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Diplomatie·vor 1 Std.

Mitsotakis und Libyens Saddam Haftar erörtern Migration und Seegrenzen bei erstem Athen-Besuch

Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis empfing am Montag Saddam Haftar, den stellvertretenden Kommandeur der Libyschen Nationalarmee und wahrscheinlichen Nachfolger seines Vaters, zu Gesprächen im Maximos-Palast, wobei Migration und maritime Grenzziehungen im Mittelpunkt der Agenda standen.

Hochrangige Gespräche in Athen

Premierminister Kyriakos Mitsotakis traf sich am Montag, den 15. Juni 2026, im Maximos-Palast mit Saddam Haftar, dem stellvertretenden Kommandeur des Generalstabs der Libyschen Nationalarmee. Der Besuch markiert das erste Mal, dass Haftar nach Griechenland gereist ist, was einen neuen diplomatischen Kanal zwischen Athen und dem Machtzentrum im Osten Libyens signalisiert. Die beiden Männer bekräftigten die historischen Beziehungen zwischen Griechenland und Libyen, bevor sie zu konkreten Bereichen von gemeinsamem Interesse übergingen. Das Treffen folgte auf ein früheres Gespräch am selben Tag zwischen Haftar und dem griechischen Außenminister Giorgos Gerapetritis, was das Gewicht unterstreicht, das Athen dieser Beziehung beimisst.

Wer ist Saddam Haftar?

Saddam Haftar ist der Sohn von Feldmarschall Khalifa Haftar, dem Kommandeur der Libyschen Nationalarmee und der dominierenden Figur im Osten Libyens. Er wird weithin als der politische und militärische Erbe seines Vaters angesehen, und sein Besuch in Athen wird als Teil eines umfassenderen Bemühens interpretiert, Libyens internationale Kontakte zu festigen. Vor seiner Ankunft im Maximos-Palast führte er Gespräche mit Außenminister Gerapetritis, ein Zeichen dafür, dass die griechische Regierung direkt mit den wichtigsten Akteuren in Libyens fragmentierter Sicherheitslandschaft zusammenarbeitet. Der Besuch findet zu einer Zeit statt, in der Libyen weiterhin eine zentrale Rolle bei den Migrationsströmen in Richtung Europa und dem östlichen Mittelmeer spielt.

Wirtschafts- und Investitionskooperation

Während des Treffens untersuchten beide Seiten Möglichkeiten zur Vertiefung der Wirtschafts- und Investitionszusammenarbeit. Die Diskussionen deckten die breiteren wirtschaftlichen Beziehungen ab, mit besonderem Augenmerk auf Sektoren, in denen griechische Unternehmen über Expertise verfügen. Obwohl keine spezifischen Abkommen angekündigt wurden, wurde beschrieben, dass die Gespräche das gesamte Spektrum der Wirtschafts- und Investitionsbereiche abdeckten. Beide Seiten waren sich einig, dass verstärkte wirtschaftliche Beziehungen Stabilität und gegenseitigen Nutzen bieten können, in einer Zeit, in der Libyen nach Wiederaufbau und internationalen Partnerschaften strebt.

Migrationsdruck

Irreguläre Migration wurde als gemeinsame Herausforderung für Griechenland und Libyen beschrieben. Die beiden Männer diskutierten eine weitere Stärkung der Zusammenarbeit in Migrationsfragen, wobei sich Athen der Rolle Libyens als Ausgangspunkt für Menschen, die das Mittelmeer überqueren wollen, sehr bewusst ist. Das Treffen brachte keine neuen operativen Maßnahmen hervor, aber die Tatsache, dass Migration ganz oben auf der Agenda stand, signalisiert die Dringlichkeit, die Griechenland der Bewältigung der Ströme von der libyschen Küste beimisst. Athen drängt seit langem auf eine engere Koordinierung mit den libyschen Behörden, um illegale Ausreisen einzudämmen.

Maritime Grenzziehung auf der Agenda

Das Thema der Abgrenzung der maritimen Zonen und die Aussicht auf die Aufnahme offizieller Gespräche wurden während des Treffens angesprochen. Dies ist ein Bereich von besonderem diplomatischen Gewicht für Athen, angesichts der strategischen Bedeutung, die es dem Dialog mit Libyen auf der Grundlage des Völkerrechts beimisst. Es wurde kein Zeitplan für Verhandlungen genannt, aber die Diskussion ist ein klares Indiz dafür, dass Griechenland die Frage der Seegrenzen lebendig halten will, insbesondere angesichts früherer Abkommen zwischen Tripolis und der Türkei, die Athen für ungültig hält. Griechenland hofft, dass das Engagement mit dem Lager Haftar ein Gegengewicht in der Energie- und Sicherheitsgleichung des östlichen Mittelmeers bilden kann.

Athen

4 Quellen

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