- Juli 2026Anwälte beginnen, ihre Rechtshilfedienste niederzulegen, nachdem das neue Pauschalsystem am District Court eingeführt wurde
- 12.10.Vier Vergewaltigungsverfahren werden laut dem Minister vertagt
- 19.10.Der Rückzug der Dienste weitet sich auf Haft- und Kinderfälle aus; sechs Vergewaltigungsverfahren werden am Central Criminal Court vertagt
- 20.10.Der Minister schreibt an die Law Society und bietet ein Treffen an; anschließend erscheint er vor dem Justizausschuss
Die Darstellung des Ministers zu den Vergewaltigungsverfahren
Jim O'Callaghan erschien am Dienstag, 20. Oktober, vor dem Justizausschuss des Oireachtas und sah sich Fragen zum Streit der Anwälte über die Strafprozesskostenhilfe gegenüber. In seiner Eröffnungserklärung sagte er, sechs Vergewaltigungsverfahren seien am Montag, 19. Oktober, vertagt worden, weil Anwälte ihre Dienste niedergelegt hätten, und die einzigen an diesem Tag am Central Criminal Court gezielt beeinträchtigten Verfahren hätten Vergewaltigungsvorwürfe betroffen. Er sagte außerdem, vier Vergewaltigungsverfahren seien am 12. Oktober vertagt worden, und die einzigen an diesem Gericht am 5., 12. und 19. Oktober betroffenen Verfahren seien Vergewaltigungsverfahren gewesen. Er räumte ein, dass Anwälte in Dublin ihre Dienste auf eine Weise niedergelegt hätten, die Gerichtsverhandlungen beeinträchtigte, und erklärte zugleich, das Rechtshilfesystem funktioniere landesweit. Auf die Aufforderung, die Bemerkung zurückzunehmen, sagte er, er wolle die Fakten darlegen und habe die Pflicht, auf Informationen hinzuweisen, die ihm der Courts Service gegeben habe.
Reaktionen von Opposition und Koalition
Barry Ward, Fine-Gael-Abgeordneter und praktizierender Strafverteidiger, bezeichnete die Bemerkung als grob unfair. Er forderte den Minister auf, sie zurückzunehmen, und sagte, es gebe keine Belege dafür, dass Anwälte gezielt Vergewaltigungsverfahren ins Visier genommen hätten. In der Anhörung sagte Ward:
„Jedes Verfahren, das gestern am Central Criminal Court verhandelt wurde, war ein Vergewaltigungsprozess.“
Der Labour-Abgeordnete Alan Kelly sagte, die Äußerungen seien aus Verhandlungssicht ein massiver Fehltritt, stimmte aber zu, dass das Rechtshilfesystem reformiert werden müsse. Der Vorsitzende der Grünen, Roderic O'Gorman, warf dem Minister vor, Opfer von Vergewaltigung aktiv als Waffe zu benutzen, und der Sinn-Fein-Abgeordnete Mark Ward sagte, der Minister habe sich ein einziges Gericht herausgepickt. Der stellvertretende Vorsitzende der Social Democrats, Cian O'Callaghan, sagte, der offene Krieg zwischen dem Minister und den Anwälten müsse enden, und Labour-Chefin Ivana Bacik sagte, Opfer dürften nicht Kollateralschaden in einem Stellvertreterkrieg sein. Taoiseach Micheal Martin verteidigte den Minister, drängte die Opposition, sich an der Reform zu beteiligen, und sagte, der Minister habe die Law Society zweimal getroffen, während der Minister im Dáil erklärte, er habe die Anwälte zuletzt im Juli getroffen.
Gerichte und Haftfälle
Am Dienstag, 20. Oktober, sagte Richter Martin Nolan am Dublin Circuit Criminal Court, Dutzende Verfahren seien ohne Vertretung der Angeklagten durchgeführt worden, obwohl die für sie eingetragenen Anwälte wegen des Streits nicht erschienen seien. Rechtsanwälte teilten dem Gericht mit, die abwesenden Anwälte blieben weiterhin eingetragen. Zu einem Fall, in dem ein Mann wegen Diebstahls auf seine Strafe wartete, sagte der Richter:
„Es ist die grundlegendste Pflicht eines Anwalts, einen Mandanten in Haft zu vertreten.“
Er fügte hinzu, es gebe ein gesetzliches Verfahren für Anwälte, die sich aus dem Verfahren zurückziehen wollten, und dieses verlange, dass sie vor Gericht erscheinen. In einem anderen Fall hatte ein Angeklagter, der per Videoübertragung aus der Haft zugeschaltet war, einen eingetragenen Anwalt, der sich geweigert hatte zu erscheinen. In einem weiteren Fall sagte ein seit Februar in Haft befindlicher Angeklagter dem Richter, er brauche keinen psychiatrischen Bericht, und sagte, das Warten mache ihn buchstäblich kaputt. Der Richter bat die Verteidigung, mit dem Anwalt zu sprechen.
Der Honorarstreit und das weitere Vorgehen
Viele Verteidigungsanwälte, insbesondere in Dublin, zogen sich ab Juli aus der Rechtshilfe zurück, nachdem ein neues Pauschalsystem für Verfahren am District Court in Kraft getreten war. Das alte System zahlte ein Honorar von 240 Euro und danach 60 Euro für jeden weiteren Gerichtstermin, während das neue Pauschalentgelt 520 Euro pro Bescheinigung über kostenlose Rechtshilfe beträgt. Am Montag, 19. Oktober weitete sich der Rückzug auf Haft- und Kinderfälle aus.
- Altes System, erster Termin
- 240 €
- Altes System, jeder weitere Termin
- 60 €
- Neues Pauschalhonorar pro Bescheinigung
- 520 €
Daten aus dem Artikeltext
Der Minister schrieb an die Präsidentin der Law Society, Rosemarie Loftus, und wies seine Beamten an, ein Treffen zu organisieren, um die Bedenken der Gesellschaft anzuhören; dies war die Antwort auf einen Brief, den die Gesellschaft in der Woche des 13. Oktober geschickt hatte. Im Ausschuss sagte er, wenn sich Probleme ergäben, könne er die Reformen anpassen, sie lägen aber im öffentlichen Interesse:
„Ich weiß, dass Reformen schwierig sind, aber ich muss darauf schauen, was im besten Interesse der Öffentlichkeit und der Gerichtsnutzer ist“
Er sagte außerdem, er werde den Forderungen der Anwälte nicht nachgeben. Die Quellen nennen kein Datum für das Treffen mit der Law Society.