
Mitsotakis verspricht keine „Unantastbaren“ im Korruptionskampf – Athener Bestechungsring in Planungsämtern zerschlagen
Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis nutzte seinen wöchentlichen Facebook-Beitrag, um zu erklären, dass es „keine Unantastbaren“ im griechischen Kampf gegen Korruption gebe, nachdem eine Polizeiaktion einen Erpressungs- und Bestechungsring zerschlagen hat, der in den Athener Stadtplanungsämtern operierte.
Die Razzia in den Planungsämtern
Die griechische Polizei hat ein organisiertes Erpressungs- und Bestechungsnetzwerk zerschlagen, das in den Athener Stadtplanungsämtern operierte. Der Fall kam ans Licht, nachdem eine anonyme Beschwerde bei der griechischen Polizei eingereicht worden war, was Mitsotakis als Beweis anführte, dass jede Meldung untersucht und, falls bestätigt, zu Ende verfolgt werde. Er forderte die Bürger auf, den Behörden zu vertrauen und nicht zu zögern, solche Vorfälle zu melden.
Der Kampf gegen Korruption wird nicht mit Wunschdenken gewonnen, sondern mit einem Plan, Beharrlichkeit und politischem Willen.
Regierungsreaktion und Reformweg
Vor neun Monaten kündigte Mitsotakis auf der Internationalen Messe von Thessaloniki eine wegweisende Reform an, die die Ausstellung und Kontrolle von Baugenehmigungen von fragmentierten Kommunalstrukturen auf ein neues, einheitliches digitales Grundbuch überträgt. Er stellte die Reform als strukturelle Antwort auf Undurchsichtigkeit und Klientelabhängigkeiten dar und argumentierte, dass Transparenzinstrumente die Durchsetzung effektiver machten. Der Premier zog einen Vergleich zu früheren Auseinandersetzungen mit Steueramts-Machenschaften durch die nun unabhängige Steuerbehörde AADE.
Die Botschaft ist klar: Es gibt keine sicheren Häfen, es gibt keine Unantastbaren. So wie wir jede Art von Machenschaften in lokalen Steuerämtern durch die nun unabhängige AADE bekämpft haben, so bekämpfen wir auch jedes kriminelle Netzwerk in lokalen Planungsämtern.
Sechs Jahre gov.gr
Der Premier verankerte seine Botschaft im sechsten Jahrestag von gov.gr, dem einheitlichen Digitaldienstleistungsportal der Regierung. Die Plattform bietet nun 2.257 digitale Dienste, hat mehr als 9 Millionen Bürger bedient und über 431 Millionen Dokumente und Bescheinigungen ausgestellt. Mitsotakis argumentierte, die tiefere Bedeutung liege nicht in den Zahlen, sondern im Beweis, dass der Staat schneller, einfacher, transparenter und bürgerfreundlicher werden könne. Eine neue einheitliche digitale CRM-Infrastruktur wurde gestartet, damit jede Bürger- oder Geschäftsanfrage – ob über gov.gr, Bürgerdienstzentren oder Telefon eingereicht – einheitlich verfolgt wird.
- Digitale Dienste
- 2257
- Bediente Bürger (Millionen)
- 9
- Ausgestellte Dokumente (Millionen)
- 431
Grundbuch und Raumplanung
Mitsotakis berichtete, dass Griechenland 99 % seiner nationalen Grundbucheintragung abgeschlossen habe und damit einen Rückstand von fast zwei Jahrhunderten aufhole. Die Regierung hat das Jahr 2030 als Ziel gesetzt, damit das Land eine vollständig organisierte Raumplanung und klare Flächennutzungsausweisungen in jedem Winkel des Landes hat. Er bezeichnete es als eine 'stille', aber tiefgreifende Reform, die Legalität stärkt, Entwicklung fördert und das Vertrauen zwischen Bürgern und Staat wiederherstellt.
Gesundheit und Telemedizin-Ausbau
Der Premier erläuterte die laufende Modernisierung des Nationalen Gesundheitssystems. Von 335 geplanten Telemedizinstationen wurden landesweit 329 installiert, und Echtzeit-Arzt-Patienten-Verbindungen sollen bis Ende Juni 2026 betriebsbereit sein. Rund 3.000 Überwachungssysteme für zu Hause werden für Patienten mit chronischen Erkrankungen eingesetzt, und mobile Gesundheitseinheiten werden Telemedizinausrüstung mitführen. Digitale Patienten-Tracking-Armbänder sind jetzt in 73 Krankenhäusern im Einsatz; allein im Mai verzeichneten mehr als 280.000 Fälle in angeschlossenen Krankenhäusern durchschnittliche Servicezeiten unter dem Jahresdurchschnitt, wobei das Athener KAT-Krankenhaus durchschnittlich zwei Stunden benötigte.
- Gov.gr-Portal für digitale Dienste gestartet
- Baugenehmigungsreform auf der Internationalen Messe Thessaloniki angekündigt
- Nationale Grundbucheintragung erreicht 99 %
- 329 von 335 Telemedizinstationen installiert; Echtzeitverbindungen bis Monatsende erwartet
- Erste Vereinbarungen für EU-Rückkehrzentren zur Unterzeichnung anvisiert
- Rückkehrzentren außerhalb der EU sollen betriebsbereit werden
- Ziel für vollständig organisierte nationale Raumplanung und Flächennutzungsausweisungen
Migration und der EU-Pakt
Zum Thema Migration sagte Mitsotakis, Griechenland richte sich nach dem neuen Europäischen Migrations- und Asylpakt, der einen strengeren Außengrenzschutz, schnellere Asylverfahren und mehr Unterstützung für die Frontstaaten vorsieht. Er betonte, dass Griechenland eine führende Rolle bei der Gestaltung der Politik gespielt habe, da es lange argumentiert habe, dass das Migrationsmanagement nicht allein den Ersteinreisestaaten überlassen werden könne. Im Rahmen des neuen Rahmens werden irreguläre Migranten in 'Rückkehrzentren' außerhalb der EU verlegt, anstatt in geschlossenen Einrichtungen innerhalb Griechenlands zu bleiben; die Regierung strebt die Unterzeichnung der ersten Vereinbarungen für diese Zentren im Jahr 2026 an, damit sie bis 2027 betriebsbereit sind.

