
Heruntergefallenes Stromkabel löst tödlichen Waldbrand in Spanien aus, mindestens 13 Tote; Sánchez fordert Präventionskultur
Mindestens 13 Menschen sind gestorben, darunter vier Briten und eine Französin, nachdem ein durch ein heruntergefallenes Stromkabel ausgelöster Waldbrand durch die Provinz Almería tobte. Die Flammen verbrannten 7.000 Hektar und zwangen Hunderte zur Evakuierung, bevor sie am Sonntag stabilisiert werden konnten.
Ausbruch und schnelle Ausbreitung des Feuers
Am Donnerstag, dem 9. Juli, fiel ein Stromkabel neben einer Straße in der Nähe von Los Gallardos in der andalusischen Provinz Almería herab und entzündete trockene Vegetation. Innerhalb weniger Stunden bewegten sich die Flammen nach Angaben der Feuerwehr mit rund 100 Metern pro Minute. Als das Feuer am Sonntag, dem 12. Juli, stabilisiert wurde, hatte es 7.000 Hektar verbrannt und eine Ausdehnung von 40 Kilometern erreicht, wie der Regionalpräsident Juan Manuel Moreno mitteilte.
- Stromkabel fällt herab, entzündet Waldbrand bei Los Gallardos; Feuer breitet sich mit 100 Metern pro Minute aus.
- Feuer stabilisiert; mindestens 600 Evakuierte kehren nach Hause zurück.
- CID identifiziert sechs Opfer; darunter vier Briten und eine Französin.
- Premierminister Sánchez trifft im Rettungskommandozentrum in Turre ein, fordert Präventionskultur.
Identifizierte Opfer: Ausländer unter den Toten
Bis Montag, dem 13. Juli, hatte die spanische Identifizierungsbehörde CID sechs der 13 bestätigten Toten offiziell identifiziert. Zu den Identifizierten gehören vier britische Staatsangehörige und eine Französin, während sechs weitere Leichen noch identifiziert werden müssen. Die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen: Die CID erhielt zehn Meldungen von Familien, die nach vermissten Angehörigen suchen, und warnte, dass die Zahl steigen könnte. Eine 93-jährige Britin starb am Sonntagabend im Krankenhaus an den bei dem Brand erlittenen Verletzungen; sie war unter acht ins Krankenhaus eingelieferten Personen, vier von ihnen in ernstem Zustand. Das französische Außenministerium hatte zuvor bestätigt, dass ein französischer Staatsbürger offiziell vermisst wird.
Sánchez besucht und fordert eine Präventionskultur
Premierminister Pedro Sánchez traf am Montag um 11:25 Uhr im Rettungskommandozentrum in Turre ein, wo er Feuerwehrleute und Rettungskräfte traf. Er nutzte den Besuch, um zu einer Abkehr von reaktiven Maßnahmen hin zu vorbeugenden Handlungen aufzurufen.
Wir müssen nicht nur reagieren, wenn diese Brände passieren, sondern wir müssen auch vorbeugen.
Sánchez fügte hinzu, dass jeder Einzelne erkennen müsse, dass sich das Klima verändere und die Auswirkungen des Klimanotstands zunähmen. Er warnte vor einem „komplizierten Sommer“, der ständige Wachsamkeit erfordere. Er wies auch darauf hin, dass im Jahr 2025 in Spanien mehr als 393.000 Hektar verbrannt seien, was „einem Drittel der gesamten in Europa verbrannten Fläche“ entspreche.
Evakuierungen und die Folgen
Am Sonntag, nach drei Tagen intensiver Brandbekämpfung, wurde das Feuer unter Kontrolle gebracht. Die Behörden erlaubten mindestens 600 evakuierten Bewohnern die Rückkehr in ihre Häuser in den durch den Brand verwüsteten Gebieten. Viele trafen auf eine Landschaft aus verkohlter Vegetation und ausgebrannten Fahrzeugen. Die spanische Presse, von La Vanguardia bis La Razón, hat bereits zu einem „pacto de Estado“ aufgerufen, um den Brandschutz und das Umweltbewusstsein zu verbessern, und argumentiert, dass die Tragödie als „Elektroschock“ für die nationale Politik dienen müsse.
Klimawandel und Spaniens Verwundbarkeit
Spanien liegt an vorderster Front des Klimawandels, mit Hitzewellen, die länger und häufiger werden, und Temperaturen, die selbst im Frühling regelmäßig 40°C überschreiten. Diese Bedingungen schaffen ideale Voraussetzungen für sich schnell ausbreitende Brände, wie in Los Gallardos zu sehen. Der Premierminister erinnerte daran, dass im letzten Jahr ein Drittel der gesamten verbrannten Fläche Europas in Spanien lag, eine deutliche Veranschaulichung der Gefährdung des Landes. Er forderte individuelles und kollektives Handeln, bevor künftige Brände ausbrechen.


