emanuele-II-Hütte für ihren Aufstieg auf den 4.061 Meter hohen Gipfel verlassen hatten. Mehrere Hubschrauberüberflüge in den vorangegangenen Tagen hatten keine Ergebnisse gebracht.
Laut Mediafax wurde die Gletscherspalte in einer Höhe von etwa 3.700 Metern auf der Abstiegsroute vom Gran Paradiso gefunden. Alarm geschlagen hatte der Sohn eines der Bergsteiger, nachdem er sie nicht erreichen konnte. Die Identifizierungsverfahren wurden der Guardia di Finanza von Entrèves-Courmayeur anvertraut.
Die trügerische Leichtigkeit des Berges
Der Gran Paradiso ist einer der am meisten besuchten Viertausender in den Alpen und gilt oft als zugängliches Ziel für Bergsteiger, die ihren „ersten Viertausender“ bezwingen wollen. Mehrere Berichte weisen darauf hin, dass seine scheinbare Einfachheit trügerisch sein kann. Das Suchgebiet liegt im ältesten Nationalpark Italiens, auf einem Massiv, das die Grenzregion nahe der Schweiz und Frankreichs überspannt.
Steigende Opferzahlen auf italienischen Gipfeln
Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Zahl von Todesfällen auf italienischen Bergen ein. Im Jahr 2025 starben 528 Menschen auf italienischen Gipfeln, ein Anstieg um 13 % gegenüber 466 Todesfällen im Jahr 2024, wie das Italienische Nationale Alpine und Höhlenrettungskorps (CNSAS) mitteilte.
- 2024
- 466 Todesfälle
- 2025
- 528 Todesfälle
Der Suchverlauf
Die Suchaktion wurde am Donnerstag, dem 10. Juli, eingeleitet, nachdem die beiden Männer nicht von ihrer Besteigung zurückgekehrt waren. Hubschrauberüberflüge wurden mehrere Tage lang über dem vermuteten Gebiet fortgesetzt, jedoch ohne Erfolg, bis die Gletscherspalte schließlich am Montagmorgen entdeckt wurde. Bergungsteams holten die Leichen später am Tag aus der 20 Meter tiefen Spalte.
- Bergsteiger verlassen Vittorio-Emanuele-II-Hütte zum Aufstieg
- Suchaktion eingeleitet, nachdem Bergsteiger nicht zurückkehren
- Mehrere Hubschrauberüberflüge ohne Ergebnis durchgeführt
- Gletscherspalte gefunden und Leichen aus 20 Meter Tiefe geborgen
Wie es weitergeht
Nach der Bergung der Leichen liegt die Priorität nun auf der formellen Identifizierung durch die Polizei von Entrèves-Courmayeur. Weder das Alter der beiden rumänischen Staatsbürger noch ihre Identität wurden öffentlich bekannt gegeben. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Sturzes dauern an.


